André the Giant

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André the Giant FrankreichFrankreich
André the Giant in the late '80s.jpg
André in den späten 1980er Jahren
Daten
Geburtsname André René Roussimoff
Geburt 19. Mai 1946
Coulommiers, Frankreich
Tod 27. Januar 1993
Paris, Frankreich
Ringname(n) André Roussimoff
Jean Ferré
Géant Ferré
Monster Roussimoff
André the Giant
Giant Machine
Namenszusätze „The 8th Wonder of the World“
„The Gentle Giant“
Körpergröße 213 cm[1]
Kampfgewicht 140–250 kg
Angekündigt aus Grenoble, Frankreich
Elsaß-Lothringen (als Jean Ferré)
Japan (als Giant Machine)
Trainiert von Michel Saulnier
Debüt 1965
Ruhestand 1992

André René Roussimoff (* 19. Mai 1946 in Coulommiers, Frankreich; † 27. Januar 1993 in Paris), besser bekannt als André the Giant, war ein französischer Wrestler und Schauspieler. Roussimoff litt an den Wachstumskrankheiten Riesenwuchs und Akromegalie, die ihn sehr groß werden ließen und eine sehr massige Konstitution bedingten. Aufgrund dieses hünenhaften Erscheinungsbildes wurde er auch „Das achte Weltwunder“ genannt und war in den 1970er und beginnenden 1980er Jahren der erfolgreichste Star des Wrestlinggeschäfts. Dieselbe Krankheit bedingte allerdings auch Roussimoffs relativ frühes Ableben. Er wurde 1993 posthum als das erste Mitglied in die WWE Hall of Fame eingeführt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roussimoff wurde als Sohn des bulgarischen Einwanderers Boris Roussimoff Stoeff und dessen Frau, der Polin Marianne, geb. Marasjeck, in Coulommiers, Frankreich, geboren. Während seine Eltern und vier Geschwister von normaler Körpergröße waren, litt er an Riesenwuchs und später Akromegalie.

Aufgewachsen in dem kleinen Ort Molien in der Gemeinde Ussy-sur-Marne, musste er bereits früh auf dem elterlichen Bauernhof arbeiten. Er beendete nach dem achten Schuljahr die Schule und verließ mit 14 den Hof, um eine Tischler-Lehre zu machen. Diese schloss er jedoch nicht ab, kehrte auf den elterlichen Hof zurück und arbeitete danach in einer Fabrik, die Motoren für Heuverarbeitungsmaschinen herstellte. Laut Aussage seines Bruders setzte zu diesem Zeitpunkt sein enormes Wachstum ein und er erreichte mit 15 eine Körpergröße von ca. 2,00 m.

Roussimoff war nie verheiratet. Er hat eine Tochter (* 1979).

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965 traf Andre bei der Arbeit auf Robert Lageat, einen ehemaligen Boxer, der danach als Berufsringer auftrat. Er sah Potenzial in dem jungen Riesen und bot an, ihn in Paris zu trainieren. Sein Leben und Training dort finanzierte er unter anderem als Möbelpacker und Türsteher. Sein erstes offizielles Match hatte der mittlerweile 2,10 m große und etwa 140 kg schwere Roussimoff als Jean Ferre´ am 25. Januar 1966 in Rouen gegen den erfahrenen Ted Lamar. Die nächsten beiden Jahre trat Roussimoff in Frankreich auf und erhielt 1968 schließlich den französischen Schwergewichts-Titel vom Belgier Franz van Buyten.

1969 tourte Roussimoff durch Europa, wobei er vor allem in Großbritannien prominent präsentiert wurde. Hier erfuhr er auch seine erste Einzel-„Niederlage“ gegen Kendo Nagasaki.

1970 trat er als Monster Roussimoff zum ersten Mal in Japan auf und erhielt den IWA-World-Tag-Team-Titel.[2] Das japanische Publikum nahm die Attraktion des Riesen sehr gut an, war Roussimoff gar noch größer, als sein japanisches Pendant Giant Baba.

1971 konnte Roussimoff durch Fürsprache von Adnan Al-Kaissie, ein Match mit diesem im Irak bestreiten, bei welchem der spätere Präsident Saddam Hussein zugegen war.

Durch den seit 1966 bestehenden Kontakt mit den Wrestlern Frank Valois und Edouard Carpentier kam Roussimoff schließlich nach Montreal, Kanada, wo letzterer ihn als Mentor unterstützte. Die Brüder Paul und Maurice Vachon übernahmen die Promotion des Riesen. Als Herkunftsort für Roussimoff wurde Grenoble ausgewählt, da die Stadt durch die zuvor stattgefundenen Olympischen Winterspiele noch bekannt war und als Hauptstadt der französischen Alpen galt, dem höchsten Gebirge Europas. Durch seine beeindruckende Körpergröße von nun etwa 2,13 m und einem Gewicht von über 170 kg wurde er zu einer absoluten Publikumsattraktion. Jedoch pries man seine Körpergröße als 2,23 m an, damit er den damals körperlich größten, erfolgreichen Profisportler Kareem Abdul-Jabbar werbetechnisch übertraf. Typisch für Roussimoff wurden Handicap-Matches gegen 2 oder 3 Gegner gleichzeitig oder gegen andere körperlich relativ große Wrestler, wie zum Beispiel Killer Kowalski oder Don Leo Jonathan.

Weitere Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1973–1983[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

André the Giant (1973)

Um seine weitere Karriere in die richtigen Wege zu leiten, vermittelte Frank Valois ihm ein Treffen mit Vince McMahon Sr., dem damaligen Präsidenten der WWWF (heute WWE), und 1973 hatte er sein erstes Match in dieser Organisation als André the Giant. Sein Wrestling-Stil wurde verändert und er wurde nun noch betonter als Riese dargestellt. Ab diesem Zeitpunkt ging die Karriere des Franzosen steil bergauf. Da Roussimoff McMahon viel Geld einbrachte und sich die Attraktion des Riesen nicht abnutzen sollte, verlieh er ihn für Gastauftritte an andere Organisationen, wie die National Wrestling Alliance, die American Wrestling Association und nach Japan. Ab 1974 wurde ihm hinter den Kulissen der Veteran Arnold Skaaland als Aufpasser zur Seite gestellt, da Roussimoffs Alkoholkonsum bereits zunahm.

1975 hatte Roussimoff seinen ersten Auftritt in einer Fernsehserie, als er Bigfoot in Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann neben Lee Majors spielte. Er erschien ebenfalls in der Tonight Show und hatte 1976 einen Show-Boxkampf gegen den immerhin 1,97 m großen Profiboxer Chuck Wepner.

1981 stellte Roussimoff Frenchy Bernard als Manager ein. Zu diesem Zeitpunkt wog er bereits knapp 230 kg und bekam starke Rückenprobleme. Im gleichen Jahr erschien ein Artikel über ihn in der Sports Illustrated. Ein Knöchelbruch, welcher aus seinem hohen Körpergewicht resultierte, wurde als Storyline für eine Fehde gegen Killer Khan genutzt. Außerdem fehdete Roussimoff zu dieser Zeit mit Wrestlern wie Abdullah the Butcher, The Sheik, „Big Cat“ Ernie Ladd, Stan Hansen sowie dem jungen Hulk Hogan.

1983–1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1983 setzte man Roussimoff mit Big John Studd einen Mann vor, der seiner eigenen Statur nahekam. Man schrieb daraus eine Storyline für eine lange Fehde, wer denn der „wahre Gigant“ des Wrestling sei. Ihren Höhepunkt fand diese Fehde bei Wrestlemania 1 im Jahr 1985, die Roussimoff mit einem Sieg abschloss.

Nachdem er 1986 mit Hogan gegen King Kong Bundy und Studd fehdete und bei Wrestlemania 2 schließlich eine Battle Royal gewinnen durfte, musste er sich einer Rückenoperation unterziehen und wurde, zur Erklärung seiner Abwesenheit, offiziell suspendiert. Er kehrte danach zunächst unter einer Maske zurück und trat zusammen mit Bill Eadie und Blackjack Mulligan als The Machines gegen Bobby Heenans Gruppierung Heenan Family auf.

André mit Hillbilly Jim gegen King Kong Bundy mit Big John Studd

1987 kam eine große Wende in Roussimoffs Karriere und er wurde, zumindest in den Vereinigten Staaten, zum ersten Mal als Bösewicht (Heel) dargestellt. Man stellte ihm eben jenen Heenan als Manager zur Seite und ließ ihn ein Titelmatch gegen seinen ehemaligen Freund Hulk Hogan fordern. Das Match fand bei Wrestlemania 3 im Pontiac Silverdome in Michigan vor angeblich über 90.000 Zuschauern statt. Auch wenn die Zahl der Zuschauer seitens der WWE übertrieben wurde, war es doch die größte Zuschauerzahl bei einem Wrestling-Ereignis. Roussimoff sollte verlieren, was allgemein als Fackelübergabe zwischen ihm und Hogan an der Spitze des Wrestlinggeschäfts gesehen wird.

1988–1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roussimoff durfte jedoch die folgende Survivor Series mit seinem Team gegen Hogan gewinnen und im Februar 1988 in einer inszenierten, umstrittenen Entscheidung (Ted DiBiase vertauschte die Zwillingsbrüder Earl und Dave Hebner als Ringrichter) zum ersten Mal den WWF-World-Heavyweight-Champion-Titel erhalten. Roussimoff „verkaufte“ den Titel laut Storyline jedoch direkt an DiBiase, und so wurde der Titel für vakant erklärt.[3] Hintergrund war, dass mit ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als langfristigem Titelträger geplant werden konnte. Roussimoffs letzter Auftritt in einem Hauptmatch der WWF fand bei der Großveranstaltung Summerslam 1988 statt, wo er zusammen mit DiBiase als Mega Bucks gegen Hogan und Randy Savage auftrat. Roussimoff kam zu dieser Zeit auf 250 kg Körpergewicht und hatte mittlerweile mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Er fehdete 1989 kurz mit Jake „The Snake“ Roberts und traf bei Wrestlemania 5 auf diesen und seinen alten Erzrivalen Big John Studd, der als Gastringrichter fungierte. Einzelmatches konnte Roussimoff aber danach auch nicht mehr bestreiten. Deshalb bildete man ein Team mit Haku, das sich Colossal Connection nannte. Gemanagt von Bobby Heenan durften sie den damaligen Tag-Team-Champions Demolition die Titel abnehmen,[4] verloren diese bei Wrestlemania 6 aber wieder an dieselben.[5] Nach diesem Kampf wechselte Roussimoff wieder zum Face und verfolgte nun Heenan. Er hatte einen Gastauftritt bei Wrestlemania 7 und sein letzter Auftritt bei einem Großereignis der WWF war beim Summerslam 1991, als Unterstützung der Bushwhackers. Am 4. Dezember 1992 bestritt Roussimoff sein letztes Match in Japan. Ein weiteres 6-Mann-Tag-Match fand kurz vor seinem Tod in Mexiko gegen Bad News Brown, Bam Bam Bigelow und Yokozuna statt.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Januar 1993 starb André René Roussimoff in seinem Zimmer im Hotel La Tremoille an Herzversagen. Zwölf Tage zuvor war er zur Beerdigung seines Vaters nach Paris gereist. Er musste in die USA überführt werden, da kein Krematorium groß genug war. Seine Asche wurde auf seiner Ranch verstreut. Er war im selben Jahr der Erste, der in die WWE Hall of Fame aufgenommen wurde.

André the Giant Memorial Battle Royal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hulk Hogan stellt die André the Giant Memorial Trophy vor

Bei der Raw-Ausgabe vom 10. März 2014 huldigte sein ehemaliger Rivale Hulk Hogan dem verstorbenen Roussimoff und gab bekannt, dass bei Wrestlemania 30 ihm zu Ehren eine Battle Royal stattfinden wird. Seitdem findet jedes Jahr bei Wrestlemania eine Battle Royal statt, wobei dem Sieger die André the Giant Memorial Trophy als Preis verliehen wird.

Wrestlemania-Sieger
Wrestlemania 30 Cesaro
Wrestlemania 31 Big Show
Wrestlemania 32 Baron Corbin
Wrestlemania 33 Mojo Rawley
Wrestlemania 34 Matt Hardy
Wrestlemania 35 Braun Strowman

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roussimoff übernahm den Spitznamen „Das 8. Weltwunder“ vom Film King Kong.
  • Seine Schuhe hatten US-Größe 24 (entspricht ungefähr der 61 in europäischer Schuhgröße).
  • Roussimoff züchtete Pferde und Rinder auf seiner Ranch in Ellerbe, North Carolina.
  • Er trank hinter den Kulissen Unmengen an Alkohol, manchmal sogar mehrere Flaschen Wein vor seinen Auftritten.
  • Roussimoff musste Ende der 1980er Jahre außerhalb des Ringes aufgrund von Durchblutungsproblemen und Schmerzen in Beinen und Rücken in einem Spezialrollstuhl sitzen.
  • Ihm zu Ehren wurde 1993 die WWE Hall of Fame gegründet, in die er als Erster aufgenommen wurde.
  • Roussimoff diente als Vorlage für Shepard Faireys „André the Giant has a Posse“- bzw. „Obey Giant“-Streetart-Kampagne.
  • Bei Wrestlemania 30, 31, 32, 33, 34 und 35 wurde jeweils eine „Andre the Giant Memorial Battle Royal“ bestritten.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Independent Wrestling Association
  • 1× IWA World Tag Team Championship (mit Michael Nador)
National Wrestling Alliance
  • 1× Australasian Tag Team Championship (mit Ron Miller)
  • 1× Florida Tag Team Championship (mit Dusty Rhodes)
  • 1× United States Tag Team Championship (Tri-State Version) (mit Dusty Rhodes)
World Wrestling Federation

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

World Wrestling Federation
  • WWE Hall of Fame 1993
  • Wrestlemania 2 (Battle Royal Winner)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag auf www.catchmatch.de
  2. Titelhistorie des IWA World Tag Team Titels auf www.wrestling-titles.com
  3. Andre gewinnt und verkauft den Titel an Ted DiBiase
  4. Die Colossal Connection erhält die Tag Team Titel
  5. Demolition besiegt die Colossal Connection, um die Titel zurückzuerhalten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: André the Giant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien