Ankershagen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ankershagen
Ankershagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ankershagen hervorgehoben
53.47666666666712.96666666666758Koordinaten: 53° 29′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Penzliner Land
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 28,18 km²
Einwohner: 583 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17219
Vorwahl: 039921
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 005
Adresse der Amtsverwaltung: Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin
Webpräsenz: www.ankershagen.de
Bürgermeister: Thomas Will
Lage der Gemeinde Ankershagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Ankershagen ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern am Nordrand des Müritz-Nationalparks.

Die Gemeinde wird vom Amt Penzliner Land mit Sitz in der Stadt Penzlin verwaltet. Seit dem 25. Juli 2010 trägt der Ort die offizielle Bezeichnung „Schliemanngemeinde Ankershagen“.

Geografie[Bearbeiten]

Ankershagen liegt unmittelbar am Müritz-Nationalpark auf einem eiszeitlichen Endmoränenrücken in Ost-West-Richtung, der die Wasserscheide zwischen den in die Ostsee und den in die Nordsee fließenden Gewässern bildet: Nach Norden fließen die Bäche in die Ostsee ab und nach Süden in die Nordsee (Havel/Elbe).

Mühlensee

Unweit von Ankershagen entspringt die Havel und fließt dann mehr als 300 Kilometer bis sie die Elbe erreicht. Genau genommen entspringt die Havel in den drei Quellseen Born-, Trinnen- und Mühlensee, die früher Teile eines sehr viel größeren eiszeitlichen Rinnensees waren, dessen südliches Ende etwa an der Enge beim Ort Granzin (slawisch Grenze) zu suchen ist, also den Käbelicksee mit umfasst. Um eine Mühle zu betreiben, durchstachen wahrscheinlich schon im Frühmittelalter Mönche den östlichen Rand des Mühlensees, der damit in die Ostsee entwässert. Um Druck für die Mühle zu bekommen, stauten sie den Mühlensee im Süden durch einen heute noch deutlich sichtbaren Damm. Da dieser auf sumpfigem Untergrund liegt, gelang die Abdichtung nicht vollständig. Das Wasser, das heute aus der gemauerten Havelquelle sprudelt, sickert aus dem Südende des Mühlensees unter diesem Damm hindurch. Dieser entwässert also in Ost- und Nordsee. Die Ränder dieses Rinnensees sind durch zahlreiche bis zu 38 Meter über dem Seespiegel hohe Hügel gesäumt, die allesamt im Wald liegen und oben vergleichsweise flach sind. Der nördlichste ist der Warensberg (102,2 m ü. NHN), dessen Name sich aus germanischer Zeit herleitet – entweder vom Gott Wotan oder dem Stamm der Warnen. Östlich des Mühlensees hat einer dieser Hügel im Wald sogar eine (wahrscheinlich neuzeitliche - sie ist einfach zu gut erhalten) Viereckschanze. Von den anderen Hügeln, die von den Bauern als Ackerland und Weiden genutzt werden, ist dagegen keiner abgeflacht, auch nicht jener, auf dem die Königswiege liegt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zu Ankershagen gehören die Ortsteile Ankershagen, Bocksee, Bornhof, Friedrichsfelde und Rumpshagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Megalithgräber und Gräber aus der Bronzezeit bezeugen bis in das 3. Jahrtausend v. Chr die Anwesenheit von Menschen. Zwischen Bornhof und Bocksee findet sich eine ganze Ansammlung von Hügelgräbern. Ein besonders hervorgehobenes Hügelgrab, Königswiege genannt, liegt etwa 500 Meter südlich von Friedrichsfelde. Der Sage nach hat hier vor langer Zeit ein König seine Lieblingstochter in einer goldenen Wiege begraben lassen.

Die erste sichere schriftliche Kunde über die Besiedelung stammt aus dem Jahr 1252. Zu den Sehenswürdigkeiten in Ankershagen zählt die Ruine der mittelalterlichen Wasserburg, die über Jahrhunderte Sitz des Adelsgeschlechts von Holstein war. Ihre Wehrmauer wurde 1997 zum Teil erneuert. Gleich daneben steht ein mehr als 450 Jahre altes Wehrschloss.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Ankershagen

Im Heinrich-Schliemann-Museum[2] wird seit 1980 das Andenken des Troja-Entdeckers gepflegt. Für Kinder wurde vor dem im ehemaligen Pfarrhaus, dem Elternhaus Schliemanns, eingerichteten Museum als besondere Attraktion eine Nachbildung des Trojanischen Pferdes aufgestellt.
  • Eine der größten Eschen Mecklenburg-Vorpommerns steht vor dem Museum, rechts davon das Wirtschaftsgebäude des Museums.
  • Die Kirche Ankershagen ist eine frühgotische Feldsteinkirche mit Formteilen aus Backstein. Der quadratische Chor hat ein kuppelförmiges Kreuzrippengewölbe. Das Schiff wurde schon früh zur zweischiffigen Hallenkirche mit vier Jochen umgebaut. Das Kreuzrippengewölbe ruht auf drei quadratischen Pfeilern. Die Fenster sind nur in der Ostwand in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Sie sind schmal, mit Rundbogen und spitzbogigen Blenden ausgeführt. Der Turm hat einen achtseitigen Fachwerkaufsatz. Schmuckfriese befinden sich in Kirchenschiff und Chor. Zur Inneneinrichtung gehört eine mit Beschlagwerk versehene hölzerne Taufe von 1618. Darüber hängt an der Wand ein lebensgroßes Kruzifix, dessen Korpus aus dem 15. Jahrhundert stammt.
  • Zweigeschossiges, elfachsiges Gutshaus Rumpshagen mit übergiebeltem Mittelrisalit und Mansarddach; Besonderheit: Dekorativer Glasbruch im Putz; nach 1945 Wohnungen und Gemeinderäume, heute gut saniertes Wohnhaus.
  • Kleine Dorfkirche in Rumpshagen von 1779 aus Feld- und Backstein.
  • Informationsstelle am Zugang zum Müritz-Nationalpark in Friedrichsfelde

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ankershagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Homepage des Schliemann-Museums