Andreas Freyhub

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Andreas Freyhub, auch Andreas Freihube, (* 1526 in Sprottau; † 10. August 1585 in Heidelberg[1]) war ein deutscher lutherischer Theologe. Er lehrte an der Universität Leipzig. Als Calvinist wurde er inhaftiert und des Landes verwiesen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freyhub begann 1547 ein Studium an der Universität Leipzig. Dies dauerte zwei Jahre an; 1549 ernannte ihn die Universität zum Baccalaureus artium, 1552 zum Magister der Philosophie, am 30. Januar 1557 zum Baccalaureus der Theologie, am 22. Mai 1558 zum Lizentiat und am 25. Mai schließlich zum Doktor.

Bereits 1557 wurde Freyhub als Dekan der Artistenfakultät eingesetzt, was er bis ins nächste Jahr hinein blieb. Von 1558 bis 1559 fungierte er als Rektor der Universität Leipzig, außerdem von 1562 bis 1563. 1562 war er auch Domherr in Zeitz; drei Jahre darauf stellte ihn die theologische Fakultät als ordentlichen Professor ein. Hierauf war er 1570/1571 Rektor.

Die Professur hielt Freyhub bis 1576 inne, denn in diesem Jahr wurde er inhaftiert. Kurfürst August ging zu dieser Zeit gegen den Calvinismus vor. 1574 zwang er sächsische Theologen, die Torgauer Artikel zu unterzeichnen, Freyhub tat dies. Zwei Jahre später kam es zu weiteren Verhören gegen verdächtigte Calvinisten an der Universität. Am 26. Mai wurde er inhaftiert, da er die Artikel zwar unterzeichnet, nicht aber ihnen treu geblieben ist. Es hieß, er lehrte, „Christus sei nach beiden Naturen erhöht worden, die Menschheit Christi habe nicht wirklich die Eigenschaften der Gottheit empfangen, Christi Leib sei im Himmel an einem bestimmten Ort, und sonst nirgends, vorhanden.“[2] Zwei Tage verhandelten die Verhörer mit Freyhub, sodass er schließlich seine Lehren zurückwies und am 7. Juni aus seiner Haft freikam. Als er von Torgau zurück nach Leipzig kehrte, hielt er weiter an seinen Lehren fest. Daraufhin wurde er des Landes verwiesen. Am 3. August zog er nach Zerbst, danach fand er Aufnahme in Heidelberg, wo er 1585 verstarb.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De capite quinto Epistolae ad Romanos, continente enumerationem fructuum seu effectorum iustificationem fidei (Leipzig 1565)
  • Doctrina Ecclesiae Catholicae & Orthodoxae de Deo essentia uno, et in personis trino (Leipzig 1569)
  • Oratio in funere Ioach. Camerarii (Leipzig 1574)
  • De ecclesia et vocatione ministrorum ejus

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der ADB wird angegeben, Freyhub sei am 3. August 1576 zu Zerbst gestorben. Vogel und weitere geben diesen Termin allerdings als den Tag an, an dem Freyhub sich dorthin begab.
  2. Zitat nach Heppe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Jacob Vogel: Leipzigisches Geschicht-Buch, oder, Annales, das ist: Jahr- und Tage-Bücher der weltberühmten königl. und churfürstlichen sächsischen Kauff- und Handels-Stadt Leipzig, 1714, S. 236, Online
  • Heinrich Heppe: Geschichte des deutschen Protestantismus in den Jahren 1555 - 1581: Die Geschichte des deutschen Protestantismus von 1563 - 1574 enthaltend, 1853, S. 440 f., Online
  • Clemens BrockhausFreyhub, Andreas. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 7, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 369.
  • Johann Friedrich von Schulte: Die Geschichte der Quellen und Literatur des canonischen Rechts, 1875 (Wiederveröffentlichung 2000), S. 23, Online
  • Konrad Krause: Alma mater Lipsiensis: Geschichte der Universität Leipzig von 1409 bis zur Gegenwart, 2003, S. 62, Online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]