Amt für die Liturgischen Feiern des Papstes

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Basisdaten
Name Amt für die Liturgischen Feiern des Papstes
(Officium de Liturgicis Celebrationibus Summi Pontificis)
Sitz Cortile di San Damaso
SCV–00120 Città del Vaticano
Zeremonienmeister (Maestro) Guido Marini
(seit 2007)

Das Amt für die Liturgischen Feiern des Papstes (lateinisch Officium de Liturgicis Celebrationibus Summi Pontificis) ist das frühere Büro für die päpstlichen Zeremonien, welches von Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus am 28. Juni 1988 in der heutigen Weise geordnet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens seit der Renaissance gab es am päpstlichen Hof ein Kollegium, das dafür zuständig war, die liturgischen Feiern des Papstes vorzubereiten, ebenso diejenigen, die nur in seinem Namen vollzogen wurden, also seine Anwesenheit.[1] In einem Breve vom 10. Mai 1563 regelte Papst Pius IV. die Rechte und Pflichten des „Zeremonienmeisters“.

Durch die Apostolische Konstitution Immensa Aeterni Dei schuf Papst Sixtus V. 1588 die Congregatio pro sacris ritibus et caeremoniis.[2] Im 17. Jahrhundert wurde die Congregatio caeremonialis selbständig. Sie war für die Zeremonien der päpstlichen Kapelle und des päpstlichen Hofes zuständig.[3]

Durch die Ordnung seitens Papst Benedikt XV. vom 25. Juni 1917 bildete das Amt ein Kollegium unter dem Vorsitz eines Prälaten, der direkt vom Papst ernannt wurde. Die Mitglieder des Kollegiums zählten zu den Hausprälaten und Apostolischen Protonotaren, während der Zeremonienmeister zu den Monsignori gehörte. Die Ordnung des Jahres 1970, also unter Papst Paul VI., legt das Kollegium wiederum auf zwölf Zeremoniare fest.

Hiervon sind acht ständige Zeremoniare, die vier übrigen sind ihnen zugeordnet. Ihre Aufgaben beschränken sich nicht nur auf die Zeremonien des Papstes, sondern auch auf die in seinem Namen verrichteten. Auch leiten sie Zeremonien, für die sie entsandt oder erbeten werden, und gehören zum Gefolge der päpstlichen Legaten, die als bevollmächtigte Stellvertreter in päpstlichem Auftrag agieren. Während der Sedisvakanz nehmen sie an den Generalkongregationen der Kardinäle teil und begleiten diese auch ins Konklave.

Der Zeremonienmeister und die Zeremoniare werden jeweils auf fünf Jahre ernannt und in ihrer Arbeit durch einige Offiziale unterstützt, welche das Sekretariat führen. Auch eine Gruppe von Verantwortlichen der päpstlichen Sakristei und verschiedenen Konsultoren sind ihnen zugeordnet.

Papst Johannes Paul II. ließ die Funktion des päpstlichen Sakristans am 14. Januar 1991 auf den Zeremonienmeister übergehen, der damit auch für die päpstliche Sakristei und die Gottesdienste im Apostolischen Palast zuständig ist.

Am 24. September 2008 wurde bekannt gegeben, dass Papst Benedikt XVI. eine vollständig neue Beratergruppe für das Amt der Liturgischen Feiern des Papstes eingesetzt hat. Die neuen Berater sind sämtlich ausgewiesene Konservative: Uwe Michael Lang, Nicola Bux, Paul C. F. Guenther, Juan José Silvestre Valor. Sämtliche Berater, die noch unter Piero Marini, dem Zeremonienmeister Papst Johannes Pauls II., bestellt worden waren, wurden entlassen.[4]

Zeremonienmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Wassilowsky, Hubert Wolf: Päpstliches Zeremoniell in der Frühen Neuzeit – Das Diarium des Zeremonienmeisters Paolo Alaleone de Branca während des Pontifikats Gregors XV. (1621–1623). Rhema-Verlag, Münster 2007, ISBN 978-3-930454-80-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marc Dykmans: L’oeuvre de Patrizi Piccolomini ou Le cérémonial papal de la première Renaissance, Bd. 1. Biblioteca Apostolica Vaticana, Città del Vaticano 1980, ISBN 88-210-0518-6, S. 9.
  2. Erwin Gatz: Art. Kurie, Römische. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE), Bd. 20: Kreuzzüge – Leo XIII.. De Gruyter, Berlin 1990, S. 343–352, hier S. 348.
  3. Paul Winninger: Die Eitelkeit in der Kirche. Styria, Graz 1970, S. 20.
  4. Summorum Pontificum – Reform der Liturgie der katholischen Kirche Artikel: „Neue Berater für die Liturgien des Papstes“