Ann-Kathrin Kramer

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Ann-Kathrin Kramer (2019)

Ann-Kathrin Kramer (* 4. April 1966 in Wuppertal) ist eine deutsche Schauspielerin und Autorin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ann-Kathrin Kramer wurde als Tochter freischaffender Maler und Bildhauer geboren.[1] Sie hat zwei ältere Brüder.[1] Der Regisseur und Kameramann Willy Zielke ist ihr Großonkel.[2]

Kramer besuchte eine Hauptschule in Wuppertal, die sie mit 16 Jahren verließ.[3][1] Sie arbeitete in München als Schauwerbegestalterin, porträtierte Touristen in Griechenland und holte 1989 das Abitur nach.[3][1] Mit 23 Jahren ging sie an die Schauspielschule Gmelin in München und absolvierte dort die Ausbildung zur Schauspielerin.[1] Sie nahm Gesangsunterricht bei Anneliese Hofmann de Boer und Schauspielunterricht nach der Lee-Strasberg-Methode bei John Costopoulos.[1]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1993 sah man Kramer unter der Regie von Franz Josef Gottlieb an der Seite von Mathias Herrmann, Marion Kracht, Maja Maranow und Krystian Martinek in der Filmkomödie Kein perfekter Mann erstmals im Fernsehen. In der Folgezeit war sie in mehreren Gastrollen verschiedener Fernsehserien, wie SOKO München, Liebe ist Privatsache und Alles außer Mord zu sehen. Eine erste durchgehende Serienrolle bekam sie als OP-Schwester Anna Seidelberg in der Sat.1-Krankenhausserie Hallo, Onkel Doc!, wo sie in den ersten vierzehn Folgen mitwirkte. In der sechsundzwanzigteiligen ARD-Fernsehserie Die Partner war sie neben Jan Josef Liefers und Ulrich Noethen als Ermittlerin Caro Koslowski in einer der Hauptrollen zu sehen.[4]

Seither wirkte Kramer in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. In dem ZDF-Fernsehfilm Die Konkurrentin (1997) besetzte sie Regisseurin Dagmar Hirtz als dynamische und ehrgeizige Betriebswirtin Maren Rieger, die sich in ihre Konkurrentin und Vorgesetzte Katharina Nordberg (Charlotte Schwab) verliebt.[5] Eine weitere Zusammenarbeit mit Schwab folgte mit der ZDF-Krimireihe Das Duo, wo sie mit ihr als Kriminalhauptkommissarin Lizzy Krüger, die sie von 2002 bis 2006 spielte, das titelgebende Duo bildete.[5]

In Marc Rothemunds Liebeskomödie Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit (1998) war sie an der Seite von Christoph Waltz, der den Charly spielt, als dessen Ex-Frau Manuela in einer der Hauptrollen zu sehen.[5] In dem dokumentarischen Fernsehfilm Abgehauen, der nach den Tagebüchern des Schauspielers Manfred Krug tatsächliche Ereignisse schildert, die auf die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR folgten, spielte sie die Rolle der Ehefrau des Künstler und Bildhauers Manfred Salow, der im Film von Peter Donath verkörpert wurde. In dem Sat.1-Thriller Hurenmord – Ein Priester schweigt war sie erstmals an der Seite von Harald Krassnitzer, der die Titelrolle des Priesters spielte, als deren Filmschwester Anna Kleine zu sehen.[5] Unter der Regie von Christiane Balthasar übernahm sie in dem Sat.1-Erotik-Thriller Callboys – Jede Lust hat ihren Preis (1999) erstmals die Rolle der beim BKA Frankfurt arbeitenden Profilerin Michelle Eisner, die sie innerhalb der gleichnamigen Fernsehreihe in den Filmen Messerscharf – Tödliche Wege der Liebe (2002) und Der Auftrag – Mordfall in der Heimat für zwei weitere Male verkörperte.[6][5] Eine weitere ähnlich gelagerte Rolle hatte sie in dem Thriller Auf schmalem Grat, wo sie die Polizistin Carla, die als Undercover-Agentin den rätselhaften Freitod ihrer Freundin und Kollegin aufzuklären versucht, sich dabei in einen Staatsanwalt verliebt und schließlich in ein Netz von Korruption und Sexismus gerät.[5]

Im Januar 2001 war sie erstmals in der ZDF-Krimireihe Ein starkes Team in einer Gastrolle zu sehen. In Peter F. Bringmanns inszenierter Folge Lug und Trug spielte sie die Ehefrau des Spediteurs Lars Buchwald (Peter Sattmann), die ihre eigene Entführung inszeniert, um mit ihrem Liebhaber Benno Sommer (Ingo Naujoks) mit einem ordentlichen Startkapital ein neues Leben beginnen will. In den Jahren 2014 (als Gisela Kubasch) und 2015 (als zweite Ehefrau von Stiftungsgründer Günther Berger) übernahm sie erneut Gastauftritte in der Krimireihe. In dem ARD-Fernsehfilm Allein unter Männern verkörperte sie die Hauptrolle der jungen Tierärztin Dr. Tana Fechner, die sich in den Reitstall-Besitzer Bernhard Bausch (Harald Krassnitzer) verliebt. In Peter Keglevics Sat.1-Kriminalfilm Der Tanz mit dem Teufel (2001), der die Entführung des Unternehmers Richard Oetker im Dezember 1976 nachzeichnet, war sie neben Sebastian Koch in der Rolle der Lena zu sehen.

In dem Sat.1-Fernsehfilm Heiratsschwindlerin mit Liebeskummer (2006), für den Kramer auch das Drehbuch schrieb, verkörperte sie die kurz vor der Pleite stehende Kioskbesitzerin Therese Kötter. In der Fernsehkrimireihe Die Nonne und der Kommissar war sie in den Jahren 2006, 2009 und 2012 in insgesamt drei Filmen in der Hauptrolle der eigenwilligen Schwester Camilla zu sehen. 2007 war Kramer erstmals in der Fernsehreihe Tatort zu sehen, wo sie in der Folge Strahlende Zukunft des Bremer Ermittlerteams Lürsen und Stedefreund die Rolle der Frederike Kawentz übernahm. In dem Fernsehzweiteiler Im Meer der Lügen (2008) spielte sie unter der Regie von Jörg Grünler die allein erziehende Mutter Stefanie Ritter, die sich in einen Flugkapitän verliebt, unter Mordverdacht gerät und in einem mexikanischen Gefängnis landet.[7] In dem fünften und letzten Fall der ARD-Krimireihe Commissario Laurenti, Totentanz (2009), verkörperte Kramer die Schwester von Laurentis Erzfeind Viktor Drakic (Christopher Buchholz), die nicht nur Auftragsmorde erteilt, sondern auch im Eifer des Gefechts die Journalistin Alba Guerra (Natalia Avelon) erschlägt.[8]

In dem dreizehnten Film der Filmreihe Das Traumhotel, Chiang Mai (2010), übernahm sie als Susanne Rückert, die ihren Mann Holger nach einem Tauchgang im thailändischen Chiang Mai vermisst, eine Episodenhauptrolle. In der Sat.1-Produktion 380.000 Volt – Der große Stromausfall (2010) war sie in der Rolle der Berlinerin Anja Radtke, die leitende Ingenieurin eines Energieversorgers, zu sehen. Eine historische Rolle hatte sie 2010 an der Seite von Armin Rohde in dem ARD-Märchenfilm Der Meisterdieb als Gräfin Greta. In dem zweiteiligen ORF 1-Thriller Vermisst – Alexandra Walch, 17 (2011) verkörpert sie gemeinsam mit Richy Müller die leidgeprüften Eltern, deren Tochter Alexandra Walch an ihrem 17. Geburtstag spurlos verschwindet. In Michael Riebls österreichisch-deutschen Fernsehfilm Der Wettbewerb (2011) spielte sie die Ehefrau des Ölmanagers Hubert Fischbach (Harald Krassnitzer). In dem Psychothriller Kleine Morde (2012) agierte sie neben Paul Falk als Anwältin Julia Corner in einer der Hauptrollen. In dem ARD-Fernsehfilm Alles für meine Tochter (2013) spielte sie die Kölner Lehrerin Ines Erdmann, die ihre Tochter zur Adoption freigegeben hat und nach etlichen Jahren in ihrer Schulklasse wiedersieht. In Walter Webers Dramödie Das Kloster bleibt im Dorf (2015) übernahm sie an der Seite von Suzanne von Borsody und Therese Hämer die Rolle der Intrigen spinnenden Psychologin Dr. Ulrike Purscheck. In dem letzten Film der ARD-Melodramreihe Liebe am Fjord, Das Alter der Erde (2016), war sie als Bergführerin Birthe Haugen zu sehen, die den Boden unter den Füßen zu verlieren droht, als ihre 20-jährige Tochter Tilde von zu Hause auszieht. Von 2016 bis 2017 war sie gemeinsam mit Harald Krassnitzer in der von der ARD neu eingeführten Filmreihe Eltern allein zu Haus als Ehepaar Schröder zu sehen. In Hochzeit in Rom (2017) war sie als Mutter des aus Köln stammenden Architekten Max Hauser zu sehen, der sich in die attraktive Kellnerin Bianca D’Arcadia aus Rom verliebt hat.[9] In dem ARD-Fernsehfilm Verliebt auf Island (2019) übernahm sie die Rolle der alleinerziehenden Claudia Freydank, die sich in den besten Freund ihres Sohnes Patrick verliebt hat und es vor ihrem Sohn zu verbergen versucht. Im ZDF-Herzkinofilm Ein Sommer auf Mykonos (2020) spielte sie die Mutter der von Valerie Huber dargestellten Hauptfigur Jana Johannson, die auf Mykonos ihren Ex-Mann wiedersieht.

Kramer ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel und der Deutschen Filmakademie.[10]

Tätigkeit als Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 erschien ihr Kinderbuch Matilda – Oder die aus dem Haus ohne Fenster im Edition Riesenrad Verlag. Die Rechte kaufte später der Baumhaus Verlag und gab es 2013 neu illustriert unter dem Titel Matilda, das Mädchen aus dem Haus ohne Fenster heraus. Im März 2014 erschien mit Neues von Matilda, dem Mädchen aus dem Haus ohne Fenster eine Fortsetzung ihres Kinderbuchs.

Im November 2008 veröffentlichte Stefan Loeffler ein Buch über Ann-Kathrin Kramer mit dem Titel Begegnungen.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer (Romyverleihung 2008 in Wien)

Ann-Kathrin Kramer war bis 1999 fünf Jahre lang mit ihrem Schauspielkollegen Jan Josef Liefers, den sie bei den Dreharbeiten der Fernsehserie Die Partner kennenlernte, liiert.[11] Aus dieser Beziehung entstammt ein gemeinsamer Sohn, der 1997 geboren wurde.[11]

Seit dem Jahr 1999 ist sie mit dem österreichischen Schauspieler Harald Krassnitzer, den sie bei den Dreharbeiten von Hurenmord – Ein Priester schweigt kennenlernte[12], zusammen.[11] Am 7. Juli 2009 heiratete das Paar nach zehn Jahren Beziehung auf einem Schiff auf der Donau in der Wachau.[13][14] Sie leben gemeinsam in Wuppertal und in Krassnitzers Wahlheimat Mieming in Tirol.[15][16]

Seit den 1990er-Jahren engagiert sich Kramer ehrenamtlich bei dem Verein Dunkelziffer, der sich für sexuell missbrauchte Kinder einsetzt. Daneben war sie Botschafterin der Bundesstiftung Kinderhospiz in Olpe.[17]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sekundärliteratur
  • Ann-Kathrin Kramer: Matilda – Oder die aus dem Haus ohne Fenster. Edition Riesenrad Verlag, 2005, ISBN 978-3-8339-0077-8
  • Ann-Kathrin Kramer: Neues von Matilda, dem Mädchen aus dem Haus ohne Fenster. Baumhaus Verlag, 2014, ISBN 978-3-8339-0136-2
Primärliteratur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ann-Kathrin Kramer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Ann-Kathrin Kramer, in: Internationales Biographisches Archiv 29/2013 vom 16. Juli 2013, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 16. Juli 2013 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Vorfahren gesucht: Ann-Kathrin Kramer (Memento vom 24. März 2010 im Internet Archive). Ein Film von Heiko Schäfer. Ausstrahlung im WDR am 19. März 2010. Abgerufen am 5. Januar 2010.
  3. a b Vgl. Setzen, Sechs! – Schulgeschichten aus Deutschland (3/3). Experiment Schule. Dokumentarfilm von Susanne Bausch im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 22. Dezember 2005
  4. Die Partner (26 Folgen). Abgerufen am 30. März 2020.
  5. a b c d e f Ann-Kathrin Kramer: Charakterdarstellerin und Autorin Offizielle Internetpräsenz ZDF; abgerufen am 27. April 2020.
  6. Ann-Kathrin Kramer bei Fernsehserien.de
  7. Ann-Kathrin Kramer: „Es mischen sich immer mehr Menschen ein, die einen Film massenkompatibel machen wollen.“ Ann-Kathrin Kramer im Gespräch mit Tobias Goltz, Planet Interview vom 3. Januar 2008.
  8. Commissario Laurenti: Drehstart für die neue Folge "Totentanz" mit Henry Hübchen in Triest/Italien vom 6. Mai 2008 auf presseportal.de
  9. Das Erste: "Hochzeit in Rom" (AT): Dreharbeiten in Italien mit Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer für eine romantische ARD-Degeto-Komödie vom 12. Oktober 2016 auf presseportal.de
  10. Ann-Kathrin Kramer In: deutsche-filmakademie.de; abgerufen am 1. August 2020.
  11. a b c Ehebruch-Drama bei Wetten, dass..? In: B.Z., Online-Ausgabe vom 28. Januar 2006.
  12. Hurenmord – Ein Priester schweigt Inhalt und Filmkritik bei tvspielfilm.de
  13. Krassnitzer/Kramer: Hochzeit auf der Donau In: Hamburger Abendblatt, Online-Ausgabe vom 15. Juli 2009.
  14. Liebeswalzer auf der blauen Donau In: Bunte Ausgabe Nr. 30/2009.
  15. Jonas Erlenkämper: Krassnitzer schwärmt vom glamourfreien Leben in Wuppertal In: Berliner Morgenpost, Online-Ausgabe vom 2. Dezember 2016.
  16. Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer: Auszeit an Weihnachten In: Gala, Online-Ausgabe vom 25. Dezember 2016.
  17. "Bundesstiftung Kinderhospiz" stellt neuen Botschafter vor In: Westfälische Rundschau, Online-Ausgabe vom 12. August 2008.