Anantnag (Distrikt)

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Distrikt Anantnag
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Jammu und Kashmir
Division: Kashmir
Verwaltungssitz: Anantnag
Fläche: 2917 km²
Einwohner: 1.070.144 (2011)
Bevölkerungsdichte: 370 Ew./km²
Website: http://anantnag.nic.in/

Anantnag ist ein Distrikt im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir.

Der Distrikt liegt im Südosten des Kaschmirs. Der Verwaltungssitz ist Anantnag. 2007 wurde der westliche Teil des damaligen Distrikts herausgelöst und bildet heute den neu gegründeten Distrikt Kulgam.

2011 war es der drittbevölkerungsreichste Distrikt in Jammu und Kashmir nach den Distrikten Jammu und Srinagar.[1]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Anantnag besteht aus den Tehsils Kokernag, Shangus, Anantnag, Bijbehara, Doru, Pahalgam und Qazigund sowie aus den sieben Blöcken Breng, Shangus, Achabal, Dachnipora, Qazigund, Khoveripora und Shahabad.[2] Jeder Block besteht aus einer Reihe von Panchayati Rajs.

Der Distrikt Anantnag ist in sechs Wahlkreise gegliedert: Anantnag, Verinag, Kokernag, Shangus, Bijbehara und Pahalgam.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Volkszählung von 2011 hatte der Distrikt 1.070.144 Einwohner. Damit liegt er auf Rang 425 von 640 in Indien. Die Bevölkerungsdichte betrug 375 Einwohner pro Quadratkilometer. Das Bevölkerungswachstum von 2001 bis 2011 betrug 37,48 %. Der Distrikt Anantnag hatte eine Geschlechterverteilung von 937 Frauen auf 1000 Männer und eine Alphabetisierungsrate von 64,32 %.[1]

Anantnag ist mit 108.505 Einwohnern die größte Stadt im Distrikt. Der gesamte Ballungsraum von Anantnag hatte 158.785 Einwohner.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt besitzt zahlreiche Orte, die beliebt sind bei Touristen. Der Amarnath-Tempel, ein der hinduistischen Göttin Shiva geweihter Tempel, liegt bei Pahalgam und ist Ziel der jährlichen Amarnath Yatra.

Historische Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Carl von Hügel die Region 1835 besuchte, fand er zahlreiche historische Bauten. Die meisten waren in der Zeit der Herrschaft des Sultan Sikandar zerstört worden. Die einzigen bedeutenden heute erhaltenen Ruinen im Distrikt sind die des Tempels von Martand.

Der Sonnentempel von Martand ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten des Landes. Der Tempel wurde von Sikander Butshikan in einer einjährigen Kampagne zerstört.[4][5]

Pahalgam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hill Station Pahalgam liegt 45 km nördlich von Anantnag am Fluss Lidder. Pahalgam ist Ausgangspunkt für Wanderungen wie die zum Kolahoigletscher. Auch Pilger der Amarnath Yatra kommen nach Pahalgam. Die Region ist eine beliebte Filmkulisse.

Achabal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achabal, ungefähr 8 km von Anantnag, ist bekannt für seine Quelle und den Garten, den Malika Noor Jehan Begum 1620 anlegte.

Kokernag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kokernag liegt ungefähr 13 km von Achabal und ist bekannt für seine Quellen, die gesundheitsfördernd sein sollen und für seine Forellenzucht.

Verinag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quelle von Verinag gilt als die eigentliche Quelle des Jhelam und liegt 26 km von Anantnag entfernt. Der Mogulherrscher Jahangir ließ hier einen Garten und ein Sommerhaus errichten.

Sinthan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sinthan ist eine Hill Station im Breng-Tal im Tehsil Kokernag.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anantnag ist an den National Highway 1A und 1B angeschlossen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anantnag hat nach der Effektiven Klimaklassifikation ein gemäßigtes Klima. Seine geographische Lage mit dem Himalaya im Osten und dem Pir Panjal im Süden bestimmt das Wetter. Das Wetter kann als kühl im Frühling und Herbst, mild im Sommer und kalt im Winter beschrieben werden. Das Wetter ist oft kühler in den bergigen Abschnitten des Ostens im Vergleich zu den Ebenen des Nordens. Der Distrikt hat ein für das Kaschmirtal typisches Klima.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Distrikt Anantnag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b District Census 2011. Census2011.co.in. 2011. Abgerufen am 30. September 2011.
  2. Statement showing the number of blocks in respect of 22 Districts of Jammu and Kashmir State including newly Created Districts. 13. März 2008, archiviert vom Original am 10. September 2008; abgerufen am 30. August 2008.
  3. ERO's and AERO's. Chief Electoral Officer, Jammu and Kashmir. Archiviert vom Original am 22. Oktober 2008. Abgerufen am 28. August 2008.
  4. Chander Bhat’s Articles.
  5. CONVERTED KASHMIR: Memorial of Mistakes. Archiviert vom Original am 18. Oktober 2000; abgerufen am 6. August 2016.

Koordinaten: 33° 44′ N, 75° 9′ O