Angela Steinmüller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Angela Steinmüller (* 15. April 1941 in Schmalkalden als Angela Albrecht) ist eine deutsche Diplom-Mathematikerin und Science-Fiction-Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angela Steinmüller zählt gemeinsam mit ihrem Mann Karlheinz Steinmüller zu den Science-Fiction-Autoren mit den fundiertesten Geschichten hinsichtlich gesellschaftlicher Strukturen und Mechanismen. Angela und Karlheinz Steinmüller galten deshalb nicht nur in der DDR als Top-Autoren dieses Genres, auch heute noch werden ihre Bücher verlegt und wieder aufgelegt.

Angela Steinmüller wuchs in Berlin auf. Abitur per Abendschule. Studium 1971 bis 1975: Mathematik an der Berliner Humboldt-Universität. Seit 1980 freischaffende Autorin.

Angela und Karlheinz Steinmüller schreiben seit vielen Jahren sowohl gemeinsame als auch jeweils eigene Werke. Beide verfassen auch Sachbücher.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: Kurd-Laßwitz-Preis „Beste Kurzgeschichte“ für Der Kerzenmacher
  • 1995: Kurd-Laßwitz-Preis „Beste Kurzgeschichte“ für Leichter als Vakuum (gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller und Erik Simon unter dem Pseudonym „Simon Zwystein“)
  • 2001: Deutscher Fantasy-Preis für die Verbreitung der phantastischen Literatur in zwei verschiedenen Gesellschaftssystemen sowie ihre Zukunftsperspektiven (gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller)
  • 2004: Kurd-Laßwitz-Preis „Beste Kurzgeschichte“ für Vor der Zeitreise (gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller)

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(alle gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller)

  • Andymon. Eine Weltraum-Utopie, 1982 (vgl. Werkausgabe, Bd. 2)
  • Pulaster. Roman eines Planeten, 1986 (vgl. Werkausgabe, Bd. 5)
  • Der Traummeister, 1990 (erneut bei Heyne 1992; vgl. Werkausgabe, Bd. 4)
  • Spera, 2004 (siehe Werkausgabe, Bd. 3)

Selbständig publizierte Erzählung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Korallen des Alls, 1984 (gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller, in der Heftreihe Das neue Abenteuer)

Erzählungsbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(alle gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller)

  • Windschiefe Geraden, 1984
  • Der Traum vom großen roten Fleck, 1985
  • Warmzeit, 2003 (siehe Werkausgabe, Bd. 1)
  • Computerdämmerung, 2010 (siehe Werkausgabe, Bd. 6)

Werkausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller; in den Bänden 1, 3 und 6 sind einige wenige Texte nur einem der beiden Autoren zugeordnet)

  1. Warmzeit. Geschichten aus dem 21. Jahrhundert, 2003, ISBN 3-926126-30-2
  2. Andymon. Eine Weltraum-Utopie (überarbeitete Neuausgabe) 2004, ISBN 3-926126-33-7
  3. Spera. Ein phantastischer Roman in Erzählungen, 2004, ISBN 3-926126-41-8
  4. Der Traummeister. Ein Spera-Roman (überarbeitete und erweiterte Neuausgabe), 2005, ISBN 3-926126-47-7
  5. Pulaster. Roman eines Planeten (überarbeitete und erweiterte Neuausgabe), 2008, ISBN 978-3-926126-48-1
  6. Computerdämmerung. Phantastische Erzählungen, 2010, ISBN 978-3-926126-93-1
  7. Die Wurmloch-Odyssee. Eine Weltraum-Operette, 2014, gemeinsam mit Erik Simon (Bd. 5 in seiner Werkausgabe), ISBN 978-3-943279-21-4. Neuausgabe 2017, ISBN 978-3-946503-16-3.
  8. Leichter als Vakuum. Phantastische Geschichten, 2017, gemeinsam mit Erik Simon (Bd. 6 in seiner Werkausgabe), ISBN 978-3-946503-17-0

Publizistik (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(alle gemeinsam mit Karlheinz Steinmüller)

  • Charles Darwin. Vom Käfersammler zum Naturforscher (Biografie; überarbeitet 2008 u.d.T. 'Darwins Welt. Aus dem Leben eines unfreiwilligen Revolutionärs')
  • Vorgriff auf das Lichte Morgen. Studien zur DDR-Science-Fiction, 1995, ISBN 3-924443-85-8
  • Visionen 1900 – 2000 – 2100. Eine Chronik der Zukunft, 1999, ISBN 3-8077-0198-2
  • Ungezähmte Zukunft. Wild Cards und die Grenzen der Berechenbarkeit, 2003 (dass. überarbeitet 2004 u.d.T. 'Wild Cards. Wenn das Unwahrscheinliche eintritt')
  • Die Zukunft der Technologien, 2006

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Damals erschienen, hätten die Leser im schleimigen Kakerlak, den Ober-Spitzel Mascaras, ein Gleichnis auf die Stasi erkannt und in der 'Anleitung zum lotrechten Träumen' ein Gleichnis auf die letztlich erfolglosen Versuche der SED-Kulturpolitik, die Künste in ideologische Zwänge eingesperrt vor ihren dahinholpernden Karren zu spannen. Doch heute, von dem DDR-typischen Blick nach Aufmüpfigem zwischen den Zeilen befreit, erweist sich das Buch als viel mehr als nur eine verschlüsselte Kritik am SED-Staat. Der Traummeister verhandelt mittels einer spannenden Handlung, die ohne Rücksicht auf Konventionen Elemente aus Science Fiction, Märchen und Fantasy verquickt, die Frage nach dem Sinn der Utopie. Die Revolution von Mascara befreit die Menschen nicht, sie schlägt sie nur in andere, neue Fesseln. Indem Kilean die Miscarier mit Hilfe seiner gesteuerten nächtlichen Visionen 'umträumen' und so zu ihrem Glück zwingen will, verstümmelt er sie, nimmt ihnen Willen und Selbstbestimmung und verkehrt so seine Absicht ins Gegenteil ... gedanklich, stilistisch und sprachlich der bisherige Höhepunkt im Werk der Steinmüllers.“

Karsten Kruschel über Der Traummeister: Das Science Fiction Jahr 1992, hrsg. von Wolfgang Jeschke, Wilhelm Heyne Verlag München, ISBN 3-453-05379-6, S. 825.

„Das Buch der Steinmüllers beleuchtet die Ereignisse von 704 speranischen Jahren, etwa dem Anderthalbfachen in irdischer Zeitrechnung. Es besteht aus 26 Erzählungen unterschiedlicher Länge und Intensität. Manche, eher Vignetten, werfen nur ein schlaglichtartiges Bild auf eine Situation. Andere beschreiben literarisch komplex und mit differenzierten Figuren ein Zeitalter oder einen Wendepunkt. Oder sie erzählen einfach eine spannende Geschichte, die sich historisch mehr oder weniger genau einordnen läßt. Mal sind sie realistisch gehalten, mal klingt der Text wie mündlich überlieferte Märchen und Sagen. Die Form des Ganzen ähnelt der von Ray Bradburys Mars-Chroniken... Das Gedankenspiel um Spera ist eine feine Gelegenheit für Utopiker, einmal tabula rasa zu machen... man kann von Null anfangen und nun alles richtig machen.“

Gundula Sell über Spera: Das Science Fiction Jahr 2005, hrsg. von Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke, Wilhelm Heyne Verlag München 2005, ISBN 3-453-52068-8, S. 1021f.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erik Simon: Angela Steinmüller, Karlheinz Steinmüller. In: Erik Simon, Olaf R. Spittel (Hrsg.): Die Science-fiction der DDR. Autoren und Werke. Ein Lexikon. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1988, ISBN 3-360-00185-0, S. 243–251.
  • Hubert Heinzl: Pulaster, in: Das Science Fiction Jahr 1989 (Bd. 4), herausgegeben von Wolfgang Jeschke, Wilhelm Heyne Verlag, München 1988, ISBN 3-453-03139-3, S. 584–587.
  • Helmut Fickelscherer: SF-Schriftsteller nach der Wende. Ein Interview mit Angela und Karlheinz Steinmüller. In: Berliner Lesezeichen. 4, Heft 7, 1996, ISSN 0945-0106, S. 5–12.
  • Franz Rottensteiner: Karlheinz Steinmüller, Angela Steinmüller. In: Killy Literaturlexikon, Band 11 (Si-Vi), Walter De Gruyter, 2011, ISBN 9783110220414, S. 231–232 (Auszug (Google))
  • Gundula Sell: Computerdämmerung, in: Das Science Fiction Jahr 2011, herausgegeben von Sascha Mamczak, Wolfgang Jeschke und Sebastian Pirling, Heyne, München 2011, S. 1104–1107. ISBN 978-3-453-53379-0
  • David Draut: Zwiespältige Zukunftsvisionen. Das Autorenpaar Steinmüller und die ostdeutsche utopische Science Fiction. Tectum, Marburg, 2014. ISBN 978-3-8288-3337-1
  • Karsten Kruschel: Steinmüller, Angela und Karlheinz. In: Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900. Mit einem Blick auf Osteuropa, herausgegeben von Christoph F. Lorenz, Peter Lang, Frankfurt/Main 2016, ISBN 978-3-63167-236-5, S. 543–550.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]