Angela Hammitzsch

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Angela Franziska Johanna Hammitzsch (geborene Hitler, verwitwete Raubal; fälschlich teilweise auch Angelika; * 28. Juli 1883 in Braunau am Inn; † 30. Oktober 1949) war eine Halbschwester von Adolf Hitler und die zweite Ehefrau des Architekten Martin Hammitzsch.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Angela Hitler war die Tochter von Alois Hitler und dessen zweiter Ehefrau Franziska Matzelsberger, die kurz nach der Geburt des Kindes 1883 verstarb. Angela stand als Kind ihrem Halbbruder Adolf sehr nahe. Später war sie auch die einzige lebende Verwandte, zu der sich Adolf Hitler öffentlich bekannte.

Als 1907 Klara Hitler, die dritte Gattin Alois Hitlers, verstarb und eine kleine Erbschaft zwischen den Kindern aufzuteilen war, scheint diese Beziehung noch Bestand gehabt zu haben. Zumindest ist überliefert, dass der Bruder die Schwestern, Angela wie auch Paula, finanziell unterstützen musste, bis Angela in Linz den Beamten Leo Raubal senior heiratete, der aber 1910 verstarb. Angela zog mit ihren drei Kleinkindern Angela (genannt „Geli“), Elfriede und Leo nach Wien und wurde während des Ersten Weltkrieges Leiterin der Mensa Academica Judaica.

Die als groß gewachsene, rustikale und energische Frau beschriebene Angela, von der später kein Wort der Verurteilung des Holocausts zu vernehmen war, soll in jener Zeit noch jüdische Studenten mit einem Knüppel in der Hand energisch gegen Angriffe sogenannter „arischer“ Kommilitonen verteidigt haben. Den Kontakt zu Adolf Hitler scheint sie erst wieder aufgenommen zu haben, als dieser aus der Armee entlassen wurde. Mancherorts ist aber auch berichtet worden, Angela habe Adolf Hitler von Wien aus besucht, als dieser in Landsberg inhaftiert war.

1924 (oder 1925) zog Angela dann mit ihren Kindern nach München und führte Hitler den Haushalt. Später übernahm sie die Führung des Berghofs bei Berchtesgaden. 1935 kam es zum Bruch zwischen Adolf und Angela. Sie verließ samt ihrer Tochter Elfriede im September Berchtesgaden und zog nach Radebeul bei Dresden in das Haus in der Sonne, da sie am 20. Januar 1936 den in Dresden tätigen Architekten Martin Hammitzsch heiratete. William Patrick Hitler behauptete, der Grund für den Bruch sei eine zu offene Haltung Angelas zu Hermann Göring gewesen, der damals die Absicht verfolgte, das Land rund um Hitlers Haus in Berchtesgaden zu kaufen. Anderen zufolge war der Grund für diesen Bruch Hitlers Beziehung zu Eva Braun, die – obwohl fast dreißig Jahre jünger als Angela – seit 1935 oder 1936 auf dem Berghof als Hausherrin agierte.[1] In jedem Fall gab es danach nur noch wenig Kontakt zwischen den Geschwistern. Auch war Hitler bei der zweiten Hochzeit Angelas nicht anwesend.

Später scheint es aber doch zu einer Versöhnung gekommen zu sein, jedenfalls fungierte Angela auch 1938 noch als Verbindung Hitlers zu der armen Verwandtschaft im Waldviertel, mit der der „Führer“ nicht direkt in Verbindung gebracht werden wollte.[2]

Im Jahr 1944, anlässlich des 80. Geburtstags von Klara May, der Witwe des Schriftstellers Karl May, mit der sie befreundet war, schlug Angela Hammitzsch vor, Klara May zur Ehrenbürgerin von Radebeul zu machen, was die Behörden jedoch verweigerten.[3]

Im Frühjahr 1945 ließ Hitler sie dann aus Dresden nach Berchtesgaden holen, um zu verhindern, dass sie den Russen in die Hände fiele. Ihr Ehemann Martin Hammitzsch starb im Mai 1945 bei Oberwiesenthal durch Suizid.

Literatur und Filme[Bearbeiten]

  • Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-593-37457-4.
    als Taschenbuchausgabe: Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2008, ISBN 978-3-404-61631-2, S. 100–120.
  • Marc Vermeeren: De jeugd van Adolf Hitler 1889–1907 en zijn familie en voorouders. Uitgeverij Aspekt, Soesterberg 2007, ISBN 978-90-5911-606-1.
  • Oliver Halmburger, Thomas Staehler: Familie Hitler. Im Schatten des Diktators. (Dokumentarfilm unter Mitarbeit von Timothy W. Ryback und Florian M. Beierl) Oliver Halmburger (Loopfilm, München) / ZDF-History, 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe etwa Wolfgang Zdral: Die Hitlers, S. 112–114
  2. für Details siehe Wolfgang Zdral: Die Hitlers, S. 115
  3. Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 117, S. 15