Andrzej Rudy

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Andrzej Rudy
Spielerinformationen
Geburtstag 15. Oktober 1965
Geburtsort ŚcinawaPolen
Größe 173 cm
Position Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
Odra Ścinawa
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1983–1988
1988–1989
1989–1992
1992
1992–1995
1995–1996
1996–1997
1997–1999
1999–2000
2000–2001
2001–2002
2002–2004
2004–2005
2007–2008
WKS Śląsk Wrocław
GKS Katowice
1. FC Köln
Brøndby IF
1. FC Köln
VfL Bochum
Lierse SK
Ajax Amsterdam
Lierse SK
KVC Westerlo
SCB Viktoria Köln
Borussia Fulda
Bonner SC
TSC Euskirchen
107 0(8)
13 0(1)
43 0(4)
8 0(1)
91 (10)
14 0(1)
21 0(4)
41 0(3)
13 0(1)
1 0(0)
23 0(2)
15 0(3)
9 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1986–1998 Polen 16 0(3)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2003–2004
2004–2005
2008–2010
2010–2011
2014–
Borussia Fulda (Spielertrainer)
Bonner SC (Spielertrainer)
1. FC Köln (Jugend)
Sportfreunde Siegen
TSC Euskirchen (U-17)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 4. Mai 2011

Andrzej Rudy (* 15. Oktober 1965 in Ścinawa) ist ein ehemaliger polnischer Fußballspieler. In seiner aktiven Karriere war er mit Unterbrechungen seit 1989 bei verschiedenen Vereinen in Deutschland aktiv. Daneben spielte er auch für die polnische Nationalmannschaft. Er ist heute als Trainer aktiv.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Ścinawa in Niederschlesien, erhielt er 1983 bei Śląsk Wrocław seinen ersten Vertrag für eine erste Mannschaft und wechselte von dort zu GKS Katowice. Bis 1988 spielte er dort mit Jan Furtok zusammen ehe dieser dann in die deutsche Bundesliga zum Hamburger SV wechselte. Rudy wurde vermutlich aufgrund politischer Gründe ein Vereinswechsel seitens des Klubs verweigert. Im November 1988 verließ Rudy ohne Genehmigung seitens der Mannschaftsleitung der polnischen Nationalmannschaft das Mannschaftshotel in Mailand – die Nationalelf bereitete sich auf ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl der italienischen Serie A vor – und mit einem „Bekannten“ fuhr er über Österreich nach Deutschland, wobei an der österreichisch-deutschen Grenze strenge Kontrollen durchgeführt wurden und gegen ihn bereits eine Fahndung stattfand; Rudy und sein Bekannter warteten, da er schließlich in der Bundesrepublik war.[1] Ein Jahr später war Andrzej Rudy für den 1. FC Köln spielberechtigt, da Bernhard Worms (CDU), kurz nach der politischen Wende in Polen zusammen mit einem Notar in die polnische Hauptstadt Warschau zu einem Treffen mit Offiziellen des polnischen Fußballverbandes flog. Ebendort war bereits die erste Regierung der zu guten Beziehungen zu Deutschland bevorzugenden Solidarność im Amt und Worms Partei hatte viele Kontakte zu besagter Demokratiebewegung.[1] Aufgrund dessen erteilte das Präsidium des polnischen Fußballverbandes Andrzej Rudy die Freigabe für den Vereinswechsel. In Köln konnte sich Rudy zunächst nicht durchsetzen, was Worms rückblickend darauf zurückführte, dass Rudy „auf den Zivilisationsschock des Wechsels aus einer Defizitwirtschaft [...] zu einer Überflussgesellschaft [...] in keinster Weise vorbereitet gewesen“ sei.[1] Rudy verschuldete sich aufgrund seiner Unterstützung seiner Frau, von der er sich später scheiden ließ, für ihre Karriere und dies wirkte sich auch auf seine Leistungen aus.[1] Auch zwei Jahre später konnte er sich nicht in die Stammelf etablieren und Andrzej Rudy wechselte auf Leihbasis nach Dänemark zu Brøndby IF. Initiator des Wechsels war Brøndby IFs damaliger Trainer Morten Olsen, der einige Jahre vorher noch selbst für den 1. FC Köln aktiv war und dort mit Rudy zusammen spielte.[1] In der Vorstadt von Kopenhagen fand Andrzej Rudy zu seiner alten Stärke zurück. 1993 wurde Olsen neuer Trainer in Köln, und Rudy kehrte ebenfalls zu den Geißböcken zurück.[1] Dieses Mal wurde er Leistungsträger und lernte sehr gut Deutsch. In dieser Zeit wurde er auch der erste polnische Spieler, der in der Bundesliga Mannschaftskapitän wurde.[1] Er bestritt 134 Bundesligaspiele und erzielte dabei 14 Tore. 1996 spielte er noch ein halbes Jahr für den VfL Bochum und dann für Lierse SK, Ajax Amsterdam, erneut Lierse SK und für KVC Westerlo.

Nach einer Anstellung in Deutschland als Spielertrainer bei Borussia Fulda war er anschließend für den Bonner SC tätig, den er 2005 wieder verließ. Anschließend war er Techniktrainer im Nachwuchsbereich (U-8 bis U-15) des 1. FC Köln, bevor er am 13. April 2010 als neuer Trainer der Sportfreunde Siegen vorgestellt wurde.[2] Am 4. Mai 2011 wurde er nach ausbleibenden sportlichen Erfolgen beurlaubt.[3] Zur Rückrunde der Saison 2013/14 übernahm er den Trainerposten bei der U-17 des TSC Euskirchen in der Junioren-Bundesliga. Seit dem Sommer 2014 trainiert er die C3-Jugend des ETSC in der Sonderliga.[4]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984 3. Platz bei der U-18-Europameisterschaft mit Polen
  • 1987 Polnischer Pokalsieger mit WKS Śląsk Wrocław
  • 1990 Deutscher Vizemeister mit dem 1. FC Köln
  • 1991 DFB-Pokal-Finalteilnehmer mit dem 1. FC Köln
  • 1997 Belgischer Meister mit Lierse SK
  • 1998 Niederländischer Meister mit Ajax Amsterdam
  • 1998 Niederländischer Pokalsieger mit Ajax Amsterdam
  • 1999 Niederländischer Pokalsieger mit Ajax Amsterdam

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrzej Rudy lebt im Kölner Vorort Hürth.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Thomas Urban: Schwarze Adler, Weiße Adler. Deutsche und polnische Fußballer im Räderwerk der Politik. Die Werkstatt, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89533-775-8, S. 153–157.
  2. @1@2Vorlage:Toter Link/www.expressi.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Expressi.de, gesichtet 13. April 2010
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/www.expressi.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Expressi.de, gesichtet 4. Mai 2011
  4. Euskirchener TSC: C3-Junioren, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  5. Wolfram Kämpf: C3-Sondermannschaft: Die Chance heißt Rudy. In: FUSSBALL.DE. DFB-Wirtschaftsdienste GmbH Consulting Sales & Services/Gesellschaft für DFB-Online mbH, 21. September 2014, abgerufen am 2. Januar 2015.