Anna Lühring

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Das Grab Anna Lührings vor dem Gedenkstein für die Opfer des Belagerungswinters 1813/14 auf dem Alten Hammer Friedhof

Anna Lühring (Johanna Lühring) (* 3. August 1796 in Bremen; † 25. August 1866 in Hamburg) (teilweise falsch als Lührmann bezeichnet) war als preußische Soldatin zeitweise eine deutsche Berühmtheit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines Bremer Zimmermeisters begeisterte sich nach dem Einmarsch Tettenborns in Bremen und dem Tod der Eleonore Prochaska für die Befreiungskriege. In der Männerkleidung ihres Bruders verließ die 17-jährige am 13. Februar 1814 Bremen. Sie trat dann unter dem Namen Eduard Kruse vor Jülich dem Lützowschen Freikorps bei. In diesem nahm sie an der Belagerung der Stadt Jülich und einigen kleineren Gefechten teil. Nach Bekanntwerden ihrer wahren Identität blieb sie trotzdem bis zu deren Rückkehr nach Berlin bei der Truppe. Dort wurde sie für ihre Verdienste geehrt und in der Berliner Gesellschaft und bei Hofe herumgereicht. Dass sich Johann Smidt gegen den erklärten Willen des Vaters um eine Rückkehr der jungen Frau bemühte, ist freilich als patriotisch-politischer Schachzug des Bürgermeisters gewertet worden.[1] Am 4. Februar 1815 wurde sie triumphal in Bremen empfangen, kehrte in ihr Elternhaus zurück, zog allerdings bald nach Hamburg, wo sie bescheidener Erwerbstätigkeit nachging. 1821 heiratete sie den Kellner und Lohndiener Johann Peter August Lucks aus Altona, der 1827 Hamburger Bürger wurde. 1832, nach dem Tod ihres Ehemannes, lebte sie einsam und verarmt in Horn. Erst 1860 erhielt sie, veranlasst durch den ehemaligen Lützower Jäger und Mitbegründer des Demokratischen Vereins in Bremen Johannes Rösing, endlich von ihrer Heimatstadt Bremen eine kleine Pension für ihre Verdienste.

Ihr Grab befindet sich auf dem Alten Hammer Friedhof in Hamburg-Hamm.

Ehrungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beyer, 1989, S. 30
  2. Schumacher, S. 167