Ann Miller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pin-up-Foto von Ann Miller für das Wochenmagazin Yank, the Army Weekly 1945

Ann Miller eigentlich Johnnie Lucille Ann Collier[1] (* 12. April 1923 in Houston, Texas; † 22. Januar 2004 in Los Angeles) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Tänzerin.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Texanerin Ann Miller wurde von ihrer ambitionierten Mutter bereits früh auf Karriere im Showgeschäft gedrillt. Sie nahm zunächst Stepptanzunterricht und übernahm ab 1934 kleinere Filmauftritte. Bereits 1937 erhielt sie bei RKO Pictures einen Vertrag, nachdem sie den Produzenten mit einer falschen Geburtsurkunde vorgegaukelt hatte, sie sei 18 Jahre alt.[2] Das führte unter anderem zur kuriosen Situation, dass sie bereits mit 15 Jahren in Frank Capras mit zwei Oscars ausgezeichneter Komödie Lebenskünstler eine Ehefrau spielte. Ab Anfang der 1940er-Jahre war zunächst bei Columbia beschäftigt, wo sie in zahllosen B-Filmen und kostengünstig hergestellten Musicals wie What’s Buzzin' Cousins? oder She Knew Her Apples auftrat. Vom Studio oft als zweite Heldin neben Jinx Falkenburg eingesetzt, war Miller festgelegt auf die Darstellung eher leichtlebiger Revuemädchen mit einem Herz aus Gold.

Ihr ganzes Talent als Tänzerin kam jedoch erst mit dem Wechsel zu Metro-Goldwyn-Mayer 1946 zur vollen Entfaltung. MGM hatte gerade das berühmte Goldene Zeitalter des Musicals unter der Ägide von Arthur Freed, Stanley Donen und Vincente Minnelli begonnen. Studioboss Louis B. Mayer war auch persönlich von Miller angetan und bot ihr mehrfach an, sie zu heiraten. Sie lehnte die Anträge so verbindlich und freundlich ab, dass Mayer ihr die Entscheidung nie übel nahm oder nachtrug. In der Folgezeit war Ann Miller in Filmen wie The Kissing Bandit, On the Town und Texas Carnival zu sehen. In der mit sehr viel Aufwand und in 3-D produzierten Adaption des Broadwayklassikers Kiss me, Kate stahl Miller als Bianca praktisch den Film von Kathryn Grayson und Howard Keel. Insgesamt fehlte der Schauspielerin jedoch das dramatische Talent, um Hauptrollen zu spielen und mit dem Niedergang des Musicals gegen Mitte der Dekade beendete sie ihre Filmkarriere 1956.

In der Folgezeit war Ann Miller, deren Markenzeichen eine enorm hochtoupierte Frisur wurde, die auch bei den wildesten Tanzroutinen nicht aus der Fassung geriet, als erfolgreiche Solotänzerin in exklusiven Nachtklubs und im Fernsehen zu sehen. 1969 übernahm sie von Angela Lansbury die Hauptrolle in Mame und war zuletzt 1979 in der Revue Sugar Babies zu sehen. 1993 gab sie Tim Allen alias Tim Taylor in der Fernsehserie Hör mal, wer da hämmert (2. Staffel, Folge 16) als Mrs. Keeney ebenso beweglich wie amüsant Tanzunterricht. David Lynch konnte sie 2001 zu einer Nebenrolle in seinem hochgelobten Kinofilm Mulholland Drive – Straße der Finsternis überreden.

Ann Miller war dreimal verheiratet, alle Ehen wurden geschieden. Sie hatte auch Affären mit Louis B. Mayer, Howard Hughes und Conrad Hilton.[3] Sie starb mit 80 Jahren an Lungenkrebs und wurde auf dem Friedhof „Holy Cross Cemetery“ in Culver City, Kalifornien beigesetzt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1934: Anne of Green Gables
  • 1937: New Faces of 1937
  • 1937: Bühneneingang (Stage Door)
  • 1938: Die Marx Brothers: Zimmerdienst (Room Service)
  • 1938: Lebenskünstler (You Can’t Take It with You)
  • 1941: Time Out for Rhythm
  • 1943: Reveille with Beverly
  • 1946: Sambafieber (The Thrill of Brazil)
  • 1948: Osterspaziergang (Easter Parade)
  • 1948: The Kissing Bandit
  • 1949: Heut’ gehn wir bummeln (On the Town)
  • 1950: Brustbild bitte! (Watch the Birdie)
  • 1951: Karneval in Texas (Texas Carnival)
  • 1951: Drei Frauen erobern New York (Two Tickets to Broadway)
  • 1952: Lovely to Look at
  • 1953: Small Town Girl
  • 1953: Küß mich, Kätchen! (Kiss me, Kate)
  • 1954: Deep in my Heart
  • 1955: Hit the Deck
  • 1956: Das schwache Geschlecht (The Opposite Sex)
  • 1956: The Great American Pastime
  • 1976: Won Ton Ton - Der Hund, der Hollywood rettete (Won Ton Ton: The Dog Who Saved Hollywood)
  • 1993: Hör mal, wer da hämmert (Fernsehserie, 1 Folge)
  • 2001: Mulholland Drive – Straße der Finsternis (Mulholland Dr.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ann Miller – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag bei filmreference.com
  2. Ann Millers Nachruf beim Guardian
  3. Ann Millers Nachruf in der New York Times