Andreas Kley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Andreas Kley (* 1959 in St. Gallen) ist Schweizer Staats-, Verfassungs- und Medienrechtler, seit 2005 Professor am Lehrstuhl für öffentliches Recht, Verfassungsgeschichte sowie Staats- und Rechtsphilosophie der Universität Zürich (UZH) und seit 1998 Mitglied des Wissenschaftlichen Rats des Liechtenstein-Instituts.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind Staatsrecht, Verfassungsgeschichte und Medienrecht. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Politische Rechte in Bund und Kantonen, liechtensteinisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht, Medienrecht, Staatskirchenrecht, schweizerische Verfassungsgeschichte der Neuzeit, Geschichte der politischen Ideen und politische Philosophie.

Nach den «üblichen Schulen» (so Andreas Kley) und Matura (1979) folgte ein Sprachaufenthalt an der Universität Lyon II (1980). 1980–1984 studierte er Staatswissenschaften und Internationale Beziehungen an der Universität St. Gallen (HSG) (lic.rer.publ.). 1984–1987 war er Assistent am Schweizerischen Institut für Verwaltungskurse (heute IRP-HSG). 1988–1989 Ausserordentlicher Gerichtsschreiber am Bezirksgericht St. Gallen. 1989 promovierte er zum Dr.rer.publ. an der HSG, mit der Dissertationsschrift Grundpflichten Privater im schweizerischen Verfassungsrecht. 1990 legte er die Patentierung zum Rechtsanwalt ab. 1990–1997 war er als selbständiger Rechtsanwalt tätig. Seit 1991 hat er Lehraufträge an der HSG und hält Vorträge in gesamtschweizerischen Weiterbildungsinstitutionen. 1992 Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. 1992–1995 arbeitete er an seiner Habilitationsschrift Der richterliche Rechtsschutz gegen die öffentliche Verwaltung (Habilitation 1995).

1995 wurde er zum Privatdozenten für öffentliches Recht an der HSG zugelassen. 1997–2005 war er Professor für Staatsrecht unter besonderer Berücksichtigung der Verfassungsgeschichte am Institut für öffentliches Recht der Universität Bern. Seit 2005 ist er Professor für öffentliches Recht, Verfassungsgeschichte und Staats- und Rechtsphilosophie an der Rechtswissenschaftliche Fakultät der UZH. 2019 erhielt er die Ehrendoktorwürde (Dr. iur. h. c.) der Law School and der HSG.

Andreas Kley ist Verfasser zahlreicher Bücher und Monographien, Aufsätze (zum Staats- und Verwaltungsrecht, zum internationalen und Europäischen Menschenrechtsschutz, zur Verfassungsgeschichte und Geschichtswissenschaft, zur politischen Ideengeschichte, Rechtstheorie, Methodenlehre, Rechts- und Staatsphilosophie, zum Medien- und Fernmelderecht, zu den politischen Rechten, zum Zivil-, Religions-, Kirchen- und Staatskirchenrecht), Lexikonartikel (HLS), Zeitungsartikel (NZZ, SZG, BZ, Weltwoche, Hochparterre, Plädoyer, VSH-Bulletin, Schweizer Monat, N’Jus FS, influence, Pflegerecht), Besprechungen von Gerichtsurteilen und Rezensionen. Er ist auch Herausgeber der Commentationes Historiae Iuris Helveticae, mit Felix Hafner, Victor Monnier und Stefan G. Schmid und des Demokratie-Newsletters seines Lehrstuhls an der UZH[1].[2]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl, die ersten

  • Grundpflichten Privater im schweizerischen Verfassungsrecht, 1989 (Dissertation)
  • Kantonales Privatrecht, 1992
  • Der richterliche Rechtsschutz gegen die öffentliche Verwaltung, 1995 (Habilitationsschrift)
  • Grundriss des liechtensteinischen Verwaltungsrechts, 1998
  • Demokratische Rechte in Bund und Kantonen der schweizerischen Eidgenossenschaft, mit Ivo Hangartner, 2000

Auswahl, die häufigsten im WorldCat (Stand 2019)[3]

  • Verfassungsgeschichte der Neuzeit – Grossbritannien, die USA, Frankreich, Deutschland und die Schweiz, Stämpfli, Bern, 12 Ausgaben 2004–2013
  • Geschichte des öffentlichen Rechts der Schweiz, Dike, Zürich, 2011–2015 (7 Ausgaben)
  • Art. 6 EMRK als Rechtsschutzgarantie gegen die öffentliche Gewalt: Die aktuelle Praxis der Konventionsorgane zur Anwendung des Art. 6 EMRK in der Verwaltungsrechtspflege – Analysen und Perspektiven, 7 Ausgaben, 1993–
  • Grundpflichten Privater im schweizerischen Verfassungsrecht, 1988–1989 (12 Ausgaben)
  • Grundriss des liechtensteinischen Verwaltungsrechts, 1998 (5 Ausgaben)
  • Kantonales Privatrecht – eine systematische Darstellung der kantonalen Einführungsgesetzgebung zum Bundesprivatrecht am Beispiel des Kantons St. Gallen und weiterer Kantone, 1992 (5 Ausgaben)
  • «Das Leben als Werk» – der Staatsrechtslehrer Yvo Hangartner (1933–2013) – ein Beitrag zur Geschichte des öffentlichen Rechts der Schweiz und zur Geschichte der Universität St. Gallen, 2015 (3 Ausgaben)
  • Staatsverständnisse – ein interdisziplinärer Gedankenaustausch, Universität St. Gallen, 2017 (3 Ausgaben)
  • Gironde-Verfassungsentwurf aus der französischen Revolution vom 15./16. Februar 1793, deutschsprachige Übersetzung mit einer Einleitung und kommentierenden Anmerkungen, 2011 (3 Ausgaben)
  • Kants republikanisches Erbe Flucht und Rückkehr des freiheitlich-republikanischen Kant – eine staatsphilosophische Zeitreise, 2013 (2 Ausgaben)
  • Religionsfreiheit im Verfassungsstaat, 2011
  • Staatsschutz oder Datenschutz? Die Vereinbarkeit präventiver Datenbearbeitung zur Wahrung der inneren Sicherheit mit dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, mit Martin Sigrist, 2014
  • Grundrechtspraxis in Liechtenstein, 2012 (3 Ausgaben)
  • Staatsverständnisse, 2017
  • Hirnforschung – Chancen und Risiken für das Recht – Recht, Ethik, Naturwissenschaften, 2008
  • Der vergessene Krieg – Spuren und Traditionen zur Schweiz im Ersten Weltkrieg, 2014 (2 Ausgaben)
  • Die Korrektur von negativen Volksentscheiden – ein demokratietheoretisches Problem, 2013 (4 Ausgaben)
  • «Europas Schicksal wird letzten Endes auch unser Schicksal sein» – Der Europatag und die Europatagsreden der Schweizer Bundesräte, 2012 (3 Ausgaben)
  • Die Demokratie einer grossen Republik nach dem Gironde-Verfassungsentwurf vom 15./16. Februar 1793, 2011 (3 Ausgaben)

zu Zaccaria Giacometti

  • Von Stampa nach Zürich – Der Staatsrechtler Zaccaria Giacometti, sein Leben und Werk und seine Bergeller Künstlerfamilie, Schulthess, Zürich, 2014 (Inhaltsverzeichnis auf ius.uzh.ch)
  • (it) Bregaglia – Zurigo: Luoghi di vita e di attività del docente di diritto costituzionale Zaccaria Giacometti (1893–1970), Quaderni grigionitaliani, Bd. 82 (2013), H. 1, S. 37–64
  • Zaccaria Giacometti – Staatsrechtslehre als Kunst?, SJZ, Bd. 107 (2011), S. 429–439

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorenseiten:

zu Centro Giacometti

«Ich wollte Sie nur wissen lassen, dass ich das Projekt des Centro Giacometti gerne unterstütze, soweit es Zaccaria Giacometti anbelangt.»
Andreas Kley auf centrogiacometti.ch

zu Zaccaria Giacometti

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Demokratie-Newsletter, auf ius.uzh.ch
  2. Publikationen Prof. Dr. Andreas Kley, auf ius.uzh.ch
  3. Kley, Andreas: Overview – Works: 313 works in 517 publications in 3 languages and 1,795 library holdings; Genres: History, Biographies, Conference papers and proceedings; Roles: Author, Creator, Editor, Thesis advisor, dgs, Contributor, Author of introduction, Publishing director; Classifications: K3165, 340, WorldCat, worldcat.org