André Schürrle

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André Schürrle

André Schürrle (2011)

Spielerinformationen
Voller Name André Horst Schürrle
Geburtstag 6. November 1990
Geburtsort LudwigshafenDeutschland
Größe 183 cm
Position Sturm, Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1995–2006
2006–2009
Ludwigshafener SC
1. FSV Mainz 05
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2009–2011
2011–2013
2013–2015
2015–
1. FSV Mainz 05
Bayer 04 Leverkusen
FC Chelsea
VfL Wolfsburg
66 (20)
65 (18)
44 (11)
30 0(2)
Nationalmannschaft2
2008–2009
2010
2009–2010
2010–
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland U-21
Deutschland
11 0(4)
1 0(0)
4 0(3)
49 (20)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 24. Januar 2016
2 Stand: 11. Oktober 2015

André Horst Schürrle[1] (* 6. November 1990 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Fußballspieler. Seit Februar 2015 spielt er für den VfL Wolfsburg. Mit der DFB-Elf nahm er 2012 an der Europameisterschaft und der Weltmeisterschaft 2014 teil. Bei dem Turnier 2014 gab er im Endspiel gegen Argentinien die Vorlage zum Siegtreffer und wurde Weltmeister.

Schürrle ist Offensivspieler und wird vor allem als Linksaußen eingesetzt. Er kann aber auch die Position des Mittelstürmers und die rechte Außenbahn bespielen. Als Stärken gelten – neben seiner Schnelligkeit – seine Technik und Schussgewalt.[2]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

André Schürrle wuchs in seiner Geburtsstadt Ludwigshafen am Rhein im Stadtteil Gartenstadt gemeinsam mit seiner Schwester Sabrina, die in ihrer Jugend bei deutschen Leichtathletik-Meisterschaften antrat,[3] auf.[4][5] Er besuchte das Carl-Bosch-Gymnasium in Ludwigshafen und beendete die Schule nach der zwölften Klasse mit dem Fachabitur.[6]

Karriere[Bearbeiten]

André Schürrle im Trikot des FC Chelsea während einer Aufwärmphase im August 2013

Verein[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Schürrle begann 1995 mit fünf Jahren bei den Bambini des Ludwigshafener SC mit dem Fußballspielen.[7]

1. FSV Mainz 05 (2006 bis 2011)[Bearbeiten]

Er wechselte 2006 in das Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten 1. FSV Mainz 05, mit dessen A-Jugend-Mannschaft er 2009 Deutscher Meister wurde. 2009 bis 2011 gehörte er der ersten Mannschaft von Mainz 05 an. Am 8. August 2009 absolvierte er beim 2:2 gegen Bayer 04 Leverkusen sein erstes Bundesligaspiel.[8] Am 19. September 2009 wurde Schürrle mit seinen ersten beiden Toren für die erste Mannschaft zum bisher jüngsten Bundesligatorschützen des 1. FSV Mainz 05: Dank seiner zwei Tore drehten die 05er einen 1:2-Halbzeitrückstand zum 3:2-Auswärtssieg am 6. Spieltag beim VfL Bochum.[9]

Bayer 04 Leverkusen (2011 bis 2013)[Bearbeiten]

Schürrle wechselte zur Saison 2011/12 zum Ligakonkurrenten Bayer 04 Leverkusen.[10] Er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2016 gültigen Vertrag.[11] Seinen ersten Pflichtspieleinsatz für die Leverkusener hatte er am 30. Juli 2011, als er im Erstrundenspiel des DFB-Pokals gegen Dynamo Dresden zum 3:0 traf, Bayer dennoch mit 3:4 n. V. verlor. Sein Bundesliga-Debüt für die Leverkusener gab er am 6. August 2011 am ersten Spieltag gegen seinen ehemaligen Verein Mainz 05. Am 13. September 2011 gab Schürrle sein Europacupdebüt im ersten Champions-League-Gruppenspiel gegen den späteren Titelträger FC Chelsea in der Anfangself. Am 19. Oktober 2011 erzielte er beim 2:1-Sieg gegen den FC Valencia mit dem Treffer zum 1:1 sein erstes Tor in einem Europapokalwettbewerb.

FC Chelsea (2013 bis 2015)[Bearbeiten]

Zur Saison 2013/14 wechselte Schürrle in die englische Premier League zum FC Chelsea. Er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2018 gültigen Fünfjahresvertrag.[12] Am 13. August 2013 gab er sein Debüt für den FC Chelsea, als er am ersten Spieltag der Premier League gegen Hull City (2:0) in der 67. Minute für Kevin De Bruyne eingewechselt wurde. Am 26. August 2013 stand Schürrle beim torlosen Unentschieden im Auswärtsspiel bei Manchester United FC am zweiten Spieltag erstmals in der Anfangsformation; nach 87 Minuten ersetzte ihn John Obi Mikel. Schürrle gab am 1. Oktober 2013 beim 4:0-Sieg am ersten Spieltag der UEFA-Champions-League-Gruppenphase sein Saisondebüt im europäischen Wettbewerb für den FC Chelsea, als er in der Anfangsformation. Sein erstes Tor für den Verein erzielte er am 27. Oktober 2013 beim 2:1-Sieg am neunten Spieltag gegen Manchester City FC in der 33. Spielminute mit dem Treffer zum 1:0. Am 1. März 2014 erzielte er in der Premier League beim 3:1-Sieg gegen den FC Fulham innerhalb von 17 Minuten einen lupenreinen Hattrick.[13] Am 8. April 2014 traf Schürrle erstmals im Trikot der Londoner in einem europäischen Vereinswettbewerb beim 2:0-Sieg im Rückspiel im Viertelfinal der UEFA Champions League in der 32. Minute zur 1:0-Führung.[14] Am Ende der Saison standen für Schürrle im Ligabetrieb 30 Einsätze nebst acht Toren zu Buche, in der Champions League, aus der der FC Chelsea im Halbfinal gegen Atlético Madrid ausschied, kam Schürrle zu zehn Einsätzen.[15]

In der Saison 2014/15 rückte er nach und nach ins zweite Glied[15] und kam bis Ende Januar 2015 zu lediglich 14 Einsätzen in der Liga nebst drei Toren. In der UEFA Champions League kam er zu vier Einsätzen, in denen er einen Treffer erzielte.

VfL Wolfsburg (seit 2015)[Bearbeiten]

Am 2. Februar 2015 wechselte Schürrle kurz vor Ende des Wintertransferfensters zum VfL Wolfsburg[16] und unterschrieb dort einen bis 2019 gültigen Vertrag.[17] Mit der Mannschaft gewann er im Finale gegen Borussia Dortmund am 30. Mai den DFB-Pokal und damit seinen ersten Vereinstitel. In seiner Abwesenheit errang der FC Chelsea außerdem die Meisterschaft in England, wofür auch Schürrle mit einer Medaille ausgezeichnet und von Trainer José Mourinho zur Meisterfeier am 25. Mai eingeladen wurde;[18] er musste jedoch wegen der Teilnahme am Pokalfinale absagen.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

André Schürrle (links) im WM-Finale 2014

Sein erstes Länderspiel für die U-21-Nationalmannschaft absolvierte Schürrle am 13. November 2009 gegen die Auswahl Nordirlands.[19] In dem Spiel, das 1:1 endete, wurde er in der 86. Minute für Sidney Sam eingewechselt. Im folgenden Spiel gegen die Auswahl San Marinos stand er in der Startelf und erzielte beim 11:0-Sieg in San Marino mit dem Treffer zum 5:0 in der 45. Minute sein erstes Länderspieltor.[20]

Am 10. November 2010 wurde er zusammen mit seinem damaligen Mainzer Teamkollegen Lewis Holtby erstmals für den Kader des A-Länderspiels am 17. November gegen Schweden nominiert und wurde in der 77. Minute für Holtby eingewechselt.[21] Am 29. Mai 2011 erzielte Schürrle im Freundschaftsspiel gegen Uruguay sein erstes Tor für die Nationalmannschaft.[22] In seinem fünften Länderspiel am 7. Juni 2011, dem EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan, erzielte er mit dem 3:1 seinen zweiten Treffer und ersten Pflichtspieltreffer für die Nationalmannschaft.[22] Anfang September 2011 qualifizierte sich Deutschland mit dem 6:2-Sieg in Gelsenkirchen gegen Österreich – Schürrle traf hier zum 5:2 – als erste Mannschaft für die EM-Endrunde. Im Mai 2012 wurde er für den vorläufigen Kader der deutschen Mannschaft für das Turnier nominiert[23] und stand auch im endgültigen Kader. Schürrle kam beim Turnier im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark als Einwechselspieler zum Einsatz, im Viertelfinalspiel gegen Griechenland stand er in der Anfangself. Beim 5:3-Auswärtssieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden Mitte Oktober 2013 erzielte er innerhalb von 19 Minuten drei Tore.[24] Das letzte der drei Tore zum 5:3-Endstand wurde von den Zuschauern der Sportschau zum Tor des Monats Oktober gewählt.[25]

Schürrle wurde von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader der Weltmeisterschaft 2014 berufen.[26][27] Im Achtelfinal-Spiel gegen Algerien erzielte er, nachdem er zur Halbzeit eingewechselt worden war, in der Verlängerung das 1:0, das zum Tor des Monats Juni gewählt wurde. Deutschland siegte am Ende mit 2:1. Im Halbfinale gegen Brasilien, in dem er in der 58. Minute eingewechselt wurde, erzielte er zwei Tore. Mit seinen drei Joker-Toren löste er Rudi Völler, der bei der WM 1986 zwei Tore nach Einwechslungen erzielt hatte, als erfolgreichsten Einwechselspieler ab. Im WM-Finale 2014 lieferte er die Torvorlage zum 1:0-Siegtreffer durch Mario Götze und hatte somit Anteil am ersten Titel der deutschen Nationalmannschaft seit 18 Jahren und dem ersten Weltmeisterschaftstitel seit 1990.

Schürrle erzielte in zwei Länderspielen jeweils einen Hattrick: am 15. Oktober 2013 im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden[28] und im EM-Qualifikationsspiel am 13. Juni 2015 gegen Gibraltar.[29]

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft

Verein

Auszeichnungen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: André Schürrle – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Kaderlisten der Fußball-WM 2014. FIFA. 10. Juni 2014. Abgerufen am 12. Juni 2014.
  2. Inside 11: Warum Wolfsburg für Schürrle kein Rückschritt ist, 4. Februar 2015
  3. Zeit Online: Ganz da oben, 29. August 2013
  4. Grützner, Jens: Neuer Vertrag nach Gala-Auftritt. In: Allgemeine Zeitung, 21. September 2009 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  5. André Schürrle. In: Internationales Sportarchiv 47/2010 vom 23. November 2010 (abgerufen via Munzinger Online)
  6. Schulabbruch bedenklich. In: Wiesbadener Kurier, 29. Januar 2011, Sport (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  7. Seine Story, www.andre-schuerrle.de
  8. André Schürrle: Vom Bruchweg-Boy zum WM-Leistungsträger aus der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz aufgerufen am 3. Juli 2014.
  9. Spieldaten auf kicker.de, abgerufen am 6. Mai 2015
  10. André Schürrle wechselt Sommer 2011 zu Bayer 04 Leverkusen (Deutsch) FSV Mainz. 16. September 2010. Abgerufen am 16. September 2010.
  11. Mainzer Schürrle 2011 nach Leverkusen vom 16. September 2010 auf spox.com
  12. SCHURRLE SIGNING COMPLETED (Englisch) FC Chelsea. 25. Juni 2013. Archiviert vom Original am 29. Juni 2013. Abgerufen am 25. Juni 2013.
  13. UEFA: Schürrle-Hattrick für Chelsea. In: de.uefa.com. UEFA, 1. März 2014, abgerufen am 13. Juni 2015.
  14. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Ba macht das Comeback perfekt. In: kicker online. 8. April 2014, abgerufen am 4. Januar 2016.
  15. a b jch: Poker beendet: Schürrle unterschreibt bis 2019. In: kicker online. Olympia Verlag GmbH, 2. Februar 2015, abgerufen am 4. Januar 2016.
  16. Chelsea FC (Hrsg.): Schurrle departs. In: FC Chelsea (Internetseite des englischen Topklubs). 2. Januar 2015, abgerufen am 3. Februar 2016.
  17. Meldung auf dem Presseportal des VfL Wolfsburg, abgerufen am 2. Februar 2015
  18. Jose Mourinho lädt Andre Schürrle zu Meisterfeier des FC Chelsea ein, 14. Mai 2015, abgerufen am 23. November 2015
  19. Nordirland - Deutschland 1:1 (Deutsch) Kicker. 13. November 2009. Abgerufen am 16. September 2010.
  20. San Marino - Deutschland 0:11 (Deutsch) Kicker. 17. November 2009. Abgerufen am 16. September 2010.
  21. Löw nominiert BVB-Quartett, kicker.de
  22. a b Football PLAYER: André Schürrle auf EU-Football.info (abgerufen am 2. März 2014)
  23. kicker online (Hrsg.): Löw zaubert Draxler aus dem Hut. 7. Mai 2012, abgerufen am 2. Dezember 2012.
  24. ntv (Hrsg.): DFB-Team gewinnt verrückt in Schweden. 15. Oktober 2013, abgerufen am 16. Oktober 2013.
  25. sportschau.de: S„chürrle siegt“
  26. Löw nominiert 30 Spieler für erweiterten WM-Kader (Memento vom 9. Mai 2014 im Internet Archive) dfb.de, abgerufen am 8. Mai 2014
  27. Olympia Verlag GmbH: Löw streicht Schmelzer, Volland und Mustafi. In: kicker online. 2. Juni 2014, abgerufen am 11. Juni 2014.
  28. Spieldaten auf fussballdaten.de
  29. Spieldaten auf fussballdaten.de
  30. sport1.de: Andre Schürrle ist englischer Meister mit dem FC Chelsea. In: sport1.de. 4. Mai 2015. Archiviert vom Original am 4. Mai 2015. Abgerufen am 4. Mai 2015.
  31. http://www.fussballbotschafter.de/botschafter-2014/