Anja Karliczek

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Anja Karliczek (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Anja Maria-Antonia Karliczek (geborene Kerssen; * 29. April 1971 in Ibbenbüren)[1][2] ist eine deutsche Kauffrau und CDU-Politikerin. Seit dem 14. März 2018 ist sie Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Merkel IV.[3] Bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 errang Karliczek im Wahlkreis Steinfurt III das Direktmandat.[4][5]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anja Karliczek entstammt der Brochterbecker Hoteliersfamilie Kerssen. Sie wuchs mit ihren beiden Brüdern im Tecklenburger Land auf, wo ihre Familie seit 1902 das Hotel Teutoburger Wald betreibt.[6]

Nach dem Besuch der Bruder-Klaus-Grundschule Brochterbeck (heute Teil des Schulverbunds Teutoburger-Wald-Grundschule) wechselte sie 1981 an das Goethe-Gymnasium Ibbenbüren, wo sie 1990 ihr Abitur ablegte. Im Anschluss absolvierte sie bei der Deutschen Bank AG in Osnabrück eine zweijährige Ausbildung zur Bankkauffrau und wurde dort als Angestellte übernommen, wechselte jedoch 1993 in den familieneigenen Hotelbetrieb. Es folgte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau mit anschließendem Erwerb der Ausbildereignung. Ab 1994 war Anja Karliczek als leitende Angestellte in dem von ihren beiden Brüdern geführten Ringhotel Teutoburger Wald tätig.[1]

Karliczek ist seit 1995 mit dem Piloten Lothar Karliczek verheiratet. Das Ehepaar hat drei Kinder. Die Familie wohnt im Tecklenburger Ortsteil Brochterbeck.[1][7] Karliczek ist römisch-katholisch.[6]

Ab 2003 absolvierte Karliczek zusätzlich ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen, das sie 2008 mit dem akademischen Grad Diplom-Kauffrau abschloss.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anja Karliczek mit MdL Wilfried Grunendahl (links) und MdEP Markus Pieper während ihres Bundestagswahlkampfs 2013 bei einer CDU-Veranstaltung des Ortsverbands Mettingen.

Lokalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anja Karliczek trat 1998 über die Junge Union in die CDU ein. Seit 2004 gehört sie dem Rat der Stadt Tecklenburg an. In ihrer ersten Wahlperiode hatte sie dort den Vorsitz des Ausschusses für Familie, Senioren und Soziales inne.[1] Überörtlich stand sie von 2004 bis 2010 der Verbandsversammlung des Volkshochschul-Zweckverbandes Lengerich vor.[8] Nach ihrer Wiederwahl 2009 war sie zunächst stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, bevor sie 2011 zur Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde.[9] Diese Funktion hatte sie bis zur Niederlegung ihres Ratsmandates Ende 2014 inne. [10] Seit Anfang 2011 ist sie in der Nachfolge Wilfried Grunendahls Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Tecklenburg.[11]

Bundestag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kandidatur für die Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Steinfurt III setzte sich Anja Karliczek Ende 2012 innerhalb der CDU gegen Karl-Heinz Hagedorn und Heike Weiß durch.[12] Im Wahlkampf legte sie ihre Schwerpunkte auf Wirtschafts- und Mittelstands- sowie Familienpolitik und sprach sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Mütterrente aus.[13][7][14] Bei der Bundestagswahl 2013 erhielt Karliczek 47,9 % der Erststimmen und konnte den Wahlkreis, mit einem Vorsprung von 11,4 Prozentpunkten, direkt gewinnen.[15]

Am 24. Januar 2017 wurde Anja Karliczek in einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Parlamentarischen Geschäftsführerin gewählt und trat damit die Nachfolge von Michaela Noll an, die zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages gewählt worden war.[16]

Zur Bundestagswahl am 24. September 2017 trat Karliczek erneut für die CDU in ihrem Wahlkreis 128 – Steinfurt III an und gewann das Direktmandat mit 44,77 % der Erststimmen.[17][18]

Bundesministerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. März 2018 wurde Anja Karliczek zur Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Merkel IV ernannt.[19] Nach eigener Aussage hat die Ernennung sie (und ihren Mann) überrascht.[20][21] Der SPIEGEL und andere Medien vermuten, dass sie das Amt deswegen bekommen habe, „weil sie eine Frau und katholisch ist – und aus Nordrhein-Westfalen kommt“[20]. Andere Medien wie der Tagesspiegel[22] und die taz verteidigten Merkels Wahl Karliczeks. Ihre eigene Fachfremdheit – Karliczek hat sich bisher vorwiegend mit finanzpolitischen Fragen beschäftigt – möchte Sie nach eigener Aussage damit begegnen, „die richtigen Fragen zu stellen.“[23]

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Lokalpolitik engagierte sich Karliczek in der bis 2005 selbstständigen katholischen Brochterbecker Pfarrgemeinde St. Peter und Paul unter anderem in der Firmkatechese[24] sowie am Ibbenbürener Goethe-Gymnasium als Klassenpflegschaftsvorsitzende.[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anja Karliczek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Lebenslauf von Anja Karliczek in ihrer Webpräsenz; abgerufen am 21. September 2013
  2. zum vollständigen Namen vgl. Sonderheft: Die Wahlbewerber für die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag 2013. Informationen des Bundeswahlleiters, Wiesbaden 2013, S. 93 und 201 (PDF (Memento des Originals vom 21. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de)
  3. sueddeutsche.de 26. Februar 2018: Karliczeks Ernennung ist ein Signal - aber ein falsches (Kommentar)
  4. Irja Most: Karliczek siegt im Wahlkreis Steinfurt III. Liveticker (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ivz-aktuell.de von ivz-aktuell.de (Ibbenbürener Volkszeitung) vom 22. September 2013 (registrierungspflichtig); abgerufen am 22. September 2013
  5. Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Steinfurt III – Erststimmen, abgerufen am 24. September 2017 auf kreis-steinfurt.de
  6. a b Profil beim CDU-Stadtverband Tecklenburg; abgerufen am 21. September 2013
  7. a b Wahl 2013: Gebürtige Ibbenbürenerin Anja Karliczek will in den Bundestag, Interview von Peter Henrichmann mit Anja Karliczek. In: Ibbenbürener Volkszeitung, Online-Fassung vom 27. Januar 2013 (registrierungspflichtig) mit Video beim Lokalfernsehen mazzTV; abgerufen am 22. September 2013
  8. N.N. (Pressemitteilung): Reiner Deutsch übernimmt Vorsitz. In: Westfälische Nachrichten, Online-Fassung (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/archiv.westline.de vom 14. Januar 2010; abgerufen am 22. September 2013
  9. N.N. (Pressemitteilung): Anja Karliczek führt die CDU-Fraktion. In: Westfälische Nachrichten, Online-Fassung vom 27. Februar 2011; abgerufen am 22. September 2013
  10. www.cdu-tecklenburg.de - CDU Fraktion wählt Egbert Friedrich zum neuen Fraktionsvorsitzenden. Abgerufen am 19. August 2017.
  11. Anja Karliczek führt als neue Vorsitzende den CDU-Stadtverband Tecklenburg, Bericht des CDU-Stadtverbands Tecklenburg vom 19. Januar 2011; abgerufen am 22. September 2013
  12. Achim Giersberg: Knapper Vorsprung für Anja Karliczek. CDU kürt Bundestagskandidatin für Steinfurt III. In: Westfälische Nachrichten vom 10. Dezember 2012, Online-Fassung vom 9. Dezember 2012; abgerufen am 22. September 2013
  13. Karliczeks politische Schwerpunkte in ihrer Internetpräsenz; abgerufen am 22. September 2013
  14. N.N. (Pressemitteilung): Wahlkampf – Die Kandidatin Anja Karliczek: Für Mütterrente und Bildung. In: Westfälische Nachrichten, Online-Fassung vom 25. Juli 2013; abgerufen am 22. September 2013
  15. Wahlkreisergebnisse Bundestagswahl 2013 Wahlkreis 128
  16. Karliczek neue Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In: Politik & Kommunikation. (politik-kommunikation.de [abgerufen am 26. Juli 2017]).
  17. Ruth Jacobus: Anja Karliczek will in Berlin bleiben. In: Westfälische Nachrichten. (wn.de [abgerufen am 26. Juli 2017]).
  18. Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Steinfurt III – Erststimmen, abgerufen am 24. September 2017 auf kreis-steinfurt.de
  19. Biographie beim Deutschen Bundestag. Abgerufen am 26. März 2018.
  20. a b Verena Töpper: Anja Karliczek: "Mein Bildungsweg ist so, wie er ist". In: Spiegel Online. 9. März 2018 (spiegel.de [abgerufen am 18. September 2018]).
  21. n-tv Nachrichten: Karliczek überrascht von Ministeramt. In: n-tv.de. (n-tv.de [abgerufen am 18. September 2018]).
  22. George Turner: Eine Newcomerin hat auch Vorteile. In: Der Tagesspiegel Online. 5. März 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 18. September 2018]).
  23. Thomas Görger: Interview mit Anja Karliczek, CDU. 26. Februar 2018, abgerufen am 18. September 2018.
  24. N.N. (Pressemitteilung): Aktuelle Themen in der Diskussion. In: Westfälische Nachrichten, Online-Fassung (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/archiv.westline.de vom 25. März 2003 im Westline-Lokalarchiv; abgerufen am 22. September 2013
  25. N.N.: „Goethe“ sagt Nein zur gebundenen Ganztagsschule. In: Ibbenbürener Volkszeitung, Online-Fassung (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/archiv.westline.de vom 26. September 2008 im Westline-Lokalarchiv; abgerufen am 22. September 2013