Amyloidität

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Begriffsklärung: Amyloidose bezeichnet die Anreicherung von abnorm veränderten Proteinen im Interstitium, also außerhalb der Zellen.

Die Amyloidität bezeichnet die Färbbarkeit von Gewebestrukturen mit Hilfe von Iodreagenzien. Das zugehörige Eigenschaftswort heißt amyloid. Ist eine Struktur nicht anfärbbar, bezeichnet man sie als inamyloid.

Die Farbreaktion amyloider Strukturen ist insbesondere in der Mykologie ein wichtiges taxonomisches Unterscheidungskriterium. Verwendet werden als Reagenzien: Lugolsche Lösung (eine Iodiodkalium-Lösung) und Melzers Reagenz (= Lugolsche Lösung mit Chloralhydrat). Die Farbreaktionen gehen ins Blaue bis Violette. Im Fall der Hemiamyloidität wird die Blaureaktion nur nach KOH-Behandlung erhalten; ohne KOH ruft Lugolsche Lösung hier eine rote bis rotbraune Reaktion hervor, während die hohe Chloralhydrat-Konzentration in Melzers Reagenz diese Rotreaktion unterdrückt, folglich Inamyloidität suggeriert.

Färbbare Strukturen sind bei Pilzen: Sporen, Sporenornamente, Ascuswände (besonders Apikalringe), Hyphen, die Trama der Fruchtkörper etc.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Dörfelt (Hrsg.): Lexikon der Mykologie. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, New York, 1989, ISBN 3-437-20413-0
  • Hans-Otto Baral (1987): Lugol's solution/IKI versus Melzer's reagent: hemiamyloidity, a universal feature of the ascus wall. Mycotaxon 29: 399 450.