Andreas Mattner

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Andreas Mattner (* 27. Mai 1960 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Manager, Lobbyist der Immobilienwirtschaft, ehemaliger Politiker und Sportfunktionär.

Andreas Mattner

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mattner arbeitete mit 17 Jahren für die Ruhr Nachrichten und studierte nach dem Abitur 1980 Jura und Politische Wissenschaften an der Universität Münster. 1985 legte er das erste juristische Staatsexamen ab und promovierte 1987 zum Thema Sonn- und Feiertagsrecht. 1989 folgte das zweite Staatsexamen. Er arbeitete zu der Zeit bei der Münsterschen Zeitung. Von 1987 bis 1989 folgten Lehraufträge an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen mit Veröffentlichungen.

Tätigkeiten für das Familienunternehmen Otto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1993 ist er Mitglied der Geschäftsführung des Großimmobilienunternehmen ECE Projektmanagement in Hamburg, welches der Alexander Otto gehört, einem Halbbruder von Michael Otto. [1] Ebenfalls ist er tätig für das IIM Immobilien Management in Frankfurt. 2002 initiierte er als stellvertretender Vorsitzender den Verein „Lebendiger Jungfernstieg“, der das Zentrum an der Alster in Hamburg umbaute. 2006 entwickelte der Theatermacher und Lichtkünstler, Michael Batz („Hamburger Jedermann“) gemeinsam mit Andreas Mattner für die Stadt Hamburg ein Lichtkunst-Projekt, das im Sommer 2006 als Kulturereignis durchgeführt wurde: 175 Blue Goals tauchten die Hansestadt bei Dunkelheit in blaues Licht. 2012/2013 gab Mattner den Anstoß für die Illumination von 31 deutschen Brücken mit dem Projekttitel: "Künstlerische Illumination von Bahnunterführungen" durchgeführt von der Stiftung "Lebendige Stadt", das von der Standortinitiative "Land der Ideen" der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie am 25. September 2013 in Leipzig ausgezeichnet und am 13. November 2013 Bundessieger in Frankfurt wurde.

Sonstige Ämter und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007 ist Mattner im Beirat der Hamburger Volksbank, seit 2013 im Aufsichtsrat der EUREF AG inzwischen als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und seit 2017 im Aufsichtsrat inzwischen als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der börsennotierten Gesellschaft Hamborner Reit tätig. Er war zuvor seit 2008 im Aufsichtsrat bzw. Aufsichtsratsvorsitzender der DSK Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH und von 2009 im Aufsichtsrat der Hamburger Hochbahn AG bis 2013, von 2010 bei Bilfinger Berger Hochbau bis 2016. Von 2015 bis 2017 war[2] er zudem Aufsichtsratsvorsitzender der BIG Bau-Investitionsgesellschaft, Kronshagen.

Seit 2000 ist er Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“, die personell eng mit ECE Projektmanagement verflochten ist, und von 2005 bis 2016[3] Präsident und Vorstandsvorsitzender der Hamburg Freezers (Eishockeybundesliga). Größer Erfolg seiner Amtszeit ist der Aufbau einer eigenen Jugendarbeit und die Verpflichtung eines Torwarts aus der Jugend für die Profimannschaft. Im Juni 2016 gab der Anteilseigner der Freezers, die AEG, die Aktivität in Hamburg auf. Seit 2008 gehört Mattner dem Kuratorium der Alexander Otto Sportstiftung an.

Seit 2009 ist er Präsident des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA), wurde dort dreifach im Amt bestätigt[4] und seit 2009 Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und stieg 2016 ins höchste Gremium des BDI, dem Präsidium auf.[5] Im März 2013 berief ihn Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) in die Reformkommission „Bau von Großprojekten“. Im Juli 2013 übernahm Mattner im Beisein von Bundesminister Peter Ramsauer und SPD-Fraktionsvize Florian Pronold (SPD) für ein Jahr den Vorsitz der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft (BID), deren Gründung er maßgeblich betrieben hatte.

Seit 2016 fungiert Mattner als „Representative for Germany“ der Non-Profit-Organisation R20 Regions of Climate Action, 2010 gegründet von Arnold Schwarzenegger. Mit Wirkung vom Juni 2017 zog Mattner zudem als Board Director in die sechsköpfige Weltspitze der R20 Foundation, die Investitionen in Grün- und Infrastrukturprojekte begleitet. Im Zusammenschluss mit der Leonardo DiCaprio Stiftung sollen weltweit 100 Großprojekte im Bereich Abfallverwertung, Erneuerbare Energien und Energieeffizienzprojekte mit einem Potenzial von 2,5 Milliarden US-Dollar initiiert werden. Zahlreiche solcher Vorhaben sind bereits von R20 umgesetzt.

im Herbst 2017 vermittelte Mattner einen Vertrag zwischen R20, der Stadt Hamburg und dem "Cluster Erneuerbare Energien Hamburg" zur Förderung der Windenergie in Norddeutschland und zur Anwendung deutscher Windtechnologien weltweit. Das Dokument wurde auf der Weltklimakonferenz in Bonn im November 2017 im Beisein von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks durch R20 Gründer Gouverneur a. D. Arnold Schwarzenegger besiegelt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 wurde Mattner persönlicher Referent von Jürgen Echternach (CDU), dem parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.[6] Er war von 1991 bis 1997 und erneut von 2001 bis 2008 CDU-Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Zwischenzeitlich war er Vorsitzender der CDU-Fraktion der Deputation der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung. In seiner ersten Periode in der Bürgerschaft war er Fachsprecher der CDU-Fraktion für das Bauwesen, 1991/92 Vorsitzender des parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Klärung von politischen Verantwortlichkeiten und Untersuchungen der Geschäftstätigkeit städtischer Unternehmen im Zusammenhang mit der Verwaltung und Vermietung von Wohnungen im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg oder städtischen Unternehmen (PUA SAGA)“ [7] und später als wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion sowie im Sportausschuß tätig. Zur Bürgerschaftswahl im Februar 2008 hat sich Andreas Mattner nicht zur Wiederwahl gestellt. Sein Engagement lag dann verstärkt in der Bundespolitik und im Wirtschaftsrat der CDU. Von 2001 war er Mitglied des Landesvorstandes des Wirtschaftsrats der CDU und seit 2006 Mitglied des Bundesvorstandes sowie des Bundespräsidiums des Wirtschaftsrats. Im Juni 2009 wurde er zum Schatzmeister des Wirtschaftsrats gewählt, ein Amt, das er bis Juni 2013 ausübte, um sich dann stärker auf die Funktion als wiedergewählter Präsident der deutschen Immobilienwirtschaft zu konzentrieren.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Mai 2010 verlieh ihm der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg in Anerkennung seiner Verdienste um das Gemeinwohl die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber. Auf der führenden deutschen Immobilienmesse Expo Real in München wurde Mattner im September 2011 zum „Immobilienkopf 2011“ ausgezeichnet.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mattner ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Hamburg.[8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sonn- und Feiertagsrecht. Diss. 1987. Heymann, Köln 1988, ISBN 3-452-21097-9
  • Andreas Mattner u. a.: Rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten zur Finanzierung von Maßnahmen zur beruflichen Qualifikation sozialhilfebeziehender Arbeitsloser. In: Zeitschrift für Sozialhilfe (ZfsH/SGB) 1988.
  • Sonntagsruhe im Spiegel des Grundgesetzes und der Feiertagsgesetze der Länder. In: NJW 1988, S. 2207–2213.
  • Ayke-Michael Hillmann, Andreas Mattner: Die Errichtung von Gesamtschulen am Beispiel von NRW. In: Recht der Jugend und des Bildungswesens (RdJB), 36 (1988) 3, S. 284–300.
  • Andreas Mattner, Thomas Hoeren: Sonn- und Feiertagsgesetze, Ladenschluss, Beschäftigungsverbot, Arbeitsverbot, Autowaschanlage. In: Der Städtetag 1988, S. 623–624.
  • Sonntagsarbeit und Freizeitgesellschaft – Grund- und feiertagsgesetzliche Perspektiven. In: Sonntags nie?. Die Zukunft des Wochenendes. Hrsg. von Karl Wilhelm Dahm u. a. Frankfurt a. M. [u. a.]: Campus-Verl., 1989, S. 85–111.
  • Sonn- und Feiertagsrecht. Zweite Auflage, Köln 1991.
  • ECE-Projektmanagement (Hrsg.): Faktor Einzelhandel in Deutschland. Festschrift für Werner Otto zum 90. Geburtstag. Redaktion Andreas Mattner, Frankfurt (Main) 1999.
  • Die menschliche Marktwirtschaft. Unternehmer übernehmen Verantwortung. Festschrift zum 95. Geburtstag von Prof. Dr. h. c. Werner Otto. Andreas Mattner. Frankfurt am Main : Societäts-Verl., 2004. Schriftenreihe Lebendige Stadt ; 3.
  • Ein Leben für den Sport. Festschrift zum 50. Geburtstag von Alexander Otto, Redaktion und Beiträge. Frankfurt am Main: Societäts-Verl., 2017. Schriftenreihe Lebendige Stadt 10

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konzernabschluss der Kommanditgesellschaft CURA Vermögensverwaltung G.m.b.H. & Co., siehe www.bundesanzeiger.de.
  2. Management-Board - ECE. Abgerufen am 21. Juli 2017.
  3. Auflösung der Freezers beschlossen. In: Welt Online. 24. Juni 2016 (welt.de [abgerufen am 24. Juni 2016]).
  4. Andreas Mattner bleibt das Sprachrohr des ZIA. Abgerufen am 25. Juni 2018.
  5. Andreas Mattner steigt ins BDI-Präsidium auf. In: m.immobilien-zeitung.de. Abgerufen am 28. November 2016.
  6. [http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/1999/42/html/index.html#_edn263 Die Reform einer Gro�stadtpartei.] Abgerufen am 25. Juni 2018.
  7. Parlamentarische Untersuchungsausschüsse seit 1946, hamburgische-buergerschaft.de (Parlamentsdokumentation)
  8. mac: Bauen wie geschmiert: CDU-Mattner unter Filzverdacht. In: Die Tageszeitung: taz. 20. September 2004, ISSN 0931-9085, S. 21 (taz.de [abgerufen am 25. Juni 2018]).