Anfelden (Oberdachstetten)

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Anfelden
Koordinaten: 49° 24′ 54″ N, 10° 24′ 5″ O
Höhe: 453 m ü. NHN
Fläche: 3,36 km²
Einwohner: 95 (Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91617
Vorwahl: 09845

Anfelden ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberdachstetten im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf befindet sich am südlichen Rand der Frankenhöhe. Durch den Ort fließt der Grundgraben, der ein rechter Zufluss des Egelbachs ist, der wiederum ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Ca. 1 km südlich im Waldgebiet Löchlein erhebt sich der Landsknecht (526 m ü. NN). Ca. 0,5 km westlich liegen die Waldgebiete Kohlbrunnenschlag und Dachsschlag, ca. 0,5 km nördlich der Hartschlag.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals namentlich erwähnt wurde der Ort 1291 als „Anevelth“.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Anfelden 22 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne. Alle Anwesen hatten das Stiftsamt Ansbach als Grundherrn. Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[3]

1799 gab es dort 20 Haushalte, die alle dem Ansbachischem Oberamt untertan waren.[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Anfelden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Oberdachstetten zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Oberdachstetten an.[5] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Anfelden eine eigenständige Ruralgemeinde. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Von 1862 bis 1879 wurde Anfelden von dem Bezirksamt Ansbach verwaltet, ab 1880 vom Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1938 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Leutershausen, seit 1880 Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1920 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt) übernommen.[6] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,357 km².[7]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform nach Oberdachstetten eingemeindet.[8]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 8: eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, Krüppelwalm, 18. Jahrhundert
  • Kelleranlage bei Haus Nr. 30: Quadermauerwerk, Eingänge 18./19. Jahrhundert
  • Zwei Steinkreuze in Richtung Oberfelden und an der Straßenkreuzung Anfelden-Oberfelden-Poppenbach: spätmittelalterlich, Sandstein.

Baubeschreibungen: → Liste der Baudenkmäler in Oberdachstetten#Anfelden

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2006 2015
Einwohner 125 115 134 128 112 109 114 121 120 131 119 113 125 124 128 128 122 104 121 183 188 179 113 101 92 97 95
Häuser[9] 27 25 26 25 26 24 24 23 24
Quelle [10] [11] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [15] [16] [15] [15] [17] [15] [15] [15] [18] [15] [15] [15] [19] [15] [7] [20] [21] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Bartholomäus (Oberdachstetten) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Staatsstraße 2245, die nach Oberdachstetten zur B 13 bzw. an Oberhegenau vorbei zur Staatsstraße 2250 bei Unterfelden führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls zur B 13.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.oberdachstetten.de
  2. Anfelden im BayernAtlas
  3. M. Jehle, Bd. 2, S. 828.
  4. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 86.
  5. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 964.
  6. M. Jehle, Bd. 2, S. 976f.
  7. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 812 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 5 (Digitalisat).
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 185–186 (Digitalisat).
  12. a b c d Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 164, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 988, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1151, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b c d e f g h i j Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 181, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1171 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1243 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1281 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1108 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 171 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 330 (Digitalisat).