Anastasia Biefang

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Anastasia Biefang (* 13. Juni 1974 in Krefeld) ist Oberstleutnant, Diplom-Pädagogin (univ.) und Kommandeurin des Informationstechnikbataillons 381 (ITBtl 381) in Storkow.[1] Sie ist die erste Bataillonskommandeurin mit Trans*-Hintergrund in der Bundeswehr.

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biefang wurde im Juli 1994 zum Grundwehrdienst in die Bundeswehr eingezogen.[1] Daraufhin verpflichtete sie sich als Soldat auf Zeit, absolvierte die Offizierausbildung, studierte an einer Bundeswehr-Universität im Studiengang Pädagogik und wurde später in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten berufen. An der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg absolvierte Biefang die Ausbildung für Offiziere im Generalstabsdienst. 2011 war sie als Major i. G. im Zentrum für Transformation der Bundeswehr (Abteilung III, Bereich Operations Research, Dezernat 311) in Ottobrunn eingesetzt. Am 18. Oktober 2017 übernahm sie das Kommando über das Informationstechnikbataillon 381 von ihrem Vorgänger Oberstleutnant Thorsten Niemann.[2] Vorher hatte sie zwei Verwendungen im Bundesministerium der Verteidigung, Abteilung Strategie und Einsatz. Von August 2018 bis März 2019 nahm Biefang zum wiederholten Mal an einem Auslandseinsatz in Afghanistan teil. Sie ist Angehörige des Uniformträgerbereichs der Luftwaffe.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biefang ist Mitglied von QueerBw. Dort nimmt sie die Funktionen der stellvertretenden Vorsitzenden[1] sowie der Ansprechpartnerin für trans*- und inter*-Personen wahr.[3] Zudem engagiert sie sich im Verein „Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität“.[4]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biefang wurde bei der Geburt dem männlichen Geschlecht zugewiesen.[5] Ihr Vater war Offizier der Luftwaffe und Waffensystemoffizier, ihre Mutter Kauffrau.[6] Biefang wuchs in einem Dorf in Nordrhein-Westfalen auf und lebte in ihrer Jugend fünf Jahre in den Vereinigten Staaten. Dort fühlte sie sich bereits „anders“ und beschreibt sich heute als bisexuell. Noch als biologischer Mann war sie mit einer Frau verheiratet. Die Ehe zerbrach unter anderem aufgrund ihrer Transsexualität. Biefang hatte im Jahr 2015 ihr Coming-out und danach geschlechtsangleichende Maßnahmen. Sie ist wieder mit einer Frau verheiratet und wohnt in Berlin.[1][7]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berliner Fotograf und Dokumentarfilmer Thomas Ladenburger drehte über Biefang den Dokumentarfilm „Ich bin Anastasia“, der 2019 in die Kinos kam.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Vorstand. In: AHsAB. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  2. Bundeswehr – Neue Kommandeurin übernimmt Bataillon. In: moz.de. 18. Oktober 2017, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  3. Ansprechpartner. In: AHsAB. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  4. Endlich ich: Trans-Menschen und ihre Geschichten WDR
  5. Carina Kontio: Transsexuelle Kommandeurin: „Ich habe nie über einen Plan B nachgedacht“. In: Handelsblatt. 11. Dezember 2019, abgerufen am 1. April 2020.
  6. Bayerischer Rundfunk (Capricchio): Kinofilm über transsexuelle Soldatin: „Ich bin Anastasia“ (ab 0:03:52) auf YouTube, 8. Mai 2019, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  7. Ahlefeld, Sebastian; Knuth, Christian: Frau Oberstleutnant Anastasia Biefang: Kommandeurin, Offizier und Trans*. In: blu.fm. 23. Januar 2019, abgerufen am 20. Oktober 2019.