Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands

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Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands
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Partei­vorsitzender Volka Polka (faktisch)
Gründung 1981 bzw.
2000 (Neugründung)
Gründungs­ort Hannover bzw.
München (Neugründung)
Haupt­sitz Berlin
Jugend­organisation Asoziale Jugend
Zeitung Armes Deutschland
Aus­richtung "Pogo-Anarchismus"
Farbe(n) schwarz/weiß
Staatliche Zuschüsse keine
Mitglieder­zahl 1215 (Stand: 20. April 2003)
Mindest­alter 16 Jahre
Website www.appd-gdnk.de

Die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (Kurzbezeichnung: APPD) ist eine deutsche Kleinpartei, die sich selbst als „pogo-anarchistisch“ bezeichnet. Seit 1997 nimmt die APPD bei Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen teil.

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Die APPD ist laut Selbstbeschreibung „der Anwalt des Pöbels und der Sozialschmarotzer“. Politische Hauptziele der APPD sind das Recht auf Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich, die Neugliederung Deutschlands in verschiedene „Pogo-Zonen (Balkanisierung)“, die „Radikalisierung des Bildungsstandards“ bei gleichzeitiger Abschaffung der Schulpflicht, die Legalisierung aller Drogen und die Lockerung des Versammlungs- und Demonstrationsrechts. Oberstes Ziel der APPD ist die Umsetzung des Gesellschaftsmodells der sogenannten „Pogoanarchie“. Leitsatz der Partei ist „Frieden Freiheit Abenteuer“. Die APPD möchte zudem Deutschland "balkanisieren". Begründet wird das damit, dass sich die Menschen grundsätzlich in drei verschiedene Pogo-Rassen unterteilen ließen, deren Zusammenleben in einem gemeinsamen Gebiet nicht „artgerecht“ sei. Daher müsste für jede einzelne"Pogo-Rasse" ein artgerechter Lebensraum geschaffen werden (für Leistungswillige „Sichere Beschäftigungs-Zonen“, für Leistungsunwillige „Asoziale Parasiten-Zonen“ und für Kriminelle „Gewalt-Erlebnis-Parks“).

Bei der Aufteilung und Neugliederung des Bundesgebiets sollen laut Parteiangaben auch historische Fakten berücksichtigt werden, z. B. die frühere Existenz vieler unabhängiger Fürstentümer und Staaten in Deutschland. Diese können in Verbindung mit der "Balkanisierung" ihre Autonomie wieder erlangen. Die APPD lehnt Deutschland als Nationalstaat ab. Vielmehr stehen die örtlichen dezentralen Interessen der Bevölkerung im Vordergrund nach Ansicht der APPD.

Benannte Ehrenmitglieder[Bearbeiten]

Von der APPD wurden einige Prominente und Nicht-Mitglieder ungefragt als „Vollehrenmitglieder“ benannt, die jeweils nach Parteiansicht repräsentativ für eine bestimmte „Pogo-Rasse“ stehen sollen, was auch zu Klagen gegen die APPD führte. Nominiert wurden unter anderem:

Für die APZs:

Für die SBZs:

Für die GEPs:

Wahlparolen[Bearbeiten]

Zu den Wahlparolen der APPD zählen: „Frieden Freiheit Abenteuer“, „Politik ist Scheiße!“, „Schule ist scheiße!“, „Fick Heil!“, „Dumm und glücklich!“, „Arbeit ist Scheiße!“, „Asoziale an die Macht!“, „Elend Leid und Tod“, „Saufen, Saufen, Jeden Tag nur Saufen!“, „Ordnung schaffen Kreuzchen machen“, „Wir kämpfen für eine neue gerechte Weltordnung“, „Arbeit für Arbeitswillige!“, „Jugendrente statt Altersrente“, „Nie wieder Mehrheit“, „Geld kommt aus der Druckerei, sind wir von der Arbeit frei!“ und „Meine Stimme für den Müll!

Die Slogans sind auch auf vielen Kleidungsstücken wie z. B. T-Shirts oder Pullis wiederzufinden, die von der APPD selbst vertrieben werden. Der T-Shirt- und Merchandisingverkauf stellte für die APPD schon immer ein wichtiges Standbein dar. Wie schon 1983 beschlossen wurde, ist die APPD nach eigener Ansicht eine "Kommerz-Partei", die – wie es damals hieß – mit dem Verkauf von "überteuertem Krimskrams" ihrer Führungsriege ein schönes Leben ermöglichen möchte. Das sollte zeigen, wie käuflich Parteien vermeintlich sind nach Ansicht der APPD. Da es Vorwürfe an den Bundesvorstand gab, dass die aus dem „Kommerzshop“ eingenommenen Gelder nicht für die Partei eingesetzt wurden, kam es zu einem erneuten Eklat innerhalb der Partei.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Seit dem Beginn ihrer Wahlteilnahmen im Jahr 1997 nahm die APPD an zwei Bundestagswahlen, der Wahl zu fünf Länderparlamenten, zwei Kommunalwahlen, einer Landratswahl und zwei Bürgermeisterwahlen teil.

  • 1997 Bürgerschaftswahl in Hamburg: 0,5 % – 3754 Stimmen
  • 1998 Bundestagswahl: Erststimmen 0,0 % – 1676 Stimmen (je 1 Kandidat in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland); Zweitstimmen 0,1 % – 35242 Stimmen (Teilnahme in Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Berlin, NRW, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland)
  • 2001 Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin: Erststimmen 0,0 % – 186 Stimmen
  • 2003 Landtagswahl in Hessen: Erststimmen 0,0 % – 216 Stimmen
  • 2005 Bundestagswahl: Erststimmen 0,0 % – 3018 Stimmen (3 Kandidaten in Berlin, 1 Kandidat in Sachsen); Zweitstimmen 0,0 % – 4233 Stimmen (Teilnahme in Berlin und Hamburg)
  • 2006 Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin: Zweitstimmen 0,3 % – 3476 Stimmen
  • 2006 Kommunalwahl in Hessen (Kreis Marburg (Lahn)): 0,6 % – 7679 Stimmen
  • 2006 Kommunalwahl in Niedersachsen (Wahlkreis Linden-Limmer als Pogo-Partei): 1,6 % – 569 Stimmen
  • 2006 Oberbürgermeisterwahl in Tübingen (Kandidat Steven Good): 1,1 % – 325 Stimmen
  • 2007 Bürgermeisterwahl in Elmshorn (Kandidat Andreas Forte): 10,3 % – 1070 Stimmen
  • 2007 Landratswahl in Hessen (Kreis Marburg-Biedenkopf, Kandidat Mirco Rosenberger): 2,0 % – 1155 Stimmen
  • 2011 Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin: Zweitstimmen 0,0% – 401 Stimmen (nur in Friedrichshain-Kreuzberg mit 0,4% angetreten)

Struktur[Bearbeiten]

Das offizielle, dezentrale Presseorgan der Partei ist die Zeitschrift Armes Deutschland. Neben dem Bundesverband existieren in einigen Bundesländern Landesverbände. Die einzelnen Landesverbände gliedern sich noch einmal in Kreis-/Ortsverbände auf, die von der APPD als "Krebszellen", "Geschwüre und Metastasen" bezeichnet werden. Nach Parteiangaben solle so das Ausbreiten der "Pogoanarchie" dargestellt werden, da die Medien und die Politik angeblich dieses Bild "unablässig" von der "Pogoanarchie" zeichneten. Die APPD will keine Zentralisierung und macht das auch an ihrer Organisationsstruktur fest. Lokale „Krebszellen“ sieht man als Ausgangsbasis für die Balkanisierung von unten. Partnerparteien der APPD in anderen Ländern sind unter anderem die Alpine Pogo-Partei Österreichs (APPÖ) und die Anarchist Pogo Party of America (APPA) in den USA.

Parteisprache[Bearbeiten]

Die Parteimitglieder werden im Parteistatut und in der Anrede als Kamernossen bezeichnet. Die Bezeichnung Kamernosse ist eine Wortschöpfung aus Kamerad und Genosse. Die offiziellen Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sind Fick Heil oder Pogo Heil.

Am 24. September 2006 wurde die Landesmitgliederversammlung der hessischen APPD in Marburg von der Polizei aufgelöst. 17 Anwesende (Mitglieder und unbeteiligte Partygäste) wurden zur „vorübergehenden“ erkennungsdienstlichen Behandlung mitgenommen. Nach Angaben der Einsatzleitung habe eine Anwohnerin rechtsextreme Parolen vernommen. Das erwies sich später als Missverständnis, da der übliche Parteigruß Fick Heil! gerufen und gefordert wurde, dass alle Neonazis und sonstigen Gewalttäter in "Gewalt-Erlebnis-Parks" verbracht werden sollen, wo sie sich nach Willen der APPD eine "gewalttätige Gesellschaft gemäß ihrer Persönlichkeitsstruktur" erschaffen könnten.

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Das Zeichen der APPD, das sogenannte „Balkanium“, sieht aus wie ein V, das durch einen Kreis gezogen ist. Dieses Zeichen ist auch in Alan Moores Graphic Novel V wie Vendetta wiederzufinden, stammt nach eigenen Angaben Karl Nagels jedoch nicht davon ab.

Das Zeichen soll die „Balkanisierung Deutschlands in drei Zonen“ symbolisieren.

Geschichte[Bearbeiten]

1980er Jahre[Bearbeiten]

Titelseite des ersten Programms der APPD von 1984

Die Partei wurde 1981 von zwei hannoverschen Gymnasiasten mit den Spitznamen „Zewa“ und „Kotze“ gegründet. In den folgenden Jahren stießen viele Punks dazu und viele Demonstrationen wurden organisiert, die teilweise von der Polizei wegen angezweifelter Ernsthaftigkeit der Demonstrationsmottos (wie „Freiheit für den Osterhasen“) gewaltsam beendet wurden.

1983 fasste die Parteiführung den Entschluss, die APPD bundesweit auszudehnen. Unter der Leitung des späteren Spitzenkandidaten Karl Nagel wurde ein völlig neues Konzept entwickelt. Die APPD-Politik sollte auf eine absolut legale Basis gestellt werden, und der satirische Humor sollte einer kommerziellen Politiksatire weichen. Die Nähe zur Punk-Szene kam durch die Beziehungen der Gründer zustande. So wurden bereits 1982 Mitglieder in der Szene angeworben.

Am 18. Februar 1984 wurde in Hannover der erste ordentliche Parteitag der APPD abgehalten. In Hannover wurde dabei das erste offizielle Programm der Partei verabschiedet. Es bildeten sich viele kleine Verbände und Sektionen der APPD, die lose mit der Partei organisiert waren. Die Auseinandersetzungen auf den Chaostagen 1984 zwischen Polizei und "Pogo-Anarchisten" brachten die politische Arbeit der APPD in ganz Deutschland zum Stillstand. Im August 1986 wurde auf dem Münchener Olympiagelände der zweite ordentliche Parteitag abgehalten. Dabei kam es innerhalb der Partei zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem anarchistischen und dem selbsternannten "monarchistischen" Flügel der APPD. Das führte zur Auflösung der Partei.

1990er Jahre[Bearbeiten]

1994 wurde die APPD neu gegründet. Man beschloss, nun auch bei Wahlen anzutreten. Bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg 1997 erreichte die APPD im Stadtteil St. Pauli 5,3 % der Stimmen und wurde dort viertstärkste Partei. 1998 trat die APPD mit ihrem Spitzenkandidaten Karl Nagel mit den Motto „Arbeit ist Scheiße!“ und „Saufen, saufen, jeden Tag nur saufen!“ bei der Bundestagswahl an. Sie erreichte jedoch bundesweit lediglich 35.347 Stimmen (0,07 %) und damit nicht die nötigen 0,5 %, um den Wählern die Wahlkampfkostenerstattung in Form einer geplanten "Freibierfete" zurückzahlen zu können. Schließlich wurde die Partei 1999 erneut aufgelöst.

2000er Jahre[Bearbeiten]

Im Dezember 2000 beschloss man in München die Neugründung der APPD. Bei der Bundestagswahl 2002 trat die APPD nicht an. Der damalige Spitzenkandidat Dennis King übernahm daher eher eine repräsentative Rolle. Für die Teilnahme an der Europawahl 2004 wurden zwar ausreichend viele Unterschriften gesammelt, diese wurden jedoch nicht fristgemäß eingereicht. Im Zuge der Reformen in der Partei im November 2004 wurde beschlossen, dass die APPD nun auch an regionalen Wahlen teilnehmen wird, um somit das Prinzip der Balkanisierung von unten durchzusetzen.

Bundestagswahl 2005[Bearbeiten]

Wolfgang Wendland, Kanzlerkandidat der APPD 2005, Sänger der Band „Die Kassierer“

Im Mai 2005 wurde allerdings die Teilnahme der APPD am Wahlkampf zur kommenden Bundestagswahl mitgeteilt. "Wahlkampfmanager" war der frühere APPD-Spitzenpolitiker Karl Nagel, Spitzenkandidat Wolfgang Wendland, bekannt als Sänger der Kassierer unter dem Spitznamen Wölfi.

Die APPD zählte zu den Kleinparteien, die sich durch die vorgezogenen Neuwahlen zum 16. Deutschen Bundestag in ihren verfassungsmäßigen Rechten eingeschränkt sahen. Als erste Klägerin legte die Partei daher am 22. Juli 2005 Verfassungsbeschwerde ein. Der Bundeswahlausschuss hatte am 12. August 2005 die APPD zur vorgezogenen Bundestagswahl 2005 zugelassen. Allerdings konnte die APPD nur in Berlin und Hamburg antreten, da in den restlichen Bundesländern die erforderlichen Unterstützerunterschriften nicht rechtzeitig abgegeben wurden.

Umstrittener Wahlwerbespot[Bearbeiten]

Am 26. August 2005 wurde die Wahlwerbung der APPD von dem für die Ausstrahlung von Wahlwerbespots innerhalb der ARD zuständigen WDR zuerst zurückgewiesen, da sie laut WDR „die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit schwer gefährdet“. In dem Spot wurden nach Meinung des WDR Rauschmittel konsumiert sowie sexuelle Handlungen gezeigt. Er wurde ausgestrahlt, nachdem die Partei eine abgeänderte Fassung erstellt hatte: Es wurde, außer der Ansprache und dem Schlusswort des Spitzenkandidaten, statt jeder einzelnen Szene nur ein bildschirmfüllender Hinweis angezeigt mit Anspielung auf die Originalszenen des Wahlwerdespots. Im ZDF wurde der Spot ebenfalls in der abgeänderten Version ausgestrahlt.

Aufgrund der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster wurde der Spot dann am 5. September in der ARD in der Originalversion ausgestrahlt. Das Oberverwaltungsgericht kommentierte den Spot als „geschmacklos“, der damalige Innenminister Otto Schily bezeichnete ihn als „eine Schande für Deutschland“.

Eine nachfolgende ironische Entschuldigung, ebenfalls unter der Regie von Karl Nagel hergestellt, wurde nicht gesendet, weil die Partei mit den vorangegangenen Ausstrahlungsterminen ihren Anspruch auf zwei Sendezeiten erschöpft hatte.

Spaltung nach der Bundestagswahl[Bearbeiten]

Zelt der Pogo-Partei 2008 auf dem Fährmannsfest Hannover

Nach der Wahl am 18. September 2005 war die Partei zerrüttet, parteiintern wurden die aus den 1980er Jahren stammenden Konzepte in Frage gestellt. Einige Forderungen der APPD seien falsch umgesetzt worden und müssten nun anders formuliert werden. So wurde vorgeworfen, dass die von der APPD befürworteten Swingerclubs dem Prinzip vom "kostenlosen sexuellen Lustvergnügen in Mitfickzentralen" nicht gerecht werden, sondern nur in der Organisationsform. Die Partei war in zwei unterschiedliche Lager geteilt. Die Gruppe um Nagel verurteilte die Versuche der „Berliner Fraktion“, die eine ernstzunehmendere und ergebnisorientiertere Politik in der APPD zu etablieren versuchte. Diese Differenzen endeten in persönlichen Anfeindungen, die größtenteils im Internet ausgetragen wurden. Anlass für den von der APPD genannten „Pogokrieg“ war der Internetauftritt der Partei: Nagel beanspruchte die APPD-Website für sich, nach einem Gerichtsurteil bekam Großmann die Rechte der Seite zugesprochen. Nagel reagierte dann mit der Anmeldung der Internetpräsenz pogo-partei.de, welche später offiziell am 6. November als Partei gegründet wurde. Ergebnis der parteiinternen Auseinandersetzungen war nun die Spaltung der APPD in die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands und der Pogoanarchistischen Pogo-Partei kurz POP.

Die POP wurde nach Parteiangaben aber nicht zuletzt gegründet, weil viele langjährige Aktive in der APPD ein Versiegen der "Pogoanarchie" sahen. Nur mit der Abspaltung und der Gründung einer neuen Partei sahen sie die Möglichkeit, die "Pogoanarchie" ins 21. Jahrhundert zu transferieren. Die in der APPD verbliebenen Mitglieder fühlten sich von der Pogo-Partei verraten und befürchten nun ein "kommerzielles Ausschlachten der Pogoanarchie" auf Kosten ihrer Anhänger.

APPD nach der Spaltung[Bearbeiten]

Steven Good wurde am 10. Dezember 2005 auf dem sogenannten "Wiedervereinigungsparteitag" zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt, konnte aber den Posten nicht einnehmen, da die Wahl für ungültig erkärt wurde.

  • Am 26. März 2006 trat die APPD-Marburg mit den Mottos 'Politik ist Scheiße' und 'Nie wieder Mehrheiten' erstmals zu einer Kommunalwahl in Hessen an. Norbert „Nobze“ Bollen erreichte dabei als Spitzenkandidat in Marburg 0,6 %.
  • Der Berliner Landesverband trat zu den Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 17. September 2006 an. Die Berliner APPD bekam in Berlin 0,3 % der Stimmen, in dem Verwaltungsbezirk Friedrichshain-Kreuzberg waren es 1 %.
  • In Hessen wurde am 24. September 2006 auf der ordentlichen Landesmitgliederversammlung ein neuer Landesvorstand gewählt, Norbert Bollen wurde neuer Landesvorstandsvorsitzender.
  • Im Oktober 2006 stellte sich Good als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Tübingen für die APPD auf und erreichte 1,1 %.
  • 2007 wurde angekündigt bei den Wahlen zum Bayerischen Landtag 2008 anzutreten.
  • Mirco Rosenberger trat für die APPD zur kommenden Wahl des Landrates im Kreis Marburg-Biedenkopf am 9. September 2007 an. Am 28. April 2007 wurde auf der ordentlichen Landesmitgliederversammlung in Marburg beschlossen, zu den Landtagswahlen 2008 anzutreten. Voraussetzung war, dass die Hessen APPD 1000 Unterstützungsunterschriften bis November 2007 einreichen muss, um an der Landtagswahl teilzunehmen. In einer Sitzung des Hessischen Wahlausschusses wurde am 30. November 2007 festgestellt, dass die APPD lediglich 285 Unterstützungsunterschriften für ihre Kandidatur gesammelt hatte und folglich die Voraussetzung klar verfehlt hatte.[2]
  • Am 27. März 2011 trat die APPD-Marburg erneut zur Kommunalwahl an. Der städtische Wahlausschuss ließ in seiner Sitzung am 24. Januar 2011 sowohl den Wahlvorschlag für die Oberbürgermeisterwahl als auch die Gemeindewahl zu. Für das Amt des Oberbürgermeisters und für den Kreistag kandidiert Michael Klapschinsky, ein 28-jähriger Pferdewirt aus der Gemeinde Weimar (Kreis Marburg-Biedenkopf).

Bundestagswahl 2009[Bearbeiten]

Am 17. Juli 2009 verneinte der Bundeswahlausschuss die Parteieigenschaft der APPD. Bundeswahlleiter Roderich Egeler sprach der Partei ihre Ernsthaftigkeit ab und stellte mangelnde Organisationsstrukturen fest. Sie konnte daher bei der Bundestagswahl 2009, ebenso wie Die PARTEI und die Freie Union, nicht antreten. Der gegen diese Entscheidung erhobene Einspruch wurde vom Wahlprüfungsausschuss als unbegründet zurückgewiesen.[3] Ein weiterer Einspruch gegen die Nichtzulassung eines Kreiswahlvorschlages im Wahlkreis 172 (Marburg-Biedenkopf) wurde ebenfalls zurückgewiesen.[4]

Über die Zulassung der Pogo-Partei wurde gar nicht erst abgestimmt, da diese sich nach eigenem Bekenntnis bereits aufgelöst hatte.[5]

Entwicklung seit 2010[Bearbeiten]

Am 23. April 2010 forderte der „Imperator“ (1. Bundesvorsitzender) der APPD Volker Polka in einer Videobotschaft an, dass sich die APPD einen neuen Bundesvorsitzenden suchen solle.[6] Die APPD trat mit dem Direktkandidaten Ronny Palm für Wahlkreis 5 im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zur Wahl zum 17. Abgeordnetenhaus am 18. September 2011 an.[7] Rainald Grebe las das komplette Wahlprogramm der APPD zur Wahl zum 17. Abgeordnetenhaus von Berlin[8], bei seiner Revue "Völker, schaut auf diese Stadt", im Maxim-Gorki-Theater vor.[9] 2012 veranstaltete der „Imperator“ (1. Bundesvorsitzender) der APPD, Volker Stoi, im Namen der APPD die Gemüseschlacht auf der Oberbaumbrücke in Berlin. Anfang 2013 kündigte der „Imperator“ (1. Bundesvorsitzender) der APPD, Volker Stoi, unter seinem Pseudonym Volka Polka in einem Statement an, seine politische Tätigkeiten in der APPD einzustellen.[10] Am 30. März 2013 rief der Imperator (1. Bundesvorsitzender) der APPD, Volker Stoi, mittels einer neuen Webseite das GDNK (Geheime Diktatorische Notstandskomitee) der APPD aus.[11] Im April 2013 wurde in einem Newsletter per E-Mail über den neuen Vorstand des GDNK der APPD informiert.[12]

Politische Einordnung[Bearbeiten]

Außenstehende wie beispielsweise der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse bestreiten, dass bei der APPD die „ausreichende Ernsthaftigkeit“, die Bedingung der Zulassung einer Partei zur Wahl ist, vorhanden ist und bezeichnen die Partei als Spaßpartei. Besonders der umstrittene Wahlwerbespot[13] zur Bundestagswahl 2005 bestärkte diese Annahme bei vielen Kritikern.

Außerdem wird des Öfteren darauf verwiesen, dass die Pläne zur Balkanisierung Deutschlands nicht umsetzbar seien, da diese die Wirtschaft zum Stillstand brächten. Auch meinen einige Kritiker, bestimmte Ziele der Partei seien nicht verfassungskonform.

Von Anarchisten wird die oberflächliche Verwendung des Begriffs Anarchismus kritisiert. Sie sehen ihre Werte durch die lustbetonte Politik der APPD ihrer Ernsthaftigkeit entzogen.

Andere Parteien[Bearbeiten]

Neben der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands (APPD) existieren noch eine Reihe weiterer Parteien, die sich von dieser abspalteten. Diese sind in Deutschland die Pogo-Partei (POP), und die Anarchistische Pogo-Partei Bayerns (APPB). Ferner gibt es die Alpine Pogo-Partei Österreichs (APPÖ), die anarchistech pogo pareti letzebuerj (Anarchistische Pogo-Partei Luxemburgs; APPL), die Pogo Parti Suisse (Schweizer Pogo-Partei) und die Anarchistic Pogo Party of America (APPA) in den USA.

Literatur[Bearbeiten]

  • Burkhard Röwekamp und Matthias Steinle: „Politik ist Scheiße“ auch im Fernsehen - Oder: Was Sie schon immer über Wahlwerbespots wissen wollten, aber bisher nicht zu glauben wagten. Anarcho-ästhetische Aufklärung der APPD, in: Andreas Dörner und Christian Schicha (Hrsg.): Politik im Spot-Format - Zur Semantik, Pragmatik und Ästhetik politischer Werbung in Deutschland, Wiesbaden 2008, S. 337 - 351[14]
  • Klaus Farin (Hrsg.): Die Partei hat immer Recht!: Die gesammelten Schriften der „Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands“, Tilsner Verlag 1998

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Karl Nagel: Würden Sie mir eine Lüge zutrauen?
  2. Landtagswahlen Anarchos dürfen nicht antreten (Memento vom 21. Dezember 2007 im Internet Archive) Bericht des Hessischen Rundfunks
  3. Vierte Beschlussempfehlung und Bericht des Wahlprüfungsausschusses zu 43 Einsprüchen gegen die Gültigkeit der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009 (PDF; 1,9 MB) dipbt.bundestag.de. 1. Juli 2011. Abgerufen am 24. August 2011.
  4. Dritte Beschlussempfehlung des Wahlprüfungsausschusses zu Einsprüchen gegen die Gültigkeit der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009 (PDF; 1,1 MB) dipbt.bundestag.de. 31. Januar 2011. Abgerufen am 24. August 2011.
  5. Roderich Egeler (Bundeswahlleiter): Übersicht zur Anerkennung der Parteien im Bundeswahlausschuss Bundestagsinfo vom 17. Juli 2009
  6. Wichtige Mitteilung des Imperators a.D. der APPD! Online auf YouTube, 23. April 2010.
  7. Zweitstimmen bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 18. September 2011. Endgültiges Ergebnis
  8. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:APPD-Berlin-Wahlprogramm_2011.pdf
  9. Rainald Grebe "Völker schaut auf diese Stadt" Bericht von RBB auf YouTube.
  10. Statement des Imperator (1. Bundesvorsitzende) Volker Stoi (Volka Polka) der APPD (Februar 2013)
  11. Mitteilung: Ausruf des Geheimen Diktatorischen Notstandskomitees (GDNK) der APPD
  12. APPD Newsletter April 2013: Informationen zum Geheimen Diktatorischen Notstandskomitees (GDNK) der APPD
  13. Wahlwerbespot bei Youtube
  14. Politik im Spot-Format: Zur Semantik, Pragmatik und Ästhetik politischer Werbung in Deutschland von Andreas Dörner und Christian Schicha, Wiesbaden 2008 bei Google Books