Anna Thalhammer

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Anna Thalhammer (* 9. August 1985 in Ried im Innkreis[1]) ist eine österreichische Journalistin. Sie ist Chefreporterin der Tageszeitung Die Presse.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Thalhammer studierte von 2003 bis 2005 Germanistik an der Universität Salzburg und anschließend von 2005 bis 2010 Deutsche Philologie und Judaistik an der Universität Wien. 2010 erlangte sie mit einer Diplomarbeit zum Thema Literatur und Politik in der DDR im Kampf um die Macht. Volker Brauns Hinze-Kunze-Roman am Institut für Germanistik der Universität Wien bei Michael Rohrwasser den akademischen Grad Magistra philosophiae.[1]

Während des Studiums war sie von 2005 bis 2007 beim Unternehmen Science Communications als Texterin und im Marketing tätig. Im Februar 2007 begann Thalhammer als freie Journalistin bei der Tageszeitung Kurier zu arbeiten. Ab September 2010 war sie zwei Jahre lang Chefin vom Dienst bei der Zeitschrift biber. Ab Mai 2012 arbeitete sie bei der Tageszeitung Heute in der „Wien-Chronik“.[2] Sie wechselte im Jahr 2015 zur Presse und ist dort seit 2017 Mitglied der Innenpolitik-Redaktion.

Anna Thalhammer war im Jahr 2017 maßgeblich an Enthüllungen von Dirty-Campaigning-Methoden rund um den SPÖ-Berater Tal Silberstein bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 beteiligt (Silberstein-Affäre). Nach der Wahl und noch vor der Angelobung der einzelnen Abgeordneten im Nationalrat enthüllte sie Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Frauen, die den ehemaligen Nationalratsabgeordneten Peter Pilz belasteten. Dieser erreichte bei der Wahl mit der gleichnamigen Liste Peter Pilz 4,41 Prozent, nahm aber sein Mandat aufgrund dieser und weiterer Vorwürfe gegen ihn zunächst nicht an.

Im November 2019 wurde bekannt, dass im Rahmen der BVT-Affäre am 10. Mai 2019 durch das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung versucht wurde, das Mobiltelefon von Thalhammer beschlagnahmen zu lassen um ihre Informanten zu identifizieren. Auch das Gerät der NEOS-Abgeordneten Stephanie Krisper sollte konfisziert werden. Die Staatsanwaltschaft Wien lehnte diese Ansinnen Anfang Juli ab.[3][4]

Im Frühjahr 2021 kam es zu einem neuen Eklat: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wollte die Journalistin strafrechtlich verfolgen lassen, weil ein kritischer Artikel nicht gefiel. Der internationale Aufschrei der Medien war groß. Thalhammer, die seit Jahren in Österreichs Journalistenrankings unter den Top 10 rangiert, wurde 2021 zur Investigativjournalistin des Jahres gekürt. Den Preis vergab das österreichische Branchenmagazin “Der Journalist”.

Als Chefreporterin richtete sie einen Fokus auf das Thema “Korruption in Österreich”; sie ist Expertin für Geheimdienste und bearbeitete in internationalen Recherchekooperationen den Fall rund um Wirecard. Dabei beleuchtete sie vor allem das fragliche Leben des Ex-Wirecard-Vorstands Jan Marsalek und seine Kontakte zu Geheimdiensten. International wurden ihre Recherchen aufgegriffen und zitiert.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anna Thalhammer: Literatur und Politik in der DDR im Kampf um die Macht. Volker Brauns Hinze-Kunze-Roman. Wien Dezember 2010, Lebenslauf auf Seite 95 (Online abrufbar auf den Seiten der Universitätsbibliothek Wien [PDF] Diplomarbeit an der Universität Wien).
  2. a b Astrid Kuffner: Die Besten. In: Der Österreichische Journalist. Ausgabe 10–11, 2013, S. 32.
  3. Fabian Schmid: Ermittler wollten auch Zugriff auf Journalisten-Handy. In: Der Standard. 15. November 2015, S. 7 (Online [abgerufen am 15. November 2019]).
  4. „Eine Attacke auf die Pressefreiheit“. In: Die Presse. 15. November 2015, S. 5 (Online [abgerufen am 15. November 2019]).
  5. „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk ist Journalist des Jahres. Abgerufen am 29. Dezember 2021.