Andromeda-Milchstraßen-Kollision

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Fotomontage eines möglichen irdischen Nachthimmels während der Kollision
Animation der NASA zu einem möglichen Kollisionsablauf

Die Kollision der Andromedagalaxie mit unserer Milchstraße ist ein vorausgesagtes astronomisches Ereignis. Die Verschmelzung der beiden Spiralgalaxien wird in einigen Milliarden Jahren erwartet.

Die Milchstraße hat geschätzt rund 100 bis 300 Milliarden Sterne bei einer Masse von etwa 1500 Milliarden Sonnenmassen,[1][2] während die Andromedagalaxie über eine Masse von rund 800 Milliarden Sonnenmassen verfügt.[3] Die beiden Galaxien sind mit Abstand die schwersten der Lokalen Gruppe.

Die US-amerikanischen Astrophysiker Thomas J. Cox und Abraham Loeb nennen das Fusionsprodukt beider Galaxien „Milkomeda“. Dieser Name setzt sich aus Andromeda und Milky Way (englisch für Milchstraße) zusammen.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beobachtungen und Berechnungen brachten zutage, dass sich beide Galaxien mit einer Geschwindigkeit von etwa 120 km/s aufeinander zu bewegen. Ob und wann dies jedoch zu einer Kollision führt, konnte zunächst nicht genau beantwortet werden, da dies auch davon abhängt, wie groß die Tangentialgeschwindigkeit der Andromeda-Galaxie, also die Geschwindigkeit senkrecht zur Sichtlinie, ist. Ist diese deutlich höher als die Geschwindigkeit, mit der sich beide Galaxien aufeinander zubewegen (Radialgeschwindigkeit), würden beide Galaxien lediglich aneinander vorbeiziehen, ohne zu kollidieren. Berechnungen aus dem Jahre 2001 erbrachten eine Tangentialgeschwindigkeit von maximal 200 km/s, wodurch eine Kollision zwar nicht bestätigt, aber auch nicht ausgeschlossen werden konnte. Erst später, im Jahre 2012, konnte mit Hilfe von Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskopes errechnet werden, dass die Tangentialgeschwindigkeit deutlich kleiner als 120 km/s ist, wodurch eine Kollision heute als unausweichlich angesehen wird.[4]

Aufgrund der hohen Komplexität des Problems sind Vorhersagen zu dem genauen Verlauf des Ereignisses sehr schwierig. Es ist unwahrscheinlich, dass einzelne Sterne zusammenstoßen, da die Entfernungen zwischen ihnen sehr groß sind. Es gibt unterschiedliche Schätzungen für den Kollisionszeitraum.

Das Ereignis beginnt laut Schätzung der NASA in 3 bis 4 Milliarden Jahren und dauert etwa 3 Milliarden Jahre bis zur Ausbildung des Verschmelzungsprodukts. Computersimulationen zeigen, dass eine elliptische oder eine Polarring-Galaxie entstehen würde. Die Dreiecksgalaxie könnte ebenso mit beiden Galaxien verschmelzen, wenn diese sich aufeinander zubewegen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andromeda-Milchstraßen-Kollision – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Forscher haben die Masse der Milchstraße neu berechnet — es verändert den Blick auf unsere Galaxie
  2. L. Watkins, R. van der Marel, S. Sohn, W. Evans: Evidence for an Intermediate-Mass Milky Way from Gaia DR2 Halo Globular Cluster Motions. In: The Astrophysical Journal. Band 873, Nr. 2, März 2019; vgl. ESA-Artikel, abgerufen am 16. März 2019.
  3. Prajwal R Kafle, Sanjib Sharma, Geraint F Lewis, Aaron S G Robotham, Simon P Driver; The need for speed: escape velocity and dynamical mass measurements of the Andromeda Galaxy, Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, Volume 475, Issue 3, 11 April 2018, Pages 4043–4054, https://doi.org/10.1093/mnras/sty082
  4. Ron Cowen: Andromeda on collision course with the Milky Way. In: Nature. doi:10.1038/nature.2012.10765 (nature.com [abgerufen am 14. Dezember 2015]).
  5. Z. Levay, R. van der Marel, T. Hallas, A. Mellinger: Illustration zum Kollisionsweg, veröffentlicht von der NASA