Anna Arfelli Galli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Anna Arfelli Galli (* 9. September 1933 in Ravenna; † 1. Mai 2019 in Macerata[1]) war eine italienische Medizinerin und Psychologin, ordentliche Professorin für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Universität Macerata.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Arfelli studierte Medizin und Chirurgie sowie anschließend auch Klinische Psychologie an der Universität Bologna, wo sie über ihren Lehrer Renzo Canestrari, einem der namhaftesten Gestaltpsychologen Italiens, auch mit der Gestalttheorie vertraut wurde. Sie gehörte damit – wie auch ihr Ehemann Giuseppe Galli – der „Schule von Bologna“ der italienischen Gestaltpsychologie an.[2] Zu ihrer klinischen Ausbildung gehörte auch eine gruppentherapeutische Ausbildung bei den Gruppenanalytikern Alice von Platen und Augusto Ricciardi und bei dem Psychoanalytiker Giampaolo Lai.

Ihre 1957 angenommene, von Canestrari betreute Dissertation beschäftigte sich bereits mit einem entwicklungspsychologischen Thema, nämlich mit dem Lächeln des Säuglings.[3] Die Entwicklungspsychologie und die Lehrerausbildung wurden dann auch zu den beiden Schwerpunkten ihrer weiteren Lehr- und Forschungstätigkeit. Anna Arfelli Galli lehrte ab 1971 Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Universität Macerata, zuerst als Dozentin, von 1991 bis 2003 als ordentliche Universitätsprofessorin. Nach ihrer Emeritierung im Jahr 2003[4] war Anna Arfelli Galli bis Ende 2012 Direktorin des Forschungszentrums für Entwicklungspsychologie und Erziehung an der Universität Macerata.[5] Ihre letzten Publikationen befassen sich vor allem mit den entwicklungspsychologischen Forschungsarbeiten der Gestalttheorie. Dazu legte sie auch eine Sammelübersicht in Buchform vor, Gestaltpsychologie und Kinderforschung (2013).

Anna Arfelli Galli wurde 2013 die Ehrenmitgliedschaft der internationalen Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen verliehen.[6]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mourning the death of Anna Arfelli Galli. In: Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen. Abgerufen am 3. Mai 2019 (englisch, Anna Arfelli Galli war Ehrenmitglied dieser Gesellschaft.).
  2. Renzo Canestrari: Gestalt Psychology in my Scientific Training and at the Start of the School of Bologna. (pdf, 112 kB) In: Gestalt Theory. 31(1), 2010, S. 79–84, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 3. Mai 2019 (englisch, wiedergegeben auf gth.krammerbuch.at).
  3. La reazione del sorriso del lattante. Dissertation. 1957.
  4. siehe dazu: Paola Nicolini, Barbara Pojaghi (Hrsg.): Il rispetto dell’altro nella formazione e nell’insegnamento. Scritti in onore di Anna Arfelli Galli. Festschrift. Verlag EUM, 2006, ISBN 88-6056-008-X.
  5. Centro di ricerca in psicologia dello sviluppo e dell’educazione, siehe unimc.it
  6. Gerhard Stemberger: Laudatio: Anna Arfelli Galli – Ehrenmitglied der GTA. (pdf, 353 kB) In: Gestalt Theory. 35(3), 2013, S. 211–216, archiviert vom Original am 25. August 2014; abgerufen am 3. Mai 2019.