Anders Arborelius

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Bischof Anders Arborelius (2015)
Kardinalswappen von Anders Arborelius
Bischofswappen von Anders Arborelius

Lars Anders Kardinal Arborelius OCD (* 24. September 1949 in Sorengo, Schweiz) ist ein schwedischer Ordensgeistlicher und römisch-katholischer Bischof von Stockholm.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arborelius, aus einer schwedischen Familie stammend, und während einer Reise seiner Familie in der Schweiz geboren, wuchs im südschwedischen Lund auf und konvertierte im Alter von 20 Jahren zum katholischen Bekenntnis. Als er 22 Jahre alt war, trat er in das Karmelitenkloster von Norraby in Tågarp ein, unweit von Landskrona und war hier zwischen 1971 bis 1998 als Mönch aktiv. Er studierte Philosophie in Brügge und Theologie in Rom. Bischof Hubertus Brandenburg spendete ihm am 8. September 1979 in Malmö die Priesterweihe.[1]

Am 17. November 1998 wurde Arborelius von Papst Johannes Paul II. zum ersten schwedischstämmigen Bischof des katholischen Bistums Stockholm berufen. Die Bischofsweihe spendete ihm am 29. Dezember 1998 sein Amtsvorgänger Hubertus Brandenburg; Mitkonsekratoren waren William Kenney CP, Weihbischof in Birmingham, und Alfons Nossol, Bischof von Oppeln. Von 2005 bis 2015 war er Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz.

Er war von 2007 bis 2016 Großprior der Statthalterei Schweden des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.[2] Er war zusammen mit Kardinal-Großmeister Edwin Frederick O’Brien maßgeblich daran beteiligt, dass mit der Investitur von Czeslaw Kozon, Bischof von Kopenhagen, eine eigenständige Statthalterei des Ordens in Dänemark begründet und 2016 in einer Statthalterei für Schweden und Dänemark zusammengelegt wurde.[3]

Im Konsistorium vom 28. Juni 2017 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri[4] in das Kardinalskollegium auf.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arborelius äußerte in einem Interview im Sommer 2009, dass er den Vatikan im November 2008 über die Holocaustleugnungen des von der katholischen Kirche exkommunizierten Bischofs der schismatischen Priesterbruderschaft St. Pius X. Richard Williamson unterrichtet habe.[5] Der vormalige Kurienkardinal Darío Castrillón Hoyos widersprach dieser Darstellung.[6] Um einen Eklat zu vermeiden – Papst Benedikt XVI. hatte im Januar 2009 die Exkommunikation Williamsons aufgehoben und nach internationalen Protesten erklärt, von dessen Holocaustleugnung nichts gewusst zu haben –, verhinderte Arborelius zunächst die Veröffentlichung des Interviews, stimmte ihr dann aber im September 2009 doch zu.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografie Anders Arborelius, abgerufen am 20. Februar 2008
  2. Rådet, Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, abgerufen am 21. Januar 2012
  3. Newsletter Frühjahr 2017, OESSH, abgerufen am 24. Mai 2017
  4. Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli o Diaconie. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 28. Juni 2017, abgerufen am 28. Juni 2017 (italienisch).
  5. a b Peter Wensierski: Vatikan war früher als bekannt über Holocaust-Leugnung informiert; Artikel auf Spiegel Online vom 23. September 2009
  6. Ex-Kurienkardinal Castrillon Hoyos attackiert Bischof von Stockholm. Der Standard vom 24. September 2009
Vorgänger Amt Nachfolger
Hubertus Brandenburg Bischof von Stockholm
seit 1998
Lars Cavallin Croix de l Ordre du Saint-Sepulcre.svg Großprior der Schwedischen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
2007–2016
Czeslaw Kozon