Anna Leisner-Egensperger

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Anna Leisner-Egensperger (* 19. Dezember 1970 in München) ist eine deutsche Rechtswissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Abitur am humanistischen Wilhelmsgymnasium München (1989) studierte Anna Leisner-Egensperger als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). 1994 legte sie das Erste, 1996 das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Im Jahr 1998 wurde sie mit der Arbeit „Die Leistungsfähigkeit des Staates. Verfassungsrechtliche Grenze der Staatsleistungen?“ promoviert. Unter der Betreuung von Klaus Vogel habilitierte sie sich 2001 mit einer Arbeit zum Thema „Kontinuität als Verfassungsprinzip“.[1] Darin entwickelt sie das Verfassungsgebot der Rechtskontinuität als objektivrechtliche Entsprechung zum eingeführten Grundsatz des Vertrauensschutzes. Verfassungsrechtlich begründet wird dieses mit der Gleichheit in der Zeit, die in einen Ausgleich zum demokratischen Diskontinuitätsprinzip gebracht wird. In seiner praktischen Wirkung besagt das Prinzip der Rechtskontinuität, dass das Recht in möglichst schonenden Übergängen fortzuentwickeln ist, ohne abrupte Brüche.[2][3]

Seit dem 1. Oktober 2002 ist Leisner-Egensperger Inhaberin eines Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen einerseits im Verfassungs- und Verwaltungsrecht (öffentliches Dienstrecht, Kommunal- und Polizeirecht, Gesundheitsrecht), andererseits im Finanz- und Steuerrecht (verfassungsrechtliche Grundlagen, Gemeinnützigkeitsrecht, ausgewählte Fragen des Besonderen Steuerrechts).[4]

Leisner-Egensperger ist verheiratet und hat vier Kinder.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leisner-Egensperger ist Mitglied der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft, der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft, des Collegium Europaeum Jenense, der Gesellschaft der Freunde und Förderer der FSU Jena e.V. und der Münchener Universitätsgesellschaft.[1]

Im September 2019 gehörte sie zu den etwa 100 Staatsrechtslehrer, die sich mit dem offenen Aufruf zum Wahlrecht Verkleinert den Bundestag! an den Deutschen Bundestag wandten.[5]

Ausgewählte Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Leistungsfähigkeit des Staates. Verfassungsrechtliche Grenze der Staatsleistungen? Duncker & Humblot, Schriften zum öffentlichen Recht Band 756, 1998, ISBN 978-3-428-09505-6.
  • Kontinuität als Verfassungsprinzip. Unter besonderer Berücksichtigung des Steuerrechts, Mohr (Siebeck), IUS PUBLICUM Bd. 83, 2002, ISBN 978-3-428-09505-6.
  • Vielfalt. Ein Begriff des Öffentlichen Rechts, Duncker & Humblot, Schriften zum Öffentlichen Recht Band 965, 2004, ISBN 978-3-428-11583-9.
  • Gemeinnützigkeitsrecht, in Hübschmann/Hepp/Spitaler (Hrsg.), AO. FGO, abgeschlossen 2015, ISBN 978-3-504-22084-6.
  • Kommunalrecht sowie Polizei- und Ordnungsrecht, in: Manfred Baldus/Matthias Knauff (Hrsg.), Landesrecht Thüringen, Nomos Verlag, 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Steuerrecht. Abgerufen am 1. November 2017.
  2. Gerd Michael Köhler: Besprechung von Kontinuität als Verfassungsprinzip. In: BayVBl. 2014, S. 736.
  3. Rudolf Summer: Besprechung von Kontinuität als Verfassungsprinzip. In: ZBR. 2003, S. 146.
  4. Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Steuerrecht. Abgerufen am 1. November 2017.
  5. Aufruf zum Wahlrecht: "Verkleinert den Bundestag", Offener Brief vom 20. September 2019 in Die Welt.