Angriff auf die Menarscha-Synagoge

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Der Angriff auf die Menarscha-Synagoge war ein religiös motivierter antijüdischer Anschlag von Muslimen in Syrien am 5. August 1949 im jüdischen Viertel von Damaskus.[1] Der Granatenangriff bewirkte den Tod von zwölf Juden, die meisten von ihnen Kinder.

Hintergrund und Ablauf[Bearbeiten]

Die Situation für Syriens Juden verschlechterte sich in den späten 1930er Jahren, da Unruhen in Palästina zu wachsender Feindseligkeit gegen Juden und den Zionismus im Allgemeinen führten. Mit der politischen und wirtschaftlichen Instabilität nach der Unabhängigkeit Syriens 1946 zog der zunehmende religiöse Eifer von Muslimen und der antiwestliche arabische Nationalismus einen immer lauter werdenden antijüdischen Ton mit sich.[2][3] Nach der Etablierung des Staates Israel im Jahre 1948 sahen sich die Juden in Syrien größerer Diskriminierung ausgesetzt, da die Regierung schärfere Restriktionen gegen sie durchsetzte.[4] Während dieser Periode wurden Juden und ihr Eigentum Ziel von antisemitischen Attacken.

Freitagnacht, am 5. August 1949, wurden mehrere Granaten auf die Menarscha-Synagoge in der Hauptstadt Damaskus abgefeuert. 12 Juden, acht von ihnen Kinder,[5] wurden getötet und über 30 weitere schwer verletzt. Der Angriff wurde so geplant, dass er zeitlich mit der Lausanner Konferenz zusammentraf, welche dem Waffenstillstandsabkommen von 1949 folgte, die zwischen Israel und Syrien am 20. Juli 1949 unterzeichnet wurde.[6] Ein gleichzeitiger Angriff fand gegen die Große Synagoge in Aleppo statt und führte zum Tod mehrerer Juden.[7]

Der syrische Präsident Husni al-Za'im sandte seine personelle Vertretung, um die Verwundeten zu besuchen und ordnete an, die Verantwortlichen "auf alle Fälle" zu ergreifen.[8] Die syrische Polizei schrieb die Attacken einer Untergrundbewegung zu, die unter dem Namen Arab Redemption Suicide Phalange[9] operiere, und verhaftete mehrere Verdächtige. Am 9. August gestand ein siebzehnjähriger syrischer Veteran des Arabisch-Israelischen Krieges von 1948, dass er und zwei Freunde hinter den Angriffen gesteckt hätten.[8] Präsident al-Za'im ordnete die Hinrichtung der Angeklagten an, allerdings fand wenige Tage später der Staatsstreich des Colonel Sami Hinnawi statt, und al-Za'im selbst wurde hingerichtet.[10] Im Jahre 1950 wurden die Inhaftierten, die mit den Angriffen in Verbindung gebracht wurden, aufgrund eines angeblichen “Fehlens von Beweisen” freigesprochen.[11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cyrus Adler, Henrietta Szold. American Jewish year book. Volume 52, American Jewish Committee, 1951.
  2. Walter P. Zenner. A global community: the Jews from Aleppo, Syria, Wayne State University Press, 2000. Seite 82. ISBN 0814327915.
  3. Michael R. Fischbach. Jewish property claims against Arab countries, Columbia University Press, 2008. Seite 30. ISBN 0231135386.
  4. James A. Paul. Human rights in Syria, Middle East Watch. Seite 92.
  5. Moshe Gat. The Jewish exodus from Iraq, 1948-1951, Routledge, 1997. Seite 188. ISBN 071464689X.
  6. Yazīd Ṣāyigh. Armed struggle and the search for state: the Palestinian national movement, 1949-1993, Oxford University Press US, 1997. Seite 72. ISBN 0198292651.
  7. Itamar Leṿin. d doors: the seizure of Jewish property in Arab countries, Greenwood Publishing Group, 2001. Seite 175. ISBN 0275971341.
  8. a b Joseph B. Schechtman. On wings of eagles: the plight, exodus, and homecoming of oriental Jewry, T. Yoseloff, 1961. Seite 163.
  9. Sami M. Moubayed. Damascus between democracy and dictatorship, University Press of America, 2007. Seiten 70-71. ISBN 0761817441.
  10. G. N. Giladi. Discord in Zion: conflict between Ashkenazi & Sephardi Jews in Israel Scorpion Publishing, 1990. Seite 89. ISBN 090590687X.
  11. The Jewish Agency's digest of press and events, Volume 3, Jewish Agency for Israel, 1950. Seite 1.080 . [University of California, February 1, 2010.]