Andlau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Andlau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Andlau
Wappen von Andlau
Andlau (Frankreich)
Andlau
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Obernai
Gemeindeverband Piémont de Barr
Koordinaten 48° 23′ N, 7° 25′ OKoordinaten: 48° 23′ N, 7° 25′ O
Höhe 205–795 m
Fläche 23,69 km²
Einwohner 1.776 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 75 Einw./km²
Postleitzahl 67140
INSEE-Code
Website http://www.andlau.fr

Blick auf Andlau und in die Rheinebene

Andlau ist eine französische Gemeinde mit 1776 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Arrondissement Sélestat-Erstein, zum Kanton Obernai und zum Gemeindeverband Piémont de Barr (CCPB).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andlau liegt am Fuß der Vogesen, am westlichen Rand der Oberrheinebene, etwa 14 Kilometer nördlich von Sélestat und 28 Kilometer südwestlich von Straßburg. Das zu neun Zehnteln bewaldete Gemeindegebiet reicht weit nach Westen in die Vogesen hinein. Durch den Ort fließt die Andlau, ein Nebenfluss der Ill.

Nachbargemeinden von Andlau sind Barr und Mittelbergheim im Nordosten, Eichhoffen im Osten, Bernardvillé im Süden, Reichsfeld und Albé im Südwesten sowie Le Hohwald im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abtei Andlau wurde 880 von der Kaiserin Richardis gegründet. Sie war von ihrem Gatten Kaiser Karl III. verstoßen worden und wurde später heiliggesprochen. Ihr Grab in Andlau wurde zur Wallfahrtsstätte. 1287 wurde das Benediktinerinnenstift reichsunmittelbar und 1499 in ein Damenstift umgewandelt, bevor sie in der Französischen Revolution im Jahre 1791 aufgelöst wurde. Der Legende zufolge wurde ihr der geeignete Platz dafür von einer wilden Bärin gezeigt. In der als einem der ältesten Teile der Kirche erhaltenen, zweiräumigen Krypta aus dem Jahre 1045, gegen Osten um 1080 vergrößert, steht eine Bärenskulptur. Die Bärin soll der Legende nach der unglücklichen Kaiserin gezeigt haben, wo sie Zuflucht finden kann. Die Krypta ist eine der ältesten Wallfahrtsorte zur Jungfrau Maria im Elsass. Hierher kamen Rheumatismus-Geplagte und Fußkranke, um Heilung zu erhalten. Um das Kloster herum entwickelte sich der Ort. Für die weitere Ortsgeschichte war das Adelsgeschlecht Andlau von Bedeutung. Dessen Wappen wurde in umgekehrter Farbstellung zum Gemeindewappen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2012
Einwohner 1.529 1.584 1.919 1.744 1.632 1.654 1.838 1.799

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die ehemalige Abteikirche Ste. Richardis, heute St-Pierre-et St-Paul, des von der heiligen Richardis gegründeten Klosters aus dem 11./12. Jahrhundert, wurde Ende des 17. Jahrhunderts umgestaltet. Die romanische Krypta wurde um 1045 errichtet und 1080 erweitert, 1130 wurde die Kirche zur kreuzförmigen Basilika umgestaltet und erhielt einen rechteckigen Chor. Hiervon erhalten ist jedoch nur der Westbau mit sehenswerten Skulpturen und Reliefs am Obergeschoss, zum Teil später zur heutigen Form zusammengefügt. 1160–1161 wurden die durch einen Brand zerstörten Ostteile der Kirche erneuert. In den Jahren 1698 bis 1704 wurde das Langhaus als Emporenbasilika im romanischen Stil erbaut.
Besonders sehenswert sind eine Glasscheibe aus der Zeit um 1210 mit dem gekrönten Christus und zwölf Propheten und andere Ausstattungsstücke aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.

Ansichten der Kirche St. Peter und Paul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Ort findet der Besucher viele reizvolle Häuser, u.a. ein Renaissancegebäude von 1623.
  • Brunnen der Hl. Richardis mit dem Bären an ihrer Seite auf dem Marktplatz

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder der Friedhofskapelle St.-André[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort lebt überwiegend vom Weinanbau und Weinhandel (siehe auch Weinbaugebiet Elsass). Er liegt an der Elsässer Weinstraße. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die drei Alsace Grand Cru-Lagen Kastelberg, Moenchberg und Wiebelsberg.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1961 ist Andlau mit der deutschen Gemeinde Sexau im südbadischen Landkreis Emmendingen partnerschaftlich verbunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andlau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien