Andreas Reimann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Andreas Reimann (* 11. November 1946 in Leipzig) ist ein deutscher Lyriker und Grafiker.

Andreas Reimann

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reimann wurde als Sohn eines Grafiker-Ehepaares und Enkel von Hans Reimann geboren. Nach der Flucht des Vaters 1953 nach West-Berlin und dem Suizid der Mutter 1954 kam er in ein Kinderheim. 1955 Tod des Vaters unter bislang ungeklärten Umständen in West-Berlin. Von 1956 an lebte er bei seiner Großmutter in Leipzig.

Von 1963 bis 1965 absolvierte Reimann eine Schriftsetzerlehre und begann 1965 ein Literaturstudium am Institut für Literatur »Johannes R. Becher« in Leipzig. Anfang 1966 wurde er wegen ablehnender Haltung gegenüber der Kulturpolitik der SED exmatrikuliert. Im gleichen Jahr wurde er zum Wehrdienst in der NVA eingezogen und nach einem Suizidversuch entlassen. Danach war er freier Schriftsteller und Verlagslektor.

Im Sommer 1968 war er Teilnehmer der Stauseelesung von Leipzig. Am 1. Oktober 1968 wurde er in Zusammenhang mit seinem Protest gegen die Zerschlagung des "Prager Frühlings" verhaftet und wegen "staatsgefährdender Hetze" zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung am 1. Oktober 1970 arbeitete er als Transportarbeiter, Brauereihilfsarbeiter und Lohnbuchhalter. In den 1970er Jahren erschienen zwei Gedichtbände von ihm, danach konnte er bis zur Wende 1989 nicht mehr veröffentlichen.

Seit 1973 arbeitete Reimann mit Chansoninterpreten (u.a. Stephan Krawczyk, Detlef Hörold, Hubertus Schmidt), der Rockgruppe Lift und verschiedenen Komponisten zusammen und gehört zur Leipziger Liederszene und war Teilnehmer der DDR-offenen Chansontage im Kloster Michaelsstein.

2015 wurde Andreas Reimann in das PEN-Zentrum Deutschland gewählt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Ingeborg Meyer-Rey: Kleine Tiere essen gern, Kinderbuch, Berlin 1973
  • Die Weisheit des Fleischs, Gedichte mit Illustrationen des Autors, Halle 1976
  • Das ganze halbe Leben, Gedichte, Halle 1979
  • Leipziger Allerlei – allerlei Leipzig, Geschichten (mit Ulla Heise), Leipzig 1993 ISBN 3-931801-44-6
  • Sonnen im Holz, Gedichte, Burg Giebichenstein 1994
  • Das Sonettarium, Gedichte mit Zeichnungen von Frank Ruddigkeit, Leipzig 1995, ISBN 3-928833-32-4
  • Tatort Stadt, Gedichte mit Holzschnitten von Thomas M. Müller, Leipzig 1996
  • Vom haltbaren Jonas, Lieder und Balladen mit Illustrationen des Autors, Leipzig 1999
  • Beschreiben und Bezeichnen. Aus der Chronik einer Leipziger Künstlerfamilie, Leipzig 1999
  • Die männlichen Zeitalter, Gedichte mit Illustrationen des Autors, Tübingen 2001, ISBN 3-88769-172-5
  • Der Olivenspiegel, Gedichte mit Illustrationen des Autors, Dresden 2003, ISBN 3-931684-89-X.
  • Nicht Jeder Abschied Macht Klein (Neuen Deutschen Volkes Lieder Von Andreas Reimann & Walter Thomas Heyn), Audio-CD*
  • Zwischen den Untergängen - Gesammelte Gedichte, Leipzig 2004, ISBN 3-936618-47-X
  • Will an deinen Leib mich fügen – Liebesgedichte, Leipzig 2005, ISBN 3-928833-36-7
  • ... und Rotwein rauscht an meiner Seele Süden - Italien-Sonette mit Zeichnungen von Rainer Ilg, Oschersleben 2006, ISBN 3-938380-34-9
  • Neue Gedichte, mit Grafiken von Akos Novaky, Peter Sylvester und Baldwin Zettl, Leipzig 2006
  • Der trojanische Pegasus – 150 ausgewählte Gedichte 1957-2006, Halle 2006. ISBN 978-3-89812-411-9
  • Bewohnbare Stadt – Leipzig-Gedichte mit Zeichnungen von Rainer Ilg, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937799-38-4
  • in: Dichtung des 20. Jahrhunderts: Meine 24 sächsischen Dichter, Hrsg. Gerhard Pötzsch, 2 CDs, Militzke Verlag Leipzig 2009, ISBN 978-3-86189-935-8
  • Gräber und drüber, Gedichte, Leipzig 2010 - ISBN 978-3-937799-46-9
  • Die Weisheit des Fleischs, Gedichte. Band 2 der Werkausgabe. Leipzig 2011, ISBN 978-3-937799-61-2
  • grüner winter, Gedichte. Edition Loschwitz, Dresden 2015, ISBN 978-3-9816210-4-4
  • Versammelte Chansons und Lieder (mit Jens-Uwe Günther), Weimar/Oschersleben 2016, ISBN 978-3-86289-123-8
  • Poeten-Museum. Weimar-Gedichte mit Zeichnungen von Rainer Ilg, Bucha bei Jena 2016, ISBN 978-3-943768-73-2
  • Kontradiktionen, Gedichte 1964-66; Essay und Diskussion "Die neuen Leiden der jungen Lyrik", Band 1 der Werkausgabe, Leipzig 2016, ISBN 978-3-937799-77-3
  • Das ganze halbe leben, Gedichte 1973-76; "Die ersten fünfzig Lieder aus der Sammlung Hubertus Schmidt", 1971-76, Band 3 der Werkausgabe, Leipzig 2017, ISBN 978-3-937799-78-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]