Andreas Joseph Hofmann

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Andreas Joseph Hofmann (* 14. Juli 1752 in Zell am Main; † 6. September 1849 in Winkel (Rheingau)[1]) war ein deutscher Philosoph und Revolutionär und einer der Hauptakteure der Mainzer Republik. Als Vorsitzender des Rheinisch-deutschen Nationalkonvents rief er am 18. März 1793 die erste Republik in Deutschland aus, den Rheinisch-Deutschen Freistaat.[1] Er war ein überzeugter Befürworter der Französischen Revolution, propagierte den Rhein als natürliche deutsch-französische Grenze und war später unter dem Direktorium und dem Konsulat in der Verwaltung des Département Donnersberg tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem frühen Tod von Hofmanns Vater, einem Chirurgen, wurde er von seinem Onkel Franz Xaver Fahrmann, Professor für Moraltheologie an der Universität Würzburg, erzogen. Nach einem Jahr an einem Jesuitenseminar studierte er Jura an den Universitäten Mainz und Würzburg.[2]

Als Revolutionär in Mainz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutschhaus in Mainz, von dessen Balkon aus Hofmann die Republik ausrief

Nach einigen Jahren am Reichshofrat in Wien musste Hofmann wegen verschiedener kritischer Veröffentlichungen die Stadt verlassen. Er kehrte 1784 nach Mainz zurück, wo er während der progressiven Reformen von Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal eine Stelle an der Universität bekam. Bis 1791 lehrte er Geschichte der Philosophie; 1791 wurde ihm der Lehrstuhl für Naturrecht übertragen. Hofmann war ein liberaler und fortschrittlicher Denker. So befürwortete er beispielsweise, dass Vorlesungen und Gottesdienste auf Deutsch gehalten werden sollten. Unzufrieden mit der Langsamkeit der Reformen in Kurmainz war er von Anfang an ein Befürworter der Französischen Revolution und wurde von den kurmainzischen Behörden bespitzelt. Als die französische Armee unter General Custine Mainz am 21. Oktober 1792 einnahm, waren der Kurfürst und sein Hof bereits geflohen.

Zwei Tage später war Hofmann einer der Gründer des Mainzer Jakobinerklubs und wurde eines der aktivsten Mitglieder. Der populäre und redegewaltige Hofmann kritisierte in seinen vielen Reden sowohl das ancien regime des Kurfürsten als auch die Politik der französischen Militärregierung. Er half bei der Organisation der Wahlen zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent mit, insbesondere in ländlichen Gebieten, wurde in dieses erste demokratische deutsche Parlament gewählt und zu dessen Präsident bestimmt. Am 18. März 1793 rief Hofmann vom Balkon des Deutschhauses aus die erste Republik auf deutschem Boden aus, den Rheinisch-Deutschen Freistaat.[1]

In französischen Diensten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende der Republik in der Belagerung von Mainz konnte Hofmann die Stadt mit den abrückenden Franzosen verlassen. Er ging ins Exil nach Paris, wo er in der Societé des Refugiés Mayençais, einer Vereinigung von exilierten Mainzer Revolutionären aktiv war.[3] Nach einer kurzen Zeit in der Armee wurde er als Spion nach London geschickt, wurde dort aber von seinem früheren Studenten Klemens von Metternich, der in Mainz studiert hatte, erkannt und musste fliehen.[1] Nach seiner Rückkehr nach Paris wurde er unter dem Direktorium Leiter des bureau des étrangers. Nachdem die linksrheinischen Gebiete wieder unter französische Kontrolle gekommen waren, wurde Hofmann 1797 oberster Steuerbeamter des Departement Donnersberg und kehrte nach Mainz zurück.

Nach Napoleons endgültiger Niederlage zog sich Hofmann ins Privatleben zurück und verbrachte den Rest seines Lebens in Winkel (Rheingau), wo er im September 1849 starb.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Aristokraten-Katechismus. Ein wunderschönes Büchlein, Mainz 1792

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Schweigard, Jörg: Ein Leben für die Republik. In: Die Zeit. Nr. 22, 2002 (zeit.de [abgerufen am 17. Januar 2007]).
  2. Schweigard, Jörg: Die Liebe zur Freiheit ruft uns an den Rhein. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2005, ISBN 3-925825-89-4, S. 146–147.
  3. Schweigard, Die Liebe zur Freiheit, S. 151