Andreas Vojta

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Andreas Vojta Leichtathletik

GuentherZ 2012-05-25 0229 Wien01 Stephansdom Erster Steffel-Turmlauf Andreas Vojta.jpg
Andreas Vojta beim 1. Steffl-Turmlauf in Wien

Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 9. Juni1989 (28 Jahre)
Geburtsort Österreich
Karriere
Bestleistung 1:06:10 h (Halbmarathon)
Verein team2012.at
Trainer Wilhelm Lilge
Status aktiv
letzte Änderung: 8 Dezember 2017

Andreas Vojta (* 9. Juni 1989) ist ein österreichischer Mittelstreckenläufer aus Gerasdorf bei Wien. Der Österreichische Leichtathlet des Jahres 2010 und Elfte bei den Europameisterschaften von Barcelona feierte seine bisher größten Erfolge über 1500 Meter.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Vojta begann seine Laufkarriere beim LCC Wien. Dort wurde er zunächst von Renata Sitek trainiert und stieg dann in die Trainingsgruppe des sportlichen Leiters Wilhelm Lilge auf. Diesem folgt Vojta, nach dessen Trennung vom LCC Wien, zu seinem neuen Verein team2012.at.[1]

2009 erzielte Vojta seinen ersten Staatsmeistertitel in der allgemeinen Klasse. Die 1500 Meter wurden in den nächsten Jahren zu seiner Spezialdisziplin.

Im Jahr 2010 etablierte sich Vojta an der nationalen Spitze im Mittelstreckenlauf. Am 3. Juli 2010 stellte er beim Memorial Leon Buyle in Oordegem (Belgien) seine damalige Bestzeit über 1500 Meter auf und erfüllte in 3:40,79 min die Limite für die Europameisterschaften in Barcelona.[2] Dort erreichte Vojta das Finale, in dem er den 11. Platz belegte.[3][4] Vojta wurde zum Österreichischen Leichtathleten des Jahres 2010 gewählt und erhielt den "Goldenen Emil".[5]

Andreas Vojta neben Haile Gebrselassie beim Vienna City Marathon 2011
Vojta mit dem Leichtathletik-Team und Bundespräsident Heinz Fischer vor den Olympischen Spielen 2012

In der Hallensaison 2011 scheiterte Vojta zunächst beim Indoor Classic Vienna knapp an der Norm von 3:43,50 min für die Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften 2011 in Paris.[6] Beim darauffolgenden Sparkassen Cup in Stuttgart erfüllte er jedoch die Limite mit 3:41,85 min.[7] Bei den Halleneuropameisterschaften schied Vojta im Vorlauf aus und belegte insgesamt den 21. Platz.

Am 2. Juli gelang Vojta ein weiterer großer Fortschritt in seiner Karriere: Der Gerasdorfer lief beim Meeting in Uden (Niederlande) mit 3:37,82 min eine neue persönliche Bestzeit und unterbot dabei das Limit für die Olympischen Spiele 2012 in London. Gleichzeitig qualifizierte er sich mit dieser Zeit auch für die Weltmeisterschaften 2011 in Daegu.[8] Zwei Wochen später verpasste er bei den U23-Europameisterschaften in Ostrava nur hauchdünn eine Medaille. Im Finallauf am 17. Juli 2011 belegte er nach einem taktischen Rennen mit extrem schneller Schlussrunde, nur 33 Hundertstelsekunden hinter Sieger Florian Carvalho (FRA), Platz vier. [9]

Olympische Sommerspiele 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 konzentrierte sich Vojta ganz auf die Olympischen Spiele in London. Beim Indoor Classic Vienna am 31. Januar verbessert er seine Indoor-Bestleistung um 2,86 Sekunden auf 3:38,99 min und setzt sich damit zu diesem Zeitpunkt an die Spitze der Europarangliste und auf Platz 3 der Weltjahresbestenliste.[10] Bei den Europameisterschaften in Helsinki lief Vojta im Semifinale die schnellste Zeit aller Teilnehmer, im Finale musste er sich aber aufgrund eines Sturzes 200 Meter vor dem Ziel mit Platz 10 begnügen. [11] Bei den Olympischen Spielen in London konnte er sich seinen Traum vom Semifinaleinzug nicht erfüllen. Für ihn war im Vorlauf Endstation.[12]
Allerdings sorgte Vojta in anderer Hinsicht für positive Schlagzeilen: Er trug wesentlich dazu bei, dass der Marokkaner Amine Laalou des Dopings überführt wurde und bei den Olympischen Spielen nicht antreten durfte.[13] Nach London glänzte Vojta noch über die 1000 Meter: Binnen weniger Tage verbesserte er zwei Mal seine Bestmarke und blieb beim Gugl-Meeting mit einer Zeit von 2:18,34 min nur 14 Hundertstelsekunden über dem 30 Jahre alten ÖLV-Rekord von Robert Nemeth.[14]

Am 21. Februar 2013 startete Vojta bei der top-besetzten XL-Gala in Stockholm und verbesserte dort den österreichischen Hallenrekord über 1000 Meter um ca. 3 Sekunden. Bei den Halleneuropameisterschaften im schwedischen Göteborg erreichte Vojta nach einem Sturz im Vorlauf nur den 14. Platz. Im Sommer war für ihn bei den Freiluft-Weltmeisterschaften in Moskau im Vorlauf ebenso Endstation, wie 2014 bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot.[15] und auch bei den Europameisterschaften 2014, wo er zudem wegen Behinderung eines Kontrahenten disqualifiziert wurde.[16]

2017 wurde er Staatsmeister über 1500 m und 5000 0m.

Andreas Vojta ist Sohn des Gerasdorfer Bürgermeisters Alexander Vojta.

Sportliche Erfolge (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006
  • 1. Platz 3000 m Österreichische Hallenmeisterschaften U18
  • 1. Platz 2000 m Hindernis Österreichische Jugendmeisterschaften U18
2008
  • 1. Platz Österreichische Meisterschaften 10 km Straßenlauf U20
  • 1. Platz 1500 m Österreichische Juniorenmeisterschaften U20
  • 1. Platz Österreichische Staatsmeisterschaften Crosslauf U20
  • 1. Platz Internationaler Wiener Silvesterlauf
2009
2010
2011
2012
  • 1. Platz 10.000 m Österreichische Staatsmeisterschaften
  • 16. Platz Studenten-Crosslauf-Weltmeisterschaften in Lodz [18]
  • 1. Platz Österreichische Staatsmeisterschaften Crosslauf Kurzstrecke
  • 1. Platz 1500 m Österreichische Hallen-Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz 3000 m Österreichische Hallen-Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz 1500 m Indoor Classic Vienna
  • 10. Platz 1500 m Europameisterschaften in Helsinki
  • 36. Platz 1500 m Olympische Spiele in London
2013
2014
2016
2017

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 7. Dezember 2017)

Halle
  • 0800 m: 1:47,14 min, 1. Februar 2013, Linz
  • 1000 m: 2:19,20 min, 21. Februar 2013, Stockholm
  • 1500 m: 3:38,99 min, 31. Januar 2012, Wien
  • 3000 m: 7:59,95 min, 29. Januar 2015, Düsseldorf
Freiluft
  • 0800 m: 1:46,59 min, 15. Juni 2013, Salzburg - Wiener Landesrekord
  • 1000 m: 2:18,06 min, 18. Mai 2014, Pliezhausen - Wiener Landesrekord
  • 1500 m: 3:36,11 min, 12. Juli 2014, Glasgow - Wiener Landesrekord
  • 3000 m: 7:53,81 min, 18. Mai 2014, Pliezhausen
  • 5000 m: 13:38,03 min, 27. Mai 2017, Oordegem
  • Halbmarathon: 1:06:10 h, 26. März 2017, Wien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Doping-Gegner Lilge vom Pumper-Klub LCC gekündigt" auf diepresse.com
  2. "Andreas Vojta läuft zur EM" auf team2012.at
  3. "Moseley zu langsam, Vojta überrascht" auf derstandard.at
  4. "Bisher zweitbestes ÖLV Ergebnis" auf sport.orf.at
  5. "Andreas Vojta & Andrea Mayr sind Österreichs Leichtathleten des Jahres 2010" auf oelv.at
  6. "Indoor Classic Vienna 2011" auf oelv.at
  7. "Andreas Vojta läuft ins EM-Team für Paris" auf noen.at
  8. "Wahnsinn: Vojta läuft Olympia-Limit" auf HDsports.at
  9. "Blech für Vojta bei U-23 EM " auf HDsports.at
  10. "Vojta mit Europa-Saisonbestzeit über 1500 m" auf kurier.at
  11. "Vojta stürzt im EM-Finale" auf HDsports.at
  12. HDsports.at: Majewski und Dibaba verteidigen Titel. 3. August 2012
  13. HDsports.at: Vojta mit couragierter Anti-Doping-Aktion. 6. August 2012
  14. HDsports.at: Jahresweltbestleistung in Linz; Vojta und Franzmair sensationell!. 20. August 2012
  15. HDsports.at: Vojta im WM-Vorlauf out. 7. März 2014
  16. http://sport.orf.at/stories/2214029/2214028/
  17. "Andreas Vojta & Beate Schrott sind Österreichs Leichtathleten des Jahres 2011" auf oelv.at
  18. "Studenten Cross WM - Vojta wird 16" auf team2012.at