Amtsgericht Hannover

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Altes Gerichtsgebäude am Volgersweg Ecke Augustenstraße

Das Amtsgericht Hannover in Hannover ist ein Amtsgericht im Landgerichtsbezirk Hannover. Das Amtsgericht hatte 2002 insgesamt 710 Mitarbeiter, darunter 104 Richter und 97 Rechtspfleger. Der Präsident des Amtsgerichts ist Götz Wettich und als Geschäftsleiter des Amtsgerichts Hannover ist Peter Bachler tätig.

Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landgerichtsbezirk Hannover umfasst sechs Amtsgerichte, darunter neben dem Amtsgericht Hannover die Amtsgerichte in Burgwedel, Hameln, Neustadt am Rübenberge, Springe und Wennigsen (Deister).

Zuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Hannover umfasst die Landeshauptstadt Hannover sowie die angrenzenden Städte Hemmingen, Laatzen, Langenhagen und Seelze. Das Amtsgericht Hannover hat somit etwa 750.000 Gerichtseingesessene. Übergeordnetes Gericht ist das Landgericht Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick um 1900 auf den Bau am Volgersweg mit Verbindungsgang zum Landgericht (links im Bild);
kolorierte Ansichtskarte mit der fortlaufenden Nummer 17 der Norddeutschen Papier-Industrie

Das Amtsgericht wurde 1852 im Zuge der „Großen Justizreform“ im Königreich Hannover gegründet. Es war als Stadtgericht zunächst nur für die Stadt Hannover zuständig, wurde jedoch schon 1856 mit dem Amtsgericht, das für den Landkreis Hannover zuständig war, zusammengelegt. 1859 wurde das Amtsgericht Langenhagen eingegliedert. Im Laufe seiner über 150-jährigen Geschichte war das Amtsgericht in verschiedenen Gebäuden untergebracht: Im Jahr 1888 zog es vom Reden’schen Palais, in dem seit 1852 untergebracht war, in das neu erbaute „Alte Justizgebäude“, auch Justizpalais genannt, das im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört wurde. Da jedoch zu keiner Zeit des Gerichts ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung standen, bezogen Abteilungen des Gerichts von Anfang an zusätzlich angemietete Gebäude in der hannoverschen Innenstadt. Entspannung brachte erst 1985 ein Neubau auf dem Nachbargrundstück. 1977 wurde durch den rechtsradikalen Paul Ernst Otte, der auch V-Mann des Verfassungsschutzes war, ein Bombenanschlag auf das Amtsgericht Hannover durchgeführt.[1][2] Der Anschlag fiel in eine Reihe von Anschlägen, bzw. Anschlagsversuchen auf Grenzanlagen in der DDR, Lastwagen im Transitverkehr nach Berlin, das jüdische Gemeindehaus in Hannover, die Amtsanwaltschaft Flensburg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amtsgericht Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neonazi als Doppelagent. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1992 (online).
  2. Prozeß gegen Rechtsradikale: Bombe vom V-Mann. In: zeit.de. 14. November 1980, abgerufen im 5. Dezember 2014.

Koordinaten: 52° 22′ 37″ N, 9° 44′ 42″ O