Angelos Chaniotis

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Angelos Chaniotis (griechisch Άγγελος Χανιώτης; * 8. November 1959 in Athen) ist ein griechischer Althistoriker und Epigraphiker.

Angelos Chaniotis studierte von 1978 bis 1982 die Fächer Geschichte, Archäologie und Klassische Philologie an der Universität Athen und von 1982 bis 1984 die Fächer Alte Geschichte, Klassische Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichte an der Universität Heidelberg. 1984 wurde er dort bei Fritz Gschnitzer und Géza Alföldy promoviert über das Thema Historie und Historiker in den griechischen Inschriften. Anschließend leistete er von 1984 bis 1986 in Griechenland seinen Militärdienst. Im Zeitraum von 1986 bis 1994 folgte eine Lehrtätigkeit am Seminar für Alte Geschichte der Universität Heidelberg. Chaniotis habilitierte sich dort 1992 bei Fritz Gschnitzer im Fach Alte Geschichte an der Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaft mit der Arbeit Ho Kres ton Kreta: Die Verträge zwischen kretischen Städten in hellenistischer Zeit. Nach seiner Habilitation folgte in der Zeit von 1993 bis 1998 eine Lehrtätigkeit an der New York University. Von 1998 bis 2006 lehrte er an der Universität Heidelberg Alte Geschichte, war dort von 2000 bis 2001 Prodekan der Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaft und vom Oktober 2001 bis Februar 2006 Prorektor unter dem Rektor Peter Hommelhoff, zuständig für Internationale Angelegenheiten. Im Jahr 2006 wurde er an das All Souls College in Oxford berufen. Seit dem 1. Juli 2010 ist Chaniotis Professor in der School of Historical Studies am Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey. Chaniotis ist Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie seit 2006 ordentliches Mitglied der Academia Europaea und seit 2009 auswärtiges Mitglied der Finnischen Akademie der Wissenschaften.

Im Jahr 2000 wurde Chaniotis für seine neuen Erkenntnisse in der Geschichtsforschung mit dem Landesforschungspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.[1] Im Jahr 2014 verlieh ihm der Präsident der Hellenischen Republik den Phönix-Orden (Kommandeur). Von der Alexander von Humboldt-Stiftung erhielt er 2015 den Anneliese Maier-Forschungspreis.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Historie und Historiker in den griechischen Inschriften. Epigraphische Beiträge zur griechischen Historiographie (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Bd. 4). Steiner, Stuttgart 1988, ISBN 3-515-04946-0 (Zugleich: Heidelberg, Universität, Dissertation, 1984).
  • Die Verträge zwischen kretischen Poleis in der hellenistischen Zeit (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Bd. 24). Steiner, Stuttgart 1996, ISBN 3-515-06827-9 (Zugleich: Heidelberg, Universität, Habilitations-Schrift, 1992).
  • Das antike Kreta (= Beck'sche Reihe. 2350). Beck, München 2004, ISBN 3-406-50850-2.
  • War in the Hellenistic World. A Social and Cultural History. Blackwell, Malden MA u. a. 2005, ISBN 0-631-22608-7.
  • Θεατρικότητα καὶ δημόσιος βίος στὸν ἑλληνιστικὸ κόσμο. Πανεπιστημιακές Εκδόσεις Κρήτης, Ηράκλειο 2009, ISBN 978-960-524-278-7.

Herausgeberschaften

  • From Minoan farmers to Roman traders. Sidelights on the economy of ancient Crete (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Bd. 29). Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07621-2.
  • Ἔργα και ημέρες στὴν Κρήτη. Απο την προϊστορία στο μεσοπόλεμο. Πανεπιστημιακές Εκδόσεις Κρήτης, Ηράκλειο 2000, ISBN 960-524-087-4.
  • mit Pierre Ducrey: Army and power in the ancient world (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Bd. 37). Steiner, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-08197-6.
  • mit Anika Kuhn, Christina Kuhn: Applied classics. Comparisons, constructs, controversies (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Bd. 46). Steiner, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-515-09430-6.
  • mit Amina Kropp, Christine Steinhoff: Überzeugungsstrategien (= Heidelberger Jahrbücher. 52). Springer, Berlin u. a. 2009, ISBN 978-3-540-88646-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Schwarz: Heidelberger Althistoriker Prof. Dr. Angelos Chaniotis mit Landesforschungspreis ausgezeichnet, Pressemitteilung 9. Februar 2001.
  2. Ludwig-Maximilians-Universität München: Neuer Anneliese Maier-Preisträger für LMU. Abgerufen am 8. Januar 2016.