Andrea Pollack

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Andrea Pollack Schwimmen
Bundesarchiv Bild 183-T0703-0034, Andrea Pollack, Christiane Knacke.jpg

Andrea Pollack (Mitte) (1978)

Persönliche Informationen
Name: Andrea Pollack
Nation: Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
Schwimmstil(e): Schmetterling
Geburtstag: 8. Mai 1961
Geburtsort: Schwerin
Sterbedatum: vor 13. März 2019
Sterbeort: Berlin
Größe: 1,64 m
Medaillenspiegel

Andrea Pollack, verheiratete Andrea Pinske (* 8. Mai 1961 in Schwerin; † vor 13. März 2019[1] in Berlin), war eine deutsche Schwimmerin und dreifache Olympiasiegerin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Pollack schwamm bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal als erste Frau über 100 Meter Schmetterling (in der 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel) unter einer Minute. Neben der Goldmedaille in der Lagenstaffel gewann sie Gold über 200 Meter Schmetterling und Silber über 100 Meter Schmetterling und mit der 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel. Bei den darauf folgenden Olympischen Spielen 1980 in Moskau wurde sie noch einmal Olympiasiegerin mit der 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel und errang Silber über 100 Meter Schmetterling.

1978, bei den Schwimmweltmeisterschaften in West-Berlin gewann sie zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Über 200 Meter Schmetterling (Bronze) und den 100 Meter Schmetterling (Silber) konnte sie während der Wettkämpfe jeweils einen neuen Weltrekord aufstellen.

Im Jahr 1987 wurde sie in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen. Ihr Sohn Michael Pinske ist ein erfolgreicher Judoka.

Nach Beendigung ihrer Karriere als Leistungssportlerin arbeitete sie fast 40 Jahre als Physiotherapeutin im Olympiastützpunkt Berlin.[1] Sie starb im März 2019 im Alter von 57 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.[2]

DDR-Doping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge des DDR-Dopingprozesses und den damit im Zusammenhang stehenden Nachforschungen und Archivaufarbeitungen der Praktiken der DDR-Mediziner und Sportfunktionäre wurden unter anderem Dopingplan-Vorgaben von Andrea Pollack gefunden,[3] womit ihr damaliger, extrem muskulöser Körperbau zu erklären ist.[4] Des Weiteren wurde sie Ende Oktober 1977 bei einer internen Dopingkontrolle positiv getestet.[5] Nach der Wende gab sie zu, dass ihre Leistungen mittels leistungssteigender Substanzen, wie Steroiden, verstärkt wurden.[6] Im ersten großen Dopingprozess vor dem Landgericht Berlin gegen den Sportmediziner Bernd Pansold und fünf weitere Beschuldigte sagte sie als Zeugin aus.[7][8][9]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andrea Pollack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nachruf auf der Homepage des Olympiastützpunkts Berlin vom 13. März 2019. Abgerufen am 16. März 2019.
  2. Dreimalige deutsche Olympiasiegerin tot – mit nur 57 Jahren, tz.de, 16. März 2019
  3. Kinder – Spielbälle für Mediziner und Trainer. In: Berliner Zeitung. 8. April 1994, abgerufen am 15. März 2019.
  4. Katrin Zeug: Fünf lange Minuten. In: Berliner Zeitung. 20. Mai 2001, abgerufen am 15. März 2019.
  5. Frank Bachner: In der DDR-Dopingpraxis ist eine neue Ebene erreicht: Mit Suchtmitteln zum Weltrekord. In: Der Tagesspiegel. 8. August 1998, abgerufen am 15. März 2019.
  6. Drugs update. (englisch, wiedergegeben auf FindArticles).
    East German Doping Trials Continue. In: Swimming World. 26. Mai 1998, abgerufen am 15. März 2019 (englisch).
  7. Dreimalige Schwimm-Olympiasiegerin Andrea Pollack gestorben
  8. Eine Schwimmerin klagt an
  9. Schwimmerinnen im Zeugenstand
  10. Von der Ehrung für die Olympiamannschaft der DDR. Hohe staatliche Auszeichnungen verliehen. Vaterländischer Verdienstorden in Silber. In: Neues Deutschland. ZEFYS Zeitungsportal der Staatsbibliothek zu Berlin, 10. September 1976, S. 4, abgerufen am 10. April 2018 (kostenfreie Anmeldung erforderlich).