Andrij Sadowyj

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Andrij Sadowyj
Kyrillisch (Ukrainisch)
Андрі́й Іва́нович Садови́й
Transl.: Andrij Ivanovyč Sadovyj
Transkr.: Andrij Iwanowytsch Sadowyj
Kyrillisch (Russisch)
Андре́й Ива́нович Садовы́й
Transl.: Andrej Ivanovič Sadovyj
Transkr.: Andrej Iwanowitsch Sadowy

Andrij Sadowyj (* 19. August 1968 in Lemberg) ist ein ukrainischer Politiker, liberaler Aktivist, seit 2006 Bürgermeister von Lemberg und seit 2012 Vorsitzender der Partei Samopomitsch (Selbsthilfe).

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrij Sadowyj besuchte das Lemberger Radioelektronische Technikum, nach dem Abitur studierte er an der Nationalen Technischen Universität Lemberg, die er mit dem Titel des Ingenieurs für Elektrotechnik (1995) sowie des Ökonomisten für das Finanz- und Kreditwesen (1997) abschloss. 1999 beendete er sein Studium an der Akademie für Staatsverwaltung beim Präsidenten der Ukraine (Академія державного управління при Президентові України).

Im Zeitraum von 1987 bis 1989 leistete er den Militärdienst ab, danach arbeitete er als Elektrotechniker. Zwischen 1992 und 1995 war er stellvertretender Direktor der Lemberger Zweigstelle der Stiftung für soziale Erziehung Jugendlicher beim Ministerrat der Ukraine. Von 1997 bis 2005 bekleidete Sadowyj den Posten des Rats- und Verwaltungsvorsitzenden eines elektrotechnischen Unternehmens. Von 1997 bis 2001 war er Vorsitzender der Verwaltung der Stiftung für die Entwicklung des Lemberger Gebietes (Фонд розвитку Львівщини). Seit 2002 war er Vorsitzender der Gesellschaft Teleradiokompania Lux. Seit 2005 leitet er den Verein Samopomitsch (Selbsthilfe) der als politische Partei nach der Parlamentswahl in der Ukraine 2014 drittstärkste Partei in der Werchowna Rada wurde.

Im Januar 2006 gründete er den Fernseh-Nachrichtensender 24.[1]

1998 wurde er zum Lemberger Stadtrat gewählt. Am 26. März 2006 wurde er zum Stadtpräsidenten ernannt und behielt erneut den Posten bei den Wahlen 2010. Bis 2009 war er Mitglied der Partei Nationalunion Unsere Ukraine (Наша Україна) von Wiktor Juschtschenko. Im Dezember 2012 verwandelte er den Verein Selbsthilfe in eine politische Partei.[2]

Am 25. Juli 2014 um 23:30 Uhr wurde Sadowyjs Wohnhaus in seiner Abwesenheit von einer, von einem unbekannten Täter abgefeuerten, Panzerabwehrrakete getroffen. Die Explosion beschädigte das Dach, die Decken und die Fenster.[3]

Nach mehreren Bränden auf der Lemberger Mülldeponie, bei denen drei Feuerwehrleute starben, gab es Anfang Juni 2016 Proteste gegen Sadowyj, weil er die Deponie entgegen den Forderungen der Gesundheitsbehörden 10 Jahre lang offengehalten haben soll. Die nur einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegende, in der Sowjetzeit eröffnete Abfalldeponie ist die größte des Landes.[4]

Sadowij ist Vorsitzender des Aufsichtsrates bei der Kultur- und Kunststiftung „Andrej Scheptyzkyj“. Als Bürgermeister von Lemberg nimmt er am polnisch-ukrainischen Versöhnungs-Kapitel teil.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist mit der Kunsthistorikerin Katerina Kit verheiratet und Vater von fünf Söhnen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Neef: Der Unbestechliche. Der Spiegel. Nr. 19 vom 7. Mai 2016, S. 100–102.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "24" online
  2. Justice Ministry registers party of Lviv mayor. In: Kyiv Post. 8. Januar 2013
  3. Mayor of central Ukrainian city shot dead. In: Reuters. 26. Juli 2014
  4. Proteste im ukrainischen Lemberg: Endzeit auf der Müllkippe. In: taz. 10. Juni 2016