Anatoli Iwanowitsch Julin

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Anatoli Iwanowitsch Julin (russisch Анатолий Иванович Юлин, engl. Transkription Anatoliy Yulin; * 10. März 1929 in Beketowo, Oblast Tula; † 29. August 2002) war ein Leichtathlet, der für die Sowjetunion antrat. Er wurde 1954 Europameister im 400-Meter-Hürdenlauf.

Julin gewann keinen Titel bei sowjetischen Meisterschaften. In den Jahren 1952 bis 1954 belegte er jeweils den zweiten Platz hinter Juri Litujew, 1951, 1955 und 1957 wurde Julin Dritter, 1948 und 1949 Vierter.

Bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki wurde Julin in 52,8 Sekunden Vierter. Er lag mit 0,6 Sekunden Rückstand deutlich hinter dem drittplatzierten Neuseeländer John Holland zurück; Litujew gewann Silber hinter Charles Moore aus den USA. 1954 bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Bern siegte Julin im dritten Vorlauf in 52,1 Sekunden, sein Halbfinale gewann er in 51,6 Sekunden. Im Finale gelang ihm der schnellste Lauf seiner Karriere. In 50,5 Sekunden besiegte er Litujew, der nach 50,8 Sekunden Zweiter wurde. Litujew hielt seit 1953 mit 50,4 Sekunden den Weltrekord, Julin führte mit seinen 50,5 Sekunden die Weltjahresbestenliste 1954 an, 1955 erreichte er mit 51,0 Sekunden erneut die Spitzenposition in der Welt.

Bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne schied Julin in 51,7 Sekunden im Halbfinale aus. Litujew erreichte als einziger Europäer das Finale und wurde Vierter. Gemeinsam mit Litujew trat Julin in der sowjetischen 4-mal-400-Meter-Staffel an. In 3:11,1 Minuten konnte sich die Staffel nicht für das Finale qualifizieren. 1958 bei der EM in Stockholm erreichte Julin noch einmal das Finale und belegte in 52,3 Sekunden Platz 5.

Der gebürtige Russe lebte ab 1948 in Weißrussland. Bei einer Körpergröße von 1,75 m betrug sein Wettkampfgewicht 70 kg.

Literatur[Bearbeiten]

  • ATFS (Hrsg.): USSR Athletics Statistics. London 1988
  • Peter Matthews (Hrsg.): Athletics 2003. SportsBooks, Cheltenham 2003, ISBN 1-899807-16-0.
  • Ekkehard zur Megede: The Modern Olympic Century 1896–1996 Track and Field Athletics. Deutsche Gesellschaft für Leichtathletik-Dokumentation e.V., Neuss 1999.

Weblinks[Bearbeiten]