Andy Grote

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Andy Grote im Juni 2011.

Andy Grote (* 14. Juni 1968 in Erpen) ist ein deutscher Politiker der SPD. Er war von April 2012 bis Januar 2016 Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte und ist seit 20. Januar 2016 Innen- und Sportsenator Hamburgs im Senat Scholz II.[1]

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgewachsen in Büsum, sein Vater leitet dort die Kurverwaltung, verpflichtet Andy Grote sich nach dem Abitur für zwei Jahre bei der Marine, davon 18 Monate als Wehrdienstleistender. Von 1990 bis 1996 absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. Zwischen 1997 und 1999 absolvierte er im Rahmen seines Rechtsreferendariates verschiedene Stationen in Hamburg und Washington, D.C. Grote war Assistent des dem rechten Flügel der Partei zugeordneten [2] ehemaligen Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten Ingo Kleist.[3] In den Jahren 2000/01 war er Wissenschaftlicher Referent für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Behörde für Bau und Verkehr unter Senator Eugen Wagner. Von 2002 bis zu seiner Wahl zum Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte im Jahr 2012 war er als selbständiger Rechtsanwalt tätig, ab 2004 als Partner in der Kanzlei Bernzen Sonntag Rechtsanwälte. Seine Schwerpunkte waren Verwaltungsrecht, Vergaberecht, Recht der sozialen Arbeit sowie Beschäftigungsförderung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksabgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 28 Jahren trat er in die SPD ein, wo er Mitglied im Distrikt St. Pauli-Süd ist.[4] Von 1997 bis 2001 war er Deputierter in der Behörde für Stadtentwicklung und ab 2002 war er Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Von 2004 bis 2008 übernahm er dort den Vorsitz der SPD-Fraktion und war u.a. Mitglied im Hauptausschuss sowie des Stadtplanungsausschusses.

Bürgerschaftsabgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2008 zog Andy Grote bei der Bürgerschaftswahl im Wahlkreis Hamburg-Mitte mit sehr knappem Vorsprung – 8726 zu 8689 Stimmen[5][6] – vor der Parteigenossin Susanne Buhl als direkt gewählter Abgeordneter in die Hamburgische Bürgerschaft ein. Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2011 konnte er sein Wahlkreismandat verteidigen. Er war Fachsprecher der SPD-Fraktion für Stadtentwicklung. Aufgrund seiner Wahl zum Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte musste Grote sein Bürgerschaftsmandat im Mai 2012 niederlegen, als seine Nachfolgerin rückte Loretana de Libero in die Bürgerschaft nach.

Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. April 2012 wurde Andy Grote von der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte zum Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte vorgeschlagen. Auf ihn entfielen 33 Ja- und 13 Nein-Stimmen. Die ihn tragende Koalition aus SPD und FDP verfügt in der Bezirksversammlung über 28 Stimmen. Andy Grote übernahm das Amt des Bezirksamtsleiters von Markus Schreiber, der am 10. Februar 2012 zurückgetreten ist.[3] Vor seiner Wahl versprach er sich für einen dauerhaften Nutzen von der IBA und für die Verbesserung der Jugendhilfe einzusetzen.[7] Nach 37 Wochen im Amt hatte Grote nach eigenen Angaben eine weitreichende Umstrukturierung des Jugendamtes in Hamburg-Mitte angeschoben.[8]

Senator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grote wurde am 18. Januar 2016 nach Michael Neumanns Rücktritt vom Amt des Innen- und Sportsenators als dessen Nachfolger vorgeschlagen und am 20. Januar 2016 von der Bürgerschaft gewählt. Die 73 von 118 Stimmen, die auf Grote entfielen, entsprachen der rot-grünen Mehrheit im Landesparlament während des Senats Scholz II.[9] In seinen ersten 100 Tagen im Amt erhöhte Grote die Schichtdienstzulage für Polizisten und schaffte die Gefahrengebiete im Polizeirecht ab. Anette van Koeverden bezeichnete in einem Kommentar für den NDR Grotes bisherige Arbeit als „Kuschelkurs“.[10]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grote ist Mitglied im Übersee-Club e. V. Hamburg, der Europa Union und des FC St. Pauli.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andy Grote wird Hamburgs Innensenator. In: www.ndr.de. Abgerufen am 18. Januar 2016.
  2. Rundblick: Fraktion wählt Vorstand Hamburger Abendblatt vom 24. Juni 1991
  3. a b Arnd Hemken: Andy Grote ist neuer Chef in Mitte. hamburg.de GmbH & Co. KG, 26. April 2012, abgerufen am 12. Mai 2013.
  4. Die Seilbahn, eine Pein für die Hamburger SPD, Hamburger Abendblatt
  5. Geschäftsstelle des Landeswahlleiters, 2008: Gewählte im WK 1 (PDF; 13 kB)
  6. faires-wahlrecht.de: Faires Wahlrecht, Zugriff am 19. Februar 2011
  7. Lena Kaiser: Bezirksamtsleiter-Kandidat Andy Grote - "Total schmeichelhaft". taz.de, 4. April 2012, abgerufen am 12. Mai 2013.
  8. Marco Thielcke: Im Reich der Mitte. Hamburger Wochenblatt, 16. Januar 2013, abgerufen am 12. Mai 2013.
  9. Bürgerschaft bestätigt Innensenator Grote. NDR. 20. Januar 2016. Abgerufen am 20. Januar 2016.
  10. Anette van Koeverden: Ein Innensenator auf Kuschelkurs. In: ndr.de. 6. Mai 2016, abgerufen am 6. Mai 2016 (HTTPS).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]