Andrzej Rudy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Andrzej Rudy
Personalia
Geburtstag 15. Oktober 1965
Geburtsort ŚcinawaPolen
Größe 173 cm
Position Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
Odra Ścinawa
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1983–1988 WKS Śląsk Wrocław 107 0(8)
1988–1989 GKS Katowice 13 0(1)
1989–1992 1. FC Köln 43 0(4)
1992 Brøndby IF 8 0(1)
1992–1995 1. FC Köln 91 (10)
1995–1996 VfL Bochum 14 0(1)
1996–1997 Lierse SK 21 0(4)
1997–1999 Ajax Amsterdam 41 0(3)
1999–2000 Lierse SK 13 0(1)
2000–2001 KVC Westerlo 1 0(0)
2001–2002 SCB Viktoria Köln 23 0(2)
2002–2004 Borussia Fulda 15 0(3)
2004–2005 Bonner SC 9 0(0)
2007–2008 TSC Euskirchen
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1986–1998 Polen 16 0(3)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2003–2004 Borussia Fulda (Spielertrainer)
2004–2005 Bonner SC (Spielertrainer)
2008–2010 1. FC Köln (Jugend)
2010–2011 Sportfreunde Siegen
2014–2014 TSC Euskirchen (U-17)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Andrzej Rudy (* 15. Oktober 1965 in Ścinawa) ist ein ehemaliger polnischer Fußballspieler. In seiner aktiven Karriere war er mit Unterbrechungen seit 1989 bei verschiedenen Vereinen in Deutschland aktiv. Daneben spielte er auch für die polnische Nationalmannschaft. Seit 1. November 2017 ist er bei der Kölner COLONIA Spezialfahrzeuge als Fahrer eines Abschleppwagens tätig.[1]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Ścinawa in Niederschlesien, erhielt er 1983 bei Śląsk Wrocław seinen ersten Vertrag für eine erste Mannschaft und wechselte von dort zu GKS Katowice. Bis 1988 spielte er dort mit Jan Furtok zusammen ehe dieser dann in die deutsche Bundesliga zum Hamburger SV wechselte. Rudy wurde vermutlich aufgrund politischer Gründe ein Vereinswechsel seitens des Klubs verweigert. Im November 1988 verließ Rudy ohne Genehmigung seitens der Mannschaftsleitung der polnischen Nationalmannschaft das Mannschaftshotel in Mailand – die Nationalelf bereitete sich auf ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl der italienischen Serie A vor – und mit einem „Bekannten“ fuhr er über Österreich nach Deutschland, wobei an der österreichisch-deutschen Grenze strenge Kontrollen durchgeführt wurden und gegen ihn bereits eine Fahndung stattfand; Rudy und sein Bekannter warteten, da er schließlich in der Bundesrepublik war.[2]

Ein Jahr später war Andrzej Rudy für den 1. FC Köln spielberechtigt, da Bernhard Worms (CDU), kurz nach der politischen Wende in Polen zusammen mit einem Notar in die polnische Hauptstadt Warschau zu einem Treffen mit Offiziellen des polnischen Fußballverbandes flog. Ebendort war bereits die erste Regierung der zu guten Beziehungen zu Deutschland bevorzugenden Solidarność im Amt, und Worms Partei hatte viele Kontakte zu besagter Demokratiebewegung.[2] Aufgrund dessen erteilte das Präsidium des polnischen Fußballverbandes Andrzej Rudy die Freigabe für den Vereinswechsel.

In Köln konnte sich Rudy zunächst nicht durchsetzen, was Worms rückblickend darauf zurückführte, dass Rudy „auf den Zivilisationsschock des Wechsels aus einer Defizitwirtschaft […] zu einer Überflussgesellschaft […] in keinster Weise vorbereitet gewesen“ sei.[2] Rudy verschuldete sich aufgrund seiner Unterstützung seiner Frau, von der er sich später scheiden ließ, für ihre Karriere und dies wirkte sich auch auf seine Leistungen aus.[2] Auch zwei Jahre später konnte er sich nicht in die Stammelf etablieren und Andrzej Rudy wechselte auf Leihbasis nach Dänemark zu Brøndby IF. Initiator des Wechsels war Brøndby IFs damaliger Trainer Morten Olsen, der einige Jahre vorher noch selbst für den 1. FC Köln aktiv war und dort mit Rudy zusammen spielte.[2] In der Vorstadt von Kopenhagen fand Andrzej Rudy zu seiner alten Stärke zurück.

1993 wurde Olsen neuer Trainer in Köln, und Rudy kehrte ebenfalls zu den Geißböcken zurück.[2] Dieses Mal wurde er Leistungsträger und lernte sehr gut Deutsch. In dieser Zeit wurde er auch der erste polnische Spieler, der in der Bundesliga Mannschaftskapitän wurde.[2] Er bestritt 134 Bundesligaspiele und erzielte dabei 14 Tore. 1996 spielte er noch ein halbes Jahr für den VfL Bochum und dann für Lierse SK, Ajax Amsterdam, erneut Lierse SK und für KVC Westerlo.

Nach einer Anstellung in Deutschland als Spielertrainer bei Borussia Fulda war er anschließend für den Bonner SC tätig, den er 2005 wieder verließ. Anschließend war er Techniktrainer im Nachwuchsbereich (U-8 bis U-15) des 1. FC Köln, bevor er am 13. April 2010 als neuer Trainer der Sportfreunde Siegen vorgestellt wurde.[3] Am 4. Mai 2011 wurde er nach ausbleibenden sportlichen Erfolgen beurlaubt.[4] Zur Rückrunde der Saison 2013/14 übernahm er den Trainerposten bei der U-17 des TSC Euskirchen in der Junioren-Bundesliga. Seit dem Sommer 2014 trainiert er die C3-Jugend des ETSC in der Sonderliga.[5]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984 3. Platz bei der U-18-Europameisterschaft mit Polen
  • 1987 Polnischer Pokalsieger mit WKS Śląsk Wrocław
  • 1990 Deutscher Vizemeister mit dem 1. FC Köln
  • 1991 DFB-Pokal-Finalteilnehmer mit dem 1. FC Köln
  • 1997 Belgischer Meister mit Lierse SK
  • 1998 Niederländischer Meister mit Ajax Amsterdam
  • 1998 Niederländischer Pokalsieger mit Ajax Amsterdam
  • 1999 Niederländischer Pokalsieger mit Ajax Amsterdam

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrzej Rudy lebt im Kölner Vorort Hürth.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Bauer: Ex-Köln-Profi fährt jetzt Abschleppwagen. In: bild.de. 26. März 2018, abgerufen am 16. April 2018.
  2. a b c d e f g Thomas Urban: Schwarze Adler, Weiße Adler: Deutsche und polnische Fußballer im Räderwerk der Politik. Die Werkstatt, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89533-775-8, S. 153–157.
  3. Andrzej Rudy der neue Sportfreunde-Trainer. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Expressi.de. 26. Februar 2017, ehemals im Original; abgerufen am 16. April 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.expressi.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Sportfreunde trennen sich von Andrzej Rudy. In: Expressi.de. 4. Mai 2011, archiviert vom Original am 2. August 2012; abgerufen am 16. April 2018.
  5. Euskirchener TSC: C3-Junioren. In: juniorenfussball24.de. 23. August 2014, archiviert vom Original am 19. Dezember 2014; abgerufen am 16. April 2018.
  6. Wolfram Kämpf: C3-Sondermannschaft: Die Chance heißt Rudy. In: fussball.de. 21. September 2014, abgerufen am 16. April 2018.