Anna Arfelli Galli

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Anna Arfelli Galli (* 9. September 1933 in Ravenna) ist eine italienische Medizinerin und Psychologin, ordentliche Professorin für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Universität Macerata, nunmehr emeritiert.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Arfelli studierte Medizin und Chirurgie sowie anschließend auch Klinische Psychologie an der Universität Bologna, wo sie über ihren Lehrer Renzo Canestrari, einem der namhaftesten Gestaltpsychologen Italiens, auch mit der Gestalttheorie vertraut wurde. Sie gehört damit - wie auch ihr Ehemann Giuseppe Galli - der „Schule von Bologna“ der italienischen Gestaltpsychologie an.[1] Zu ihrer klinischen Ausbildung gehörte auch eine gruppentherapeutische Ausbildung bei den Gruppenanalytikern Alice von Platen, Augusto Ricciardi und dem Psychoanalytiker Giampaolo Lai.

Ihre 1957 angenommene, von Canestrari betreute Dissertation beschäftigte sich bereits mit einem entwicklungspsychologischen Thema, nämlich mit dem Lächeln des Säuglings.[2] Die Entwicklungspsychologie und die Lehrerausbildung wurden dann auch zu den beiden Schwerpunkten ihrer weiteren Lehr- und Forschungstätigkeit. Anna Arfelli Galli lehrte ab 1971 Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Universität Macerata, zuerst als Dozentin, von 1991 bis 2003 als ordentliche Universitätsprofessorin. Nach ihrer Emeritierung im Jahr 2003[3] war Anna Arfelli Galli bis Ende 2012 Direktorin des Forschungszentrums für Entwicklungspsychologie und Erziehung an der Universität Macerata.[4] Ihre jüngsten Publikationen befassen sich vor allem mit den entwicklungspsychologischen Forschungsarbeiten der Gestalttheorie. Dazu legte sie auch eine Sammelübersicht in Buchform vor, Gestaltpsychologie und Kinderforschung (2013).

Anna Arfelli Galli wurde 2013 die Ehrenmitgliedschaft der internationalen Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen verliehen.[5]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: L’evoluzione del Sé. Teoria psicologica e prassi educativa. Cittadella editrice, Assisi, ISBN 88-308-0577-7.
  • 1997: Didattica interattiva e formazione degli insegnanti. (Hrsg.). Clueb, Bologna, ISBN 88-8091-497-9.
  • 1998 (mit Michele Corsi): Riforma della scuola e formazione degli insegnanti in Italia (ed.). Istituti Editoriali e Poligrafici Internazionali, Pisa, ISBN 88-8147-134-5.
  • 2000 (mit Anna Maria D'Emilo, ed.): Conoscersi per decidere. Uno studio sull'orientamento nella scuola di base. Morlacchi Editore, Perugia, ISBN 88-87716-18-8.
  • 2000: L'organismo umano come sistema. In: Nicolini P. (Hrsg.): Conoscere il corpo. Rappresentazioni dei bambini e mediazione culturale nell'insegnamento delle scienze. Franco Angeli, Milano 2000, ISBN 88-464-2094-2, S. 9–21, 78-84.
  • 1999 und 2005: Die Aufrichtigkeit der Eltern angesichts der sexuellen Neugierde ihrer eigenen Kinder. Carl Gustav Jung und Melanie Klein in der Rolle als Eltern. In: Giuseppe Galli: Psychologie der sozialen Tugenden. 2. erweiterte Auflage. Böhlau, Wien, ISBN 3-205-77308-X, S. 196–224. (1. Auflage. S. 170–198)
  • 2005: Prima Di Dire 'Io' . In: Anna Arfelli Galli u. a.: L'Io allo Specchio. Edizione Simple, Macerata, ISBN 88-89177-44-6.
  • 2006: Field-Theory and Analysis of Child Behavior in Metzger's School. Development of Self Consciousness and Motivation for Achievement. In: Gestalt Theory. Vol. 28(4), S. 389–402.
  • 2007: La rilevanza della Gestalttheorie per la ricerca psicologica. Edizione Simple, Macerata, ISBN 978-88-89177-83-9.
  • 2008: The relevance of Metzger's thought on early childhood development. In: Gestalt Theory. Vol. 30(4), S. 403–408.
  • 2010: Die Entstehung der Person. In: Giuseppe Galli (Hrsg.): Gestaltpsychologie und Person: Entwicklungen der Gestaltpsychologie. Krammer, Wien, ISBN 3-901811-43-5, S. 77–108.
  • 2011: Richard Meili als Entwicklungspsychologe. In: Gestalt Theory Vol. 33(1), S. 41–56.
  • 2011: Das Werden der Person - Gestalttheoretische Beiträge. In: Phänomenal. Vol. 3(1), S. 8–13.
  • 2012: Eino Kaila und die Wahrnehmung des menschlichen Gesichts beim Säugling. In: Gestalt Theory. Vol. 34(1), S. 15–30.
  • 2013: Gestaltpsychologie und Kinderforschung. Krammer, Wien, ISBN 978-3-901811-66-1. (Stellt die empirischen Forschungsbeiträge von Koffka, Lewin, Kaila, Meili, Gottschaldt, Metzger und ihren Schülern zur Entwicklungspsychologie des Kindes aus den Jahren 1921–1975 vor). Italienische Fassung, ebenfalls 2013: La psicologia evolutiva nella scuola della Gestalt, EUM, Macerata, ISBN 978-88-6056-370-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Renzo Canestrari: Gestalt Psychology in my Scientific Training and at the Start of the School of Bologna. In: Gestalt Theory. 31(1) 2010, S. 79–84. (PDF; 115 kB)
  2. La reazione del sorriso del lattante. (Dissertation, 1957)
  3. siehe dazu: Paola Nicolini, Barbara Pojaghi (Hrsg.): Il rispetto dell’altro nella formazione e nell’insegnamento. Scritti in onore di Anna Arfelli Galli. Festschrift. Verlag EUM, 2006, ISBN 88-6056-008-X.
  4. Centro di ricerca in psicologia dello sviluppo e dell’educazione, siehe [1]
  5. siehe dazu die Laudatio von Gerhard Stemberger (PDF; 342 kB) in Heft 3/2013 der Zeitschrift 'Gestalt Theory'.