Anja Reschke

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Anja Reschke (2018)

Anja Reschke (* 7. Oktober 1972 in München) ist eine deutsche Journalistin, Publizistin und Fernsehmoderatorin. Seit 2001 moderiert sie das Fernsehmagazin Panorama für den Norddeutschen Rundfunk, seit 2015 leitet sie dessen Abteilung Innenpolitik.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reschke wurde 1972 als Tochter des Wirtschaftswissenschaftlers Hasso Reschke in München geboren.[1] Neben ihrem Studium der Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Geschichte und Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das sie 1998 mit dem Magister Artium abschloss,[1] arbeitete sie ab 1993 fünf Jahre lang als freie Reporterin beim Radiosender Antenne Bayern. Von 1998 bis 2000 volontierte sie beim NDR.

Ab 2000 war Reschke freie Autorin für Panorama, Extra 3 und NDR aktuell. Seit Juli 2001 moderiert sie das Fernsehmagazin Panorama und ist als investigative Reporterin des NDR-Reportagemagazins Panorama – die Reporter tätig. Zudem moderiert sie seit 2000 unregelmäßig das Satiremagazin Extra 3, zwischen 2002 und 2019 zählte sie zum Moderatorenteam des NDR-Medienmagazins Zapp. Außerdem gehört sie dem Rateteam der Spielshow strassenstars im Hessischen Rundfunk an.[2] 2011 veröffentlichte sie zum 50-jährigen Jubiläum von Panorama das Buch Die Unbequemen. Wie Panorama die Republik verändert hat.[3] Seit November 2011 ist sie im Ersten mit dem Format Wissen vor 8 – Zukunft zu sehen.[4] Seit Januar 2015 ist sie Leiterin der Abteilung Innenpolitik im Programmbereich Zeitgeschehen/Fernsehen des NDR und damit auch Chefin der Sendungen Panorama und Zapp, wobei sie die Moderation des letztgenannten Formats im April 2019 abgab.

Im August 2015 konstatierte Reschke in einem Kommentar der Tagesthemen „Hetze gegen Flüchtlinge“ und forderte, jeder müsse jetzt „Haltung zeigen“.[5] Mit 3,9 Millionen Views innerhalb eines Tages verbreitete er sich viral im Netz.[6] Anschließend geriet sie laut Einschätzung des Tagesspiegels in einen Strudel aus Beleidigungen und Hass.[7]

Seit April 2020 moderiert sie für das NDR Fernsehen den After Corona Club[8]. In den zwanzigminütigen Sendungen spricht sie mittels Videokonferenzdiensten mit Fachleuten aus Psychologie, Wirtschaft, Soziologie, Politik, Wissenschaft und Medizin über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Der NDR bezeichnet die Sendung als Debattierclub für „Prognosen, Visionen, Einschätzungen und auch Forderungen“.[9]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2003 bis 2007 war Reschke Vorstandsmitglied beim Netzwerk Recherche, einer Vereinigung für investigativen Journalismus. Seit 2009 ist sie Botschafterin der Stiftung RobinAid für medizinische Hilfe in Krisengebieten und seit 2012 Jurorin[2] beim Henri-Nannen-Preis.

Reschke veröffentlichte unter anderem auch im ZEITmagazin.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reschke ist mit dem NDR-Sportreporter Henning Rütten verheiratet und Mutter von zwei Kindern.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Politiker und die Zweitwohnungssteuer
  • 2000: Die Kohl-Rolle
  • 2003: Reach for the Stars (Kurzfilmkomödie) als Katja
  • 2010: Das Märchen von der Chancengleichheit
  • 2011: Die Nacht der politischen Magazine
  • 2011: Das Lügenfernsehen
  • 2011: Die Biolüge
  • 2012: Energiewende: Größenwahn statt Megaplan
  • 2013: Unter Lehrern[14]
  • 2016: Samira (Kurzfilm) als Journalistin
  • 2020: Kroymann (Satiresendung, 1 Folge)

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pech gehabt. Versendet sich. In: Stephan Weichert (Hrsg.): Wozu noch Journalismus? Wie das Internet einen Beruf verändert. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-30004-6, S. 153 ff.
  • Die Unbequemen. Wie Panorama die Republik verändert hat. Redline-Verlag, München 2011, ISBN 978-3-86881-306-7.
  • als Herausgeberin: Und das ist erst der Anfang. Deutschland und die Flüchtlinge. Rowohlt Polaris, Reinbek bei Hamburg 2015, ISBN 978-3-499-63184-9.
  • Haltung zeigen! Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-499-63424-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Anja Reschke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Norbert Beleke (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who's Who. 45. Ausgabe 2006/2007, Schmidt-Römhild, Lübeck 2006, ISBN 978-3-7950-2042-2, S. 1067.
  2. a b c Corinna Berghahn: „Panorama“-Moderatorin Anja Reschke ist in der ARD die Frau für alle Fälle. noz.de, 8. Juli 2012.
  3. Joachim Huber: Journalistin, nicht Diplomatin. tagesspiegel.de, 8. August 2015.
  4. Olaf Jacobs, Theresa Lorenz: Wissenschaft fürs Fernsehen. Dramaturgie, Gestaltung, Darstellungsformen (= Praxiswissen Medien). Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-02422-2, S. 20.
  5. Kommentar zur Hetze gegen Flüchtlinge: Haltung zeigen! (Memento vom 7. August 2015 im Internet Archive). tagesthemen.de, 6. August 2015.
  6. „Tagesthemen“-Kommentar bekommt Beifall. welt.de, 7. August 2015.
  7. Die Wutprobe, Der Tagesspiegel, 22. Januar 2016
  8. After Corona Club in der ARD Mediathek, abgerufen am 6. Juni 2020
  9. After Corona Club: Zu Gast bei Anja Reschke, abgerufen am 6. Juni 2020
  10. tagesschau.de: Anja Reschke zur "Journalistin des Jahres" gekürt. In: tagesschau.de. 21. Dezember 2015, abgerufen am 2. März 2016.
  11. Ndr: Anja Reschke und Michel Abdollahi vom NDR für Deutschen Fernsehpreis nominiert. In: ndr.de. 10. Dezember 2015, abgerufen am 2. März 2016.
  12. Ehrung für Journalistin in Schorndorf: Künkelin-Preis geht an Reschke – Stuttgart – Nachrichten. In: swr.de. 5. August 2015, abgerufen am 2. März 2016.
  13. Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis an NDR-Journalistin Anja Reschke. Der Tagesspiegel, 7. Mai 2018, abgerufen am selben Tage.
  14. Bernd Matzkowski: Kreidezeit. Lehrerjahre sind keine Herrenjahre. Illustration von Ulrich Queste, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-70156-0, S. 15.