Anna von Sachsen (1544–1577)

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Anna von Sachsen (um 1562). Kreidezeichnung von Jacques Le Boucq. Musée des Beaux-Arts, Arras.

Anna von Sachsen (* 23. Dezember 1544 in Dresden; † 18. Dezember 1577 ebenda) war die Tochter des Kurfürsten Moritz von Sachsen und der Agnes von Hessen.

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annas Eltern Moritz und Agnes
Doppelporträt von Lucas Cranach d. J. (1559)

Anna wuchs nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Albrecht (* 28. November 1545; † 12. April 1546) als Einzelkind auf, das besonders von der Mutter geliebt und verwöhnt wurde. Es ist möglich, dass Annas Schulter deformiert war und sie hinkte.

Am 11. Juli 1553 starb ihr Vater; sein jüngerer Bruder August (1526–1586) übernahm das Amt des Kurfürsten. Annas Mutter heiratete zwei Jahre später den Herzog Johann Friedrich den Mittleren von Sachsen (1529–1595). Anna lebte von nun an mit zwei Geschwistern ihrer Mutter in Weimar. Am 4. November 1555, ein halbes Jahr nach ihrer zweiten Hochzeit, starb auch die Mutter. Die 11-jährige Vollwaise wurde nun an den Dresdner Hof zu ihrem Onkel August und dessen Gattin Anna von Dänemark gebracht, deren Ehe als sehr gut und harmonisch galt.

Anna hatte mit 11 Jahren schon eigenes Personal und ein eigenes Zimmer. Dennoch fühlte sie sich sehr unwohl in Dresden und insbesondere das Verhältnis zu ihrer Pflegemutter, die sie später als ihre Todfeindin hinstellte, war sehr angespannt. Das mag daran gelegen haben, dass das Kind „schwer erziehbar“ und „exzentrisch“ war[1] oder auch an der lutherisch strengen Erziehung. Die Bildung umfasste Bibelkunde, Lesen, Schreiben und Rechnen sowie diverse Handarbeiten. Musik und Tanz, mit denen sie später am Hofe von Wilhelm von Oranien konfrontiert war, gehörten nicht dazu.

Vorbereitung der Heirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna war eine reiche Erbin und kam aus einem der mächtigsten Fürstenhäuser im Reich. Aber die sächsische Prinzessin wurde als wenig ansehnlich, stur und launisch beschrieben, wenn sie auch „großen Verstand“ habe[2].

1556 scheiterte ein erstes Heiratsprojekt mit Erik, Sohn des schwedischen Königs Gustav Wasa.

Dann trat Wilhelm von Oranien auf den Plan. Wilhelm hatte mit seiner ersten Frau Anna von Egmont eine außergewöhnlich glückliche Ehe geführt. Heiratsverbindungen im Hochadel wurden prinzipiell aus Gründen der Sicherung und Ausweitung von Macht und Ansehen geschlossen. Wie Briefe beider Ehepartner belegen, hatte sich jedoch zwischen Oranien und Anna von Egmont eine liebe- und respektvolle Beziehung entwickelt[3]. Anna von Egmonts früher Tod am 24. März 1558 war neben dem Ableben seiner Mutter Juliana von Stolberg 22 Jahre später mit das erschütterndste Ereignis im Leben des Wilhelm von Oranien.

Welche Motive hatten die zukünftigen Ehepartner, der Prinz von Oranien und die sächsische Prinzessin?

Die durchaus reichliche Mitgift von Anna von Sachsen spielte nach Ansicht aller Historiker zwar eine nicht unerhebliche Rolle für Wilhelm von Oranien. Entscheidend war jedoch die Aussicht auf eine Verbindung mit den beiden einflussreichen Fürstentümern Sachsen und Hessen[4].

Anna selbst muss nach dem ersten Treffen mit Wilhelm zwar gewisse Zweifel gehabt haben, sich aber gleichfalls so verliebt haben, dass sie schrieb:

„Er ist ein schwarzer Verräter, aber ich habe keine Ader in meinem Leibe, die ihn nicht herzlich lieb hätte.“

Anna von Sachsen über Wilhelm von Oranien[5]

Außerdem war er auch für eine Prinzessin, die sogar „einen König hätte heiraten können“, wie sie sich später bitter beklagte, eine gute Partie. Als Herr von Oranien (der südfranzösischen Grafschaft Orange) war er souveräner Fürst und einer der wohlhabendsten Adeligen der reichen Niederlande.

Als die Pläne bekannt wurden, gab es heftigen und anhaltenden Widerstand von fast allen Seiten. Der Grund: Wilhelm war zwar zunächst lutherisch aufgewachsen, aber nach seiner Übersiedlung in die Niederlande im Alter von 12 Jahren katholisch erzogen worden. So wollten Kurfürst August von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen nicht, dass die damals 16-jährige Prinzessin den „Papisten“ in die Hände fiel. Und auf der anderen Seite erklärten die Berater von Philipp II., Katholiken sei die Ehe mit „Ketzern“ verboten[6].

Ein weiteres Problem stellte die Tatsache dar, dass Wilhelm aus seiner Ehe mit Anna von Egmont bereits einen Sohn hatte, der vor Kindern mit Anna von Sachsen erbberechtigt war.

Dennoch setzte Wilhelm nach langen Verhandlungen, mit großer Zielstrebigkeit und taktischem Geschick sein Ziel durch. Dabei scheute er auch nicht davor zurück, sowohl der lutherischen als auch der katholischen Seite seine Verbundenheit mit deren jeweiliger Konfession zu erklären[7]. Der Braut sicherte er ungestörte Ausübung ihrer lutherischen Religion zu (was auch eingehalten wurde).

Hierin sehen die Kritiker bis heute „Opportunismus“, während wohlgesonnenere Historiker ein „brillantes diplomatisches Spiel“[8] erkennen wollen oder Wilhelms oft bewiesene Abneigung gegen konfessionellen Dogmatismus[9].

Am 2. Juni 1561 wurde in Torgau der Ehevertrag geschlossen. Annas Mitgift sollte die hohe Summe von 100.000 Talern betragen.

Anna von Sachsen (um 1566). Kupferstich von Abraham de Bruyn.

Die Hochzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochzeit zwischen Wilhelm von Oranien und Anna von Sachsen fand am 24. August 1561 in Leipzig statt. Die Festlichkeiten dauerten eine ganze Woche und stellten alles in den Schatten, was man in der Mitte des Reiches gesehen hatte. 5500 Gäste wurden mit Essen und Trinken, Spielen, Theater, Feuerwerk, Musik und Wettkämpfen unterhalten[10]. Alleine Wilhelm selbst war mit einem „über 1000 Pferde starken Geleit eingetroffen“[11].

Noch vor der Trauung hatte Wilhelm in kleinem Kreis erneut versprechen müssen, seiner Gattin die Ausübung der lutherischen Religion zu ermöglichen[12].

Ein überliefertes Gespräch zwischen der Kurfürstin von Sachsen und Wilhelm gibt einen Hinweis auf kommende Probleme. Annas Pflegemutter bat Wilhelm darum, seine Gattin „zu Gottesfurcht und christlichem Lebenswandel“ anzuhalten. Oranien soll entgegnet haben,

„daß er die Prinzessin nicht mit solchen melancholischen Dingen bemühen wolle, sondern daß sie statt der heiligen Schrift den Amadis von Gallien und dergleichen kurzweilige Bücher, die de amore traktierten, wolle lesen, und statt Strickens und Nähens eine Galliarde wolle tanzen lernen lassen und dergleichen Kourtoisie mehr, wie solche etwa des Landes bräuchlich und wohlanständig.“

Wilhelm von Oranien[13]

Am 1. September 1561 trat Wilhelm von Oranien dann mit seiner jungen Gattin über Dillenburg die Reise in die Niederlande an.

Ehe mit Wilhelm von Oranien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna war zunächst sehr glücklich und ihre Ehe war fruchtbar mit fünf Kindern, von denen drei das Erwachsenenalter erreichten. Eine weitere Tochter Annas, Christine, wurde von Wilhelm nicht anerkannt.

Aber schon bald traten erste Missstimmigkeiten auf, woraufhin Anna immer wieder von ihren Verwandten in Sachsen und Hessen zu Wohlverhalten gegenüber ihrem Gatten ermahnt wurde. Anna lenkte auch zunächst ein. So bedankte sie sich in einem Brief vom 18. Juni 1563 an die Kurfürstin für die Warnung, sich vor dem Zorn und dem Fluchen zu hüten[14]. Ihr „kindlich hertzlieber Herr“ (Wilhelm) habe sie ”auch vil zu lieb”, um ernstlich mit ihr zu sprechen[15]. Im Juni 1565 schrieb sie, sie wolle lieber „tot sein“, als Schande über ihre Verwandten zu bringen[16].

Aus den Briefen Annas ging auch bald hervor, dass sie an Einsamkeit litt. Vom niederländischen Adel fühlte sie sich nicht ihrem Rang entsprechend behandelt[17]. Ihre sächsischen Hofdamen, ohnehin nur für ein halbes Jahr verpflichtet, hatten sie schnell verlassen, teilweise schon nach vier Wochen, weil sie mit „etlichen Sitten des Niederlandes“ nicht klarkamen, „sonderlich sich nicht wollen küssen lassen“[18]. Häufig bat Anna mit „flehentlichen Bittrufen“[19] ihre Verwandten aus Sachsen und Hessen, sie zu besuchen. Indessen schickten die nur ihre Räte, die vor allem Ermahnungen an sie hatten.

Bei allem, was auch Wilhelm tat, um die Ehe zu retten, eskalierte der Streit weiter. Schlimmer noch, „das Geschrei“ über „Unwillen und Missverstand“[20] zwischen den Eheleuten geriet an die Öffentlichkeit und war Tagesgespräch an den Höfen des Reiches.

Die Zwistigkeiten gingen soweit, dass Anna ihren Mann sowie „sein Geschlecht“ (Nassau) vor hohen Gästen heftig beschimpfte und verfluchte.[21] Anna ging nun auch gegenüber ihren Verwandten in die Offensive und fing Anfang 1565 an, sich über ihren Mann zu beschweren, der sie schlecht behandele. Wilhelm selbst spielte mit dem Gedanken, „sie wieder nach Hause zu senden“.[22]

Ende 1565 war die Ehe so zerrüttet, dass selbst der Todfeind Wilhelms, Kardinal Granvelle, detailliert davon erfuhr, wie „arg und allgemein bekannt sein häusliches Leid“ sei[23].

Aus einem Briefwechsel zwischen dem hessischen Landgrafen und Anna Anfang 1566 geht hervor, dass Anna anfing, Schulden zu machen, ihren Schmuck zu versetzen und schlechten Umgang hatte. Es zeigten sich auch bereits deutliche Anzeichen von Depressionen. Sie schließe sich schon tagsüber in ihr verdunkeltes Zimmer ein, komme nicht zu den Mahlzeiten und habe „schwere Gedanken“ im Kopf[24], womöglich ein erstes Anzeichen von Suizidgefahr.

Wilhelm geriet wegen seines Eintretens für die Unabhängigkeit der Niederlande und für religiöse Toleranz in akute Lebensgefahr. Am 23. April 1567 floh er mit Anna und einem Gefolge von über 100 Personen aus Breda mit dem Ziel Dillenburg. Seine in Brüssel verbliebenen engen Verbündeten Egmont (über den Goethe sein bekanntes Drama schrieb) und Hoorn entgingen dem berüchtigten Blutgericht des Herzogs Alba nicht und wurden ein dreiviertel Jahr nach ihrer Gefangennahme öffentlich enthauptet.

Dillenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Mai 1567 erreichte das Paar mit seinem Gefolge Schloss Dillenburg. Nun waren beide Flüchtlinge. Wilhelm war noch schlechter dran, da er sein ganzes Hab und Gut verlor, das von Philipp II. in den Niederlanden konfisziert wurde. Sein ältester Sohn aus erster Ehe wurde von Philipp gefangengenommen und nach Spanien in ein Kloster verbracht.

Wilhelm fing sofort an, den Widerstand in den Niederlanden zu organisieren, während Anna mit ihrer neuen Rolle in Dillenburg nicht zurechtkam. Waren überzogene Ansprüche die Ursache oder eine „unfreundliche Haltung“[25] von Wilhelms Verwandten ihr gegenüber? War es auch eine unerträgliche Langeweile in der Westerwälder Provinz, wie Anna es oft darstellte?

Dillenburg mit dem bekrönenden Schloss in der Ausbaustufe um 1575, hier nach Braun/Hogenbergs Theatri praecipuarum Totius Mundi Urbium Liber Sextus 1617

Schloss Dillenburg war zwar nicht Breda und auch nicht Dresden, aber damals dennoch ein großer Gebäudekomplex, in dem bis zu 300 Menschen lebten. Zudem spielte die Dynastie von Nassau-Dillenburg eine bedeutende Rolle in der Reichspolitik, sowohl in ihrer Stellung zu den Habsburgern, als auch seit der Reformation im Netzwerk der protestantischen Fürsten des Reiches[26][27].

Doch schon nach wenigen Wochen fingen die Zwistigkeiten an, nicht mit Wilhelm, mit dem sie noch einmal eine gute Zeit verlebte und auch zwei weitere Kinder von ihm empfing, sondern insbesondere mit Wilhelms Mutter Juliane von Stolberg und ihrer Schwägerin Elisabeth zu Leuchtenberg, der Frau des regierenden Grafen Johann VI.[28]

In dieser Zeit nahmen auch die Alkoholprobleme zu. „Schon morgens nehme sie ein Glas Wein“, so wurde berichtet, „nachmittags eine größere Menge und abends vor dem Niederlegen einen Schlaftrunk. Am 8. Juni 1567 wurden Wilhelm zwei Maß Wein, Anna aber drei Maß zu Tisch gereicht.“ Anna selbst beschwerte sich, dass sie mit Wein und Bier kurz gehalten werde („verweigerten ihr oft einen Trunk geringen Weines oder Bieres“).[29]

Schon im August 1567 war ihr Unmut auf Dillenburg und den Westerwald so groß, dass sie drohte, „sich aus Zorn und Unwille ein Leid anzutun“[30].

Den letztendlichen Ausschlag, dass man sie am 20. Oktober 1568, als Wilhelm sich in den Niederlanden aufhielt, mit einem Gefolge von 60–70 Personen nach Köln ziehen ließ, war möglicherweise eine in Dillenburg auftretende, ansteckende Krankheit[31]. Als Reisegeld gab man ihr noch 150 Gulden mit, wohl das letzte Geld, was die hochverschuldete Grafschaft kurzfristig auftreiben konnte „und wollte“[32]. Im darauffolgenden Jahr durfte sie noch ihre Kinder nachholen.

Von der Familie ihres Mannes auf eigene Faust nach Köln wegzuziehen (von ihren Verwandten in Hessen und Sachsen hatte sie „keine Einladung“) war für die erst 23 Jahre junge Frau ein mutiger, aber auch folgenschwerer Entschluss. Sie hoffte auf ein großstädtisches Flair und einen potentiellen Bekanntenkreis von „150 niederländischen Edelfrauen, mit denen sie sich unterhalten könne, denn sie habe keine Lust in Dillenburg als Sechswöchnerin zu liegen.“[33]

Ihr Biograph Hans-Joachim Böttcher begründet die Übersiedlung nach Köln unter Verwendung eines modernen Begriffes damit, Anna habe nun „ein selbstbestimmtes Leben“[34] führen wollen – allerdings wollte sie dies auch auf repräsentative Art und hatte dazu keinerlei finanzielle Mittel.

Der Wegzug von Dillenburg bedeutete auch das vorgezogene Ende ihrer Ehe mit Wilhelm von Oranien.

Warum scheiterte die Ehe mit Wilhelm von Oranien?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursachen des Scheitern der Ehe zwischen Anna von Sachsen und Wilhelm von Oranien werden von der Literatur bis zum heutigen Tage unterschiedlich bis kontrovers beurteilt, wobei je nach Standpunkt der Autoren persönliche oder strukturelle Gesichtspunkte in den Vordergrund gerückt werden.

  • Der Historiker Felix Rachfahl urteilte in seiner monumentalen, 3-bändigen Biographie Wilhelm von Oranien und der niederländische Aufstand (1906–1924) sehr hart über Anna: „In dem mißgestalteten Körper wohnte auch eine mißgestaltete Seele, kleinlich, bösartig, jeder Spur des Hohen und Edlen bar.“ (Bd. II/1, S. 350).
  • Der Direktor des Siegener Stadtarchivs Hans Kruse (1882–1941), der über Jahre hinweg umfangreichstes Archivmaterial in Dresden, Marburg, Wiesbaden und Den Haag recherchierte und auf dessen Ergebnisse auch die neuesten Arbeiten in weiten Teilen zurückgreifen, ohne immer seine Urteile zu übernehmen, kam in Wilhelm von Oranien und Anna von Sachsen (1934) zum Schluss, dass die „17jährige Anna einem solchen Leben, einem solchen Haushalt“ in dem Schloss zu Breda mit einem Personal von 256 Personen und einem riesigen Etat nicht vorstehen konnte. Sie sei überfordert gewesen, zumal – worauf mehrere Autoren hinweisen – ihre sächsische Mundart und ihre Unkenntnis des Französischen ihr das Leben zusätzlich schwer machten (S. 37).
Kruse sieht „ihre persönlichen Fehler und Eigenschaften“, ihre „Gereiztheit, Verletzlichkeit und Zanksucht mit krankhafter Selbstgeltung und Ueberheblichkeit“ auch vor dem Hintergrund einer erblichen Belastung, die „durch mehrfache Verwandtenehen“ (S. 145) bei ihren Vorfahren gegeben sei. So identifiziert er gleich zwei Paare, die ihre Urgroßeltern bzw. Ururgroßeltern mütterlicherseits und väterlicherseits waren (S. 145).
  • Anknüpfend an die These einer schweren Erkrankung der sächsischen Prinzessin glaubt der Heimatforscher Hans-Jürgen Pletz-Krehahn in seinem Aufsatz Die bislang unbekannte Krankheit der Anna von Sachsen (1981) die Symptome dafür erkannt zu haben, dass Anna an der Basedowschen Krankheit gelitten habe.
  • Der DDR-Historiker Klaus Vetter geht in Am Hofe Wilhelms von Oranien (1990) von Problemen in der persönlichen Beziehung der Ehepartner auf emotionaler Ebene aus. Anna, die „gebildete und willensstarke junge Frau“ habe mit „Enttäuschung und Verbitterung“ auf Wilhelms außereheliche Eskapaden reagiert (S. 70).
  • Der Historiker Olaf Mörke sieht in Wilhelm von Oranien (2007) die Gründe der gescheiterten Ehe in aufeinander treffenden, unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, in schwer zu erfüllenden „Rollenerwartungen“, in einem „Käfig adliger Konventionen“, „inkompatiblen Vorstellungen“ und in „emotionaler Vernachlässigung einer im gesicherten lutherischen Milieu aufgewachsenen jungen Frau“, die einer religiösen und kulturellen Fremdheit in der katholischen niederländischen Hochadelswelt ausgesetzt gewesen sei (S. 116). Anna sei es auch im Gegenteil zu Wilhelm nicht bewusst gewesen, dass ihre Ehe keine reine Privatsache gewesen sei, sondern politisch-öffentliche Aspekte gehabt habe (S. 118).
  • Die einseitige, pejorative Schuldzuweisung von Felix Rachfahl taucht spiegelverkehrt wieder auf in dem von Maike Vogt-Lüerssen per „Book on Demand“ vertriebenen Text Anna von Sachsen. Gattin von Wilhelm von Oranien (2008). Hier ist es der „ruhm- und machtgierige“, „böswillige“, zur Liebe unfähige Wilhelm (außer zu „sich selbst“), der seine „Machenschaften“ mit „Lügengespinsten“ und „Intrigen“ verfolgte und dem die „intelligente“, „hübsche“, „blonde“ und „sensible“ Anna zum Opfer fiel, weil er seine „schlechten Charakterzüge“ zunächst vor ihr zu verbergen wusste, so wie es für ihn üblich war, „wenn es seinem Zweck und seinem Fortkommen diente“.
  • Für den Heimatforscher Hans-Joachim Böttcher, der 2013 die letzte deutschsprachige Biographie Anna Prinzessin von Sachsen (1544–1577) veröffentlichte, hatten beide Ehepartner „schwierige Charaktere“. Anna schildert er als häufig „unbeherrscht“, „selbstherrlich“ (S. 100) und „gereizt“ (S. 109). Auch er nimmt an, dass sprachliche Differenzen eine große Rolle dabei spielten, dass Anna sich am Hof von Breda, wo Französisch und Niederländisch gesprochen wurde, nicht zurecht fand. Vor allem glaubt er mit psychologischem Einfühlungsvermögen, dass der schon nach wenigen Tagen erfolgte Tod ihres ersten Kindes „einen schweren seelischen Zusammenbruch“ (S. 105) hervorgerufen habe und sich durch dieses Ereignis „vermutlich immer mehr ein tiefer seelischer Schaden ausprägte, der als Bindungsarmut anzusehen ist.“ (S. 105) Wilhelm seinerseits ließ aufgrund seines politischen und gesellschaftlichen Engagements seine junge Frau oft alleine und habe für das zunehmend „nervöse“ und „ängstliche“ Verhalten seiner Frau „überhaupt kein Verständnis“ gezeigt (S. 109–110).
  • Die US-Historikerin Ingrun Mann legt in der neuesten erschienenen Biographie Anna of Saxony. The Scarlet Lady of Orange (2016) den Fokus wieder auf die Persönlichkeit Annas, die eine starke Frau gewesen sei, sich in einem frühen Beispiel von „woman aberration“ (weiblicher Devianz) den Geschlechterkonventionen widersetzt (S. 2), aber gefangen in ihrer „circular logic“ einen fatalen Hang zu Fehlentscheidungen gehabt habe (S. 190).

Köln. Begegnung mit Rubens. Abkehr von Wilhelm.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rinkenhof (Lithografie 1824 von Samuel Prout)

Anna wohnte in Köln zunächst mietfrei in einem Haus, das dem ehemaligen Pfennigmeister (Steuerverwalter) ihres Gatten, einem Johann Mohren, gehörte. (Bei ihrem späteren Aufenthalt im Herbst 1570 wohnte sie dann im Rinkenhof bei der Familie Rubens.)[35] Sie brachte im April 1569 auch ein weiteres Mädchen, Emilia, zur Welt.

Anna lebte in Köln „zwar genau und sparlich“, unterhielt aber einen eigenen Hofstaat von 43 Personen, darunter „viel schlechtes und unnützes Gesinde“, wie ein Beauftragter des Kurfürsten vor Ort in Köln die Lage einschätzte[36]. Selbst in Dresden habe man nicht so viele Leute am Hof. Hinzu kamen regelmäßig Gäste, die ebenfalls verköstigt wurden.

Schon nach kurzer Zeit hatte Anna kein Bargeld mehr. Sie machte sich erneut daran, ihren kostbaren Schmuck und wertvolle Kleidungsstücke weit unter Wert an Pfandleiher zu versetzen, vor allem an den Kölner Kaufmann Peter Regk[37]. Dieser gab für Wertsachen, die auf 16.000–17.000 Taler geschätzt wurden, nur 4000 Taler, und dies nach einiger Aussage auch nur auf der Prinzessin „embsig und vleissig bitten, gesinnen und begehren in ihren hohen anliegenden nöthen“[38]. Anna hoffte, es würde alles von ihren Verwandten wieder ausgelöst. Das geschah aber nicht und wertvollste Utensilien fanden ihren Weg auf den „Grempelmarkt“[39].

In dieser Zeit bat Wilhelm seine Frau mehrfach, zu ihm zurückzukommen:

„il n’y a chose au monde qui donne plus de consolation que de se voir consoler par sa femme (es gibt auf der Welt keinen größeren Trost, als durch seine Frau getröstet zu werden)“

Wilhelm von Oranien[40]

Wilhelm war nun nicht mehr „der vornehmste und reichste niederländische Edelmann“, sondern „ein gehetzter Flüchtling, der sich sowohl vor den Anschlägen Albas als auch vor den Nachstellungen seiner um ihren Sold betrogenen Landsknechte und den immer energischer werdenden Forderungen seiner Gläubiger selbst in Dillenburg nicht mehr sicher fühlte“.[41] Einmal musste er sich gar bei seinem Bruder Johann Hosen leihen.

Und die ohnehin schlechte finanzielle Lage der Grafschaft Nassau-Dillenburg war wegen den Aufwendungen für den Krieg in den Niederlanden zusätzlich strapaziert. Dennoch bot ihr auch Graf Johann an, wieder nach Dillenburg zu kommen. Man würde ihr ein eigenes herrschaftliches Haus mitsamt dessen Einkünften geben und ein Gefolge mit 10-12 Personen stellen[42].

Anna lehnte alles ab, was Johann mit den Worten kommentierte, ihr sei alles „zu wenig und verächtlich“[43]. Die Prinzessin von Oranien selbst erklärte, sie wolle sich in Dillenburg nicht wieder „uffrücken“ lassen, sie sei der Grund „für das Verderben ihres Herrn“[44]. Und überhaupt habe sie von Wilhelm und den seinen nicht das zu erwarten, was ihr „von got und rechts wegen“ zukomme, das Haus Nassau sei ihr „schaden und verderben“ und nochmals zu Wilhelm gerichtet: „habe ich nichts guttes von euch zu erwarten“[45], so schreibt sie in hartem Ton am 6. April 1570.

Anna vertraute nun anderen Personen, nämlich Rechtsberatern, die sie selbst ausgewählt hatte. Mit ihnen verfolgte sie im Wesentlichen drei Strategien, um ihre verzweifelte finanzielle Lage zu verbessern und auf Dauer ein in ihren Augen standesgemäßes Leben führen zu können.

Zum einen strengte sie, nachdem Bittschreiben erfolglos waren, einen Prozess gegen König Philipp II. an, mit dem Ziel, ihr die in den Niederlanden nach ihrer Ansicht zustehenden Güter zu erstatten[46]. Diese Anstrengungen blieben jedoch erfolglos. Im Gegenteil hetzte ihr Alba auch noch den Brüsseler „Fiscus“ (Rechnungshof) auf den Hals.

Auch ihr Onkel und Ziehvater Kurfürst August von Sachsen sowie ihr Onkel, der regierende Landgraf Wilhelm von Hessen, die sie beide immer wieder anschrieb, schickten ihr kein Geld, verfassten aber immerhin einige Schreiben in ihrem Sinn und beauftragten ihre Räte, unter anderem beim Kaiser für sie vorstellig zu werden, ebenfalls ergebnislos.

Schließlich versuchte sie, vom Haus Nassau-Dillenburg vorzeitig ihr Wittum (ihre Witwenversorgung) zu erlangen, entweder die vertraglich vereinbarten Geldzahlungen oder die Grafschaften Hadamar bzw. Diez[47]. Auch hier hatte sie keinen Erfolg, da Dillenburg kein Geld hatte und ihr Wittum auch erst nach Ableben ihres Mannes fällig war. Ihre Argumentation war hingegen, schon jetzt könne ihr Mann nicht mehr für sie sorgen. So oder so war niemand, der Einfluss hatte, interessiert, sie finanziell nachhaltig zu unterstützen, solange sie mit ihrem eigenen Hofgefolge in Köln residierte[48].

Den ersten ihrer Rechtsanwälte, Dr. Johann Betz aus Mecheln, einen ehemaligen Vertrauten ihres Mannes, engagierte sie im April 1570. Er gab sein Mandat im Juni 1570, ohne Ergebnisse erzielt zu haben, selbst zurück, hatte aber bereits 200 Goldkronen verwendet, für die Anna wieder 80 „Gulden Knop“ (goldene, teilweise mit Diamanten besetzte Knöpfe) versetzt hatte[49]. 500 weitere Gulden hatte er vom Kurfürsten von Sachsen erhalten[50].

Der zweite Berater war Jan Rubens (1530–1587). Dieser war in Antwerpen Schöffe (Ratsherr, Richter) gewesen. Als Vertreter der niederländischen Stände war er eigentlich ein Verbündeter Wilhelms und war wie dieser vor der Verfolgung durch Albas „Blutrat“ geflohen. Einer seiner später geborenen Söhne war der berühmte Maler Peter Paul Rubens (1577–1640).

Anna und Rubens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Mai 1570 bis Januar 1571 kam es zu nochmals zu mehreren kurzen Treffen der Eheleute Anna und Wilhelm, unter anderem in Heidelberg, Siegen (damals der zweiten Residenz der Grafschaft Nassau-Dillenburg) und Dillenburg. Anna selbst hielt sich auch in Kassel, Marburg, Gießen und Frankfurt auf, dabei häufig begleitet von Jan Rubens, den sie im Mai 1570 engagiert hatte und der sie auch vor Ort in Siegen aufsuchte, wo Anna die meiste Zeit im Schloss wohnte. Rubens kümmerte sich auch um den weiteren Verkauf ihrer Kleinodien.

Es gab eigentlich den Plan, für Anna und Wilhelm in Erfurt einen Wohnsitz einzurichten. Hessen, Sachsen und Nassau wollten dies zusammen finanzieren[51]. Doch dazu kam es nicht.

Die Beziehungen zwischen Anna und Rubens waren mittlerweile so eng, dass Annas beide Kinder im Herbst 1570 bei der Familie Rubens in Köln wohnten[52]. Das häufige Zusammensein von Anna und Rubens fiel zunehmend auf.

„Ihr intimer [hier: enger] Verkehr konnte bei der zahlreichen Umgebung Annas, bei dem lebhaften Verkehr, der zwischen Dillenburg und Köln und zwischen Siegen und Dillenburg stattfand, nicht unbemerkt bleiben – auch nicht für Wilhelm und seinen Bruder Johann.“

Max Kruse[53]

Eine solche enge Beziehung und wahrscheinlich auch ein sexuelles Verhältnis mit dem Gerichtsschöffen aus Antwerpen einzugehen, war für beide, den verheirateten 40-jährigen Bürger Jan Rubens und die 25-jährige Prinzessin von Oranien, ein hochriskantes Spiel, so urteilt die US-Historikerin Ingrun Mann.

„Anna must have realized that she was about to embark on a dangerous journey that could spell ruin and and societal disgrace [but] Anna proceeded to gamble her life and honor away by giving into her feelings.“

Ingrun Mann[54]

Hans Kruse vermutet, dass bereits zur Jahreswende 1570/71 ein Verdacht vorlag und der Briefwechsel zwischen Anna und Rubens kontrolliert wurde. Anfang März 1571 wurde Jan Rubens vor den Toren von Siegen verhaftet und wenige Tage später nach Dillenburg gebracht.[55]

Die Anklage lautete: Ehebruch. Darauf stand nach den damaligen Gesetzen die Todesstrafe – für beide.

Anna ließ man zunächst im Ungewissen. Voller Sorge schrieb sie in einem ihrer Briefe, der wie viele andere abgefangen wurde und jetzt im Königlichen Archiv in Den Haag lagert:

„Ruebens, ich kan mich nicht genuncksam verwundern, das ich auf alle die briefe, so ich Euch schicke, das welche diser der firde ist, kein andtwordt habe. (...) Ich bin in großen sorgen, das euch einig unglück ist gebordt (...). euer gutte freundin Anna von Sachsen.“

Anna von Sachsen[56]

Rubens gestand nach einem „scharfen Verhör“[57] detailliert, eine über Monate dauernde sexuelle Beziehung mit der Prinzessin gehabt zu haben. Anna gestand nach einigem Widerstand ebenso; man hatte ihr versprochen, Rubens zu schonen. Dieser kam ins Gefängnis, Anna wurde unter Hausarrest gestellt, nachdem sie einer Auflösung der Ehe zugestimmt hatte.

Debatte über Ehebruch – Fakt oder „nassauische Verschwörung“?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde in zwei Veröffentlichungen die Frage gestellt, ob tatsächlich Ehebruch stattgefunden hatte.

Die deutsch-australische Autorin Maike Vogt-Lüerssen und der sächsische Heimatforscher Hans-Joachim Böttcher konstruieren eine großangelegte nassauische Verschwörung gegen Anna.

Beide behaupten unisono, Wilhelm von Oranien habe, um mit seinen Aufstandsplänen in den Niederlanden weiterzukommen, eine kalvinistische Frau heiraten müssen[58], die in Person von Charlotte von Bourbon-Montpensier schon bereit gestanden habe. Deshalb habe er zusammen mit seinem Bruder Johann einen „tückischen Plan“[59] ausgeheckt, der Anna und Rubens ins Verderben stürzte und Wilhelm eine weitere Heirat ermöglichte.

Frau Vogt-Lüerssen stützt sich dabei wieder auf ihre Annahmen über den schlechten Charakter von Wilhelm von Oranien, der „vor keiner Lüge und vor keinem Verrat zurückschreckte“ und dem „unzählige Lügen nachgewiesen“ (S. 74) worden seien. Anderen Personen, die Aussagen über Annas lockeren Umgang mit Männern machten, sei von Anna vorgeworfen worden, man habe sie „bestochen“, um „Lügengeschichten über sie zu erzählen“ (S. 77). Anna sei ein Opfer nassauischer Machtpolitik gewesen, aber eine Frau, die für ihre und Rubens’ Ehre „unermüdlich kämpft“ (S. 76) und deren Verhalten von „reiner Nächstenliebe“ (S. 73) bestimmt war.

Böttcher führt auch an, dem Paar Anna–Jan sei es über ein halbes Jahr hinweg wegen der Anwesenheit von Annas Dienerschaft gar nicht möglich gewesen, einmal alleine zu sein. Gerade das hatte aber der Dillenburger Rat Dr. Schwarz in einem Memorandum an den hessischen Landgrafen vom 6. März 1572 Anna und Rubens vorgeworfen, „die bewußten Werke gar so groblich gesucht und gedrieben, das auch ihr Gesinde und etliche vornehme Personen solchs etlichemal selbst gesehen“ hätten. Schließlich habe man an den Höfen des Reiches bis in die Einzelheiten („particulariteten“) davon geredet, nur der „beleidigt“ selbst (Wilhelm) habe es noch nicht gewusst[60].

Böttcher konzediert selbst, man könne „allerdings annehmen“, dass es zu einem „Techtelmechtel“ (S. 198) gekommen sei.

Die letzte erschienene, große Biographie Anna of Saxony (2016) der US-amerikanischen Historikerin Ingrun Mann geht in einer quellengesättigten Argumentation davon aus, dass sich zwischen Anna und Rubens eine „full-blown sexual relationship“ entwickelt hatte[61].

Der Aussage von Frau Vogt-Lüerssen, Rubens habe eine „sehr glückliche Ehe“ geführt und schon deshalb kein Interesse daran gehabt, mit der sächsischen Prinzessin zu schlafen[62], wird mit einer Reihe von emotionalen und psychologischen Hinweisen begegnet, warum der 14 Jahre ältere „ambitionierte Advokat“[63] durchaus an der jungen, sich vernachlässigt fühlenden Prinzessin Gefallen finden konnte.

Schließlich ist die Frage, ob ein Geständnis, das bei einem „scharfen Verhör“ erzielt wurde, zu dem auch das Zufügen von Schmerzen gehören konnte, die Wahrheit beinhaltet – wie man damals annahm – oder ob – wovon Vogt-Lüerssen und Böttcher ausgehen – der Verhörte einfach sagte, was die Ankläger hören wollten. Rubens musste aber als Gerichtsschöffe, der nach eigener Aussage in Antwerpen selbst in solchen Fällen Todesurteile gefällt hatte[64], klar sein, dass ein Geständnis unter normalen Umständen seine Hinrichtung bedeutete.

Bei einer weiteren ausführlichen Vernehmung, diesmal nicht in „scharfer“ Form fügte Rubens seiner Aussage viele weitere Details hinzu. Anna selbst schwankte beständig zwischen Zornausbrüchen und Schuldbekenntnissen. Am 22. März 1571 schrieb sie an Rubens:

„A! a! ruebens, ruebens wie hat euer Zunge so liberal gewest, zu publicieren euer und meine schandt. Ich hedt euch solches nicht beithraudt, ich mag denken und mich darmitt verthrosten, das es also Gottes Wille ist gewest.“

Anna von Sachsen[65]

Jan Rubens war bis zu seiner Begnadigung im Mai 1573 in Dillenburg im Gefängnis, durfte ausgiebig lesen und schreiben, überstand die Zeit auch einigermaßen und „körperlich noch ganz in Ordnung“, wie er seiner Frau mitteilte[66]. Danach durfte er mit seiner Familie als religiöser Flüchtling weiter im nassauischen Siegen wohnen, aber die Stadt nicht verlassen. In Siegen wurde auch sein Sohn Peter Paul Rubens geboren.

Siegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian, 1655

Anna verblieb bis zum 1. Oktober 1572 mit eigenem Personal unter Hausarrest im Schloss Siegen, wo sie auch am 22. August 1571 ihr Kind Christine zur Welt brachte, dass von Wilhelm nicht anerkannt wurde. Christine wurde vom Haus Nassau eine standesgemäße Erziehung, ein Aufenthalt in einem angesehenen Kloster und eine hohe Leibrente zugesprochen. Sie heiratete einen nassauischen Burggrafen und lebte über 30 Jahre in Langendernbach im sogenannten Hofhaus.

Anna hatte auf Schloss Siegen eigene Räumlichkeiten für sich und ihr Gesinde sowie die erforderlichen Lebensmittel und Wein, die von Graf Johann bezahlt wurden. Vom Kurfürsten von Sachsen vom Landgrafen von Hessen ging regelmäßig Geld für sie ein (beide hatten sich zur Zahlung von 3000 Talern verpflichtet).

Täglich führte sie Korrespondenz. Dabei schrieb sie regelmäßig an Johann und Wilhelm. Sie äußerte den dringenden Wunsch, von Siegen und vom Westerwald wegzukommen und nach Duisburg oder Köln zu ziehen (wo sie Rubens nach seiner Entlassung hätte nahe sein können), was jedoch von allen Beteiligten strikt abgelehnt wurde. Vor allem wollte sie aber, dass Rubens frei kam, da es sich um eine „durch mich verursachte Uebertretung“ gehandelt habe[67].

Ein besonders gutes Verhältnis baute sie zu ihrem Schwager Graf Johann und dessen angesehenen Rat Dr. Jakob Schwarz (1527–1582) auf. Johann bezeichnete sie einmal als ihren „einzigen Heiland“. Dr. Schwarz war für Anna ein wohlmeinender Berater und versuchte immer zu vermitteln[68]. Der gesundheitlich angeschlagene Mann reiste sogar im Dezember 1571 zum hessischen Landgrafen nach Kassel, um ihm ein Bittgesuch Annas zu überreichen[69]. Er musste 10 Tage warten, bis er überhaupt vorgelassen wurde.

Leider zerbrachen auch diese Beziehungen nach kurzer Zeit. Johann bezeichnete sie als „Männchen“ und „Furz“. Dr. Schwarz bezichtigte sie des Missbrauchs von Dokumenten und nannte ihn einen „verrather, boswicht und schelmen“[70].

Annas Gesundheitszustand verschlechterte sich weiter. Der Alkoholkonsum muss noch zugenommen haben. Es wird berichtet, sie habe mit Männern getrunken, bis diese nicht mehr aufstehen konnten. Einmal sei sie volltrunken fast in ein offenes Feuer gefallen. Gerne zechte sie auch bis abends spät mit dem Pfarrer Bernhardi und erregte Mutmaßungen über weitergehende Beziehungen mit dem Geistlichen, der wegen Trunkenheit nach Siegen strafversetzt worden war[71].

Erstmals tauchen Berichte von Gewalttätigkeiten gegen ihr Personal auf. So habe sie ihren Diener Jacques dermaßen geschlagen, dass er aus Nase und Mund blutete, und ihm gedroht, ihn mitsamt seiner Frau, die sie als „dicke hure“ bezeichnet habe, und seinen Kindern umzubringen[72]. Auch ihre Magd Ursel schlug sie nach Annas eigener Aussage so, dass diese noch eine Zeit lang „die Zeichen“ davon mit sich trug[73]. Anderes Personal, von ihr mit dem Henker bedroht, flüchtete bis nach Dillenburg. Ihre Hofmeisterin Frau von Risor verließ sie endgültig.

Bei den häufigen Wutausbrüchen Annas flogen Speisen und Geschirr durch die Gegend, begleitet von heftigen, obszönen Flüchen. Weiterhin berichtete ihre Magd von Selbstmordversuchen und dass Anna scharfe Gegenstände horte, mit denen sie dem Grafen Johann an den Hals wolle[74].

Man erkennt auch erste Wahnvorstellungen, wenn Anna zum Beispiel behauptete, Wilhelm habe von draußen ihr Schlafzimmer beschossen[75]. Ihre letzte verbliebene Magd Dorothea Burkmann wollte weg von ihrer Herrin, aus Angst vor den Redensarten Annas, ihre Diener wollten „ihr blutt saugen“ und auch der Landgraf „sei so durstig nach ihrem blutt“[76]. Angst machten Frau Burkmann auch die Erzählungen der Prinzessin, die von ständig von Liebschaften schwärme und von jungen Knechten und Mönchen, die es in Köln gebe[77]. Ein anderes Mal wolle sie aber wieder „wie eine Nonne“ leben.

Als Fluchtversuche Annas scheiterten, für die sie unter anderem Dorothea Burkmann und ihren Mann einspannen wollte, habe sie diese beiden mit Fäusten und Holzscheiten geschlagen. Deshalb wollte Frau Burkmann, die schon für Annas Eltern gearbeitet hatte und deren Berichte von anderen Zeugen bestätigt wurden, ihrer Herrin nicht mehr dienen.

Am Vorabend von Beilstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna von Sachsen nahm von ihrem Mann von Wilhelm von Oranien in einem vom 12. Mai 1572 datierten Brief mit bitteren Worten endgültig Abschied, als ihr klar wurde, dass dieser nicht mehr gewillt war, sie zurückzunehmen und auch ihre Schreiben nicht mehr beantwortete:

„Elas, Elas[78], wie soll ich in der ewigkeyt müssen beklagen, das ich je dem rath von dem Churfürsten zue Sachsen gevolgt habe, und das ich je auf E. L.[79] mich betrauwet habe, dan das ist ursach, das ich habe veloren leyb, Seel, Ehre und guth.“

Anna von Sachsen[80]

Zu dieser Zeit bereitete sich der Prinz von Oranien darauf vor, wieder in die Niederlande zu gehen, um den Kampf mit Albas Truppen erneut aufzunehmen. Am 9. Juli 1572 erreichte er den Rhein und würde weder Anna, noch Dillenburg und Siegen je wiedersehen.

Aber auch auf Anna wartete eine Veränderung. Wilhelm schrieb an Kurfürst August von Sachsen und klärte ihn erstmals über die Vorwürfe gegen Anna auf. Gleichwohl habe er Anna als Christ verziehen. Es gelte nur, einen Aufenthaltsort für sie zu finden. Nach einer umfangreichen und äußerst langwierigen Korrespondenz zwischen Nassau, Sachsen und Hessen wurde die nassauische Residenz Schloss Beilstein, je nach Sichtweise ein „luftig gesunder orth“ (Dillenburger Rat Dr. Schwarz) oder abgelegener „Nassau outpost“ (US-Historikerin Ingrun Mann) als Annas zukünftiger Aufenthaltsort festgelegt. Hier wolle man ihr 5–6 Räume zur Verfügung stellen, und sie könne mit ihrem ganzen Gefolge, „Hofmeister, Hofmeisterin und Mägden darin tamquam in libera custodia[81] leben können“ (Dr. Schwarz). Insgesamt hatte man an ca. 12-14 Personen Dienstgefolge für sie gedacht, das aufgrund des Umgangs der Prinzessin mit ihrem Personal allerdings schwer zu rekrutieren war. Die Fenster des Schlosses seien vergittert und die Ausgänge bis auf einen vermauert – um Fluchtversuche zu unterbinden.[82]

Das Schloss wurde von einer Delegation besichtigt und für tauglich befunden. Anna wollte allerdings lieber sterben als nach Beilstein zu gehen und griff nach einem Messer, das ihr abgerungen werden konnte[83]. Als heraus kam, dass sie einen (abgefangenen) Brief voller Anschuldigungen gegen Wilhelm und nassauische Amtsträger an Herzog Alba geschrieben hatte, mit dem ihr Mann sich in einem Kampf auf Leben und Tod befand, hatte die nassauisch-sächsisch-hessische Delegation endgültig genug und Anna musste in die Übersiedlung nach Beilstein einwilligen, die am 1. Oktober 1572 stattfand.

Beilstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Jahre in Beilstein von 1572 bis 1575 sollten für Anna eine Zeit voller Demütigungen und ein einziger Alptraum sein. Sie befand sich in einer Siedlung, die nur aus ein paar Häusern bestand, saß mit „gewalt und violence“ gefangen in einem Schloss am Rande des ihr verhassten Westerwaldes („in dis westerwaldt“) und musste endgültig realisieren, dass ihre Welt, die sie kannte, die fürstlichen Höfe, die Festessen, die Ehrerbietung für eine hochgestellte sächsische Prinzessin, untergegangen war.

Schon der Start war denkbar schlecht. Ein großes Thema war nämlich wieder Jan Rubens. Anna redete sich wiederholt in Rage, schrie und zeterte, verwickelte sich dabei in Widersprüche, schimpfte Rubens einen „verredterischen bösewicht“, der „gelogen“ habe und dem sie den Strick wünschte[84]. Erstmals wurde ihr angedroht, sie einmauern zu lassen[85].

Schließlich wurde Jan Rubens schon am 2. Oktober 1572 nach Beilstein vorgeladen und brachte vor den Gesandten erneut ein ausführliches Geständnis vor[86].

Trotz allem wäre es Anna möglich gewesen, noch ein halbwegs erträgliches Leben zu führen. Sie hatte 11 Kisten mit ihrem Eigentum mitnehmen können, hatte ihr Gesinde, zum Essen (das ihr allerdings viel zu derb war) gab es Wein. Sie hatte ihr Kind bei sich, konnte den Gottesdienst besuchen (der ihr allerdings nie viel bedeutet hatte), im Schlossgarten spazieren gehen und auf bessere Zeiten hoffen.

Aber die wenigen Dokumente, die es von den drei Jahren in Beilstein gibt, zeigen Anna als einen schwer kranken Menschen, der stark alkoholabhängig war, häufig geistig verwirrt zu sein schien, die Kontrolle über sich verlor und Gewalt gegen sich und andere richtete. Professionelle Hilfe für einen solchen Menschen gab es zu dieser Zeit nicht.

Im März 1575 tauchten ersten Nachrichten von einer bevorstehenden erneuten Heirat Wilhelm von Oraniens auf. Seine Braut war die ehemalige Äbtissin von Jouarre, Charlotte von Bourbon-Montpensier (1546/47–1582), eine Tochter Ludwigs II. von Bourbon († 1582), Herzog von Montpensier, und seiner ersten Gattin, Jacqueline de Longwy († 1561). Das war nach kalvinistischen Recht möglich, wurde aber vom Kurfürst von Sachsen und vom Landgrafen von Hessen nicht anerkannt. Sie bezichtigten nun ihrerseits Wilhelm des Ehebruchs und forderten die sofortige Rückgabe des ehemaligen Heiratsgutes ihrer Nichte sowie.

August von Sachsen wollte darüber hinaus von Wilhelm, den er nun „Haupt aller Schelme und Aufrührer“ nannte, eine der nassauischen Grafschaften, Hadamar oder Diez als Versorgung für Anna. Außerdem insistierte er darauf, dass die Ehe des Prinzen rechtlich noch nicht geschieden sei. Anna habe ihren Ehebruch nicht vor Gericht eingestanden, und wenn sie es täte, dann könnte sie nachweisen, dass der Prinz seinerseits die Ehe gebrochen habe. Zudem befahl er die sofortige Überführung seiner Nichte aus Nassau nach Sachsen, was er zuvor immer weit von sich gewiesen hatte. Letzteren Wunsch erfüllte Nassau gerne.

Letzte Jahre in Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Anna im Dezember 1575 von ihrer bevorstehenden Verbringung nach Sachsen erfuhr, verübte sie einen Suizidversuch. Am 19. Dezember 1575 steckte man sie schließlich mit Gewalt in ihren Reisewagen. Nach einem längeren Aufenthalt in Zeitz wurde sie im Dezember 1576 nach Dresden gebracht. Dort wurden die Fenster ihres Gemachs vermauert und zusätzlichen noch mit Eisengittern versehen. An der Tür wurde aus dem oberen Feld ein viereckiges Loch herausgeschnitten und mit einem engen Gitter versehen, das außen verschließbar war. Durch dieses Loch wurden Speisen und Getränke für sie gereicht. Vor der Tür gab es außerdem noch ein weiteres Eisengitter.

Seit Mai 1577 litt Anna unter Dauerblutungen. Anna starb am 18. Dezember 1577 kurz vor ihrem 33. Geburtstag. Namenlos wurde sie im Dom zu Meißen an der Seite ihrer Vorfahren bestattet. Die Lage des Grabes ist seit 2017 gekennzeichnet.[87]

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • N.N., ein Mädchen (* 31. Oktober 1562; † wenige Tage später)
  • Anna (1563–1588) – 1587 verheiratet mit Graf Wilhelm Ludwig von Nassau-Dillenburg (1560–1620), Sohn von Johann VI. von Nassau-Dillenburg
  • Moritz (* 8. Dezember 1564; † März 1566)
  • Moritz (1567–1625), Statthalter der Niederlande
  • Emilia (1569–1629) – 1597 verheiratet mit Emanuel (I.) von Portugal (1568–1638)
  • Christine, genannt von Diez (* 22. August 1571), von Wilhelm I. von Oranien-Nassau nicht anerkannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna von Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hellmut Kretzschmar: Anna. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 302 (Digitalisat).
  • Hans-Jürgen Pletz-Krehahn: Die bislang unbekannte Krankheit der Anna von Sachsen – ein Beitrag zur Medizingeschichte. In: Heimatjahrbuch für das Land an der Dill 1981. S. 207–212.
  • Martin Spies: Die Bildnisse Annas von Sachsen. In: Nassauische Annalen, 116, 2005, S. 237–248.
  • Hans-Joachim Böttcher: Anna Prinzessin von Sachsen 1544-1577. Eine Lebenstragödie. Dresdner Buchverlag, 2013. ISBN 978-3-941757-39-4.
  • Ingrun Mann: Anna of Saxony. The Scarlet Lady of Orange. Winged Hussar Publishing, Point Pleasant, New Jersey 2016. ISBN 978-0996365727.

Anna und Wilhelm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Kruse: Wilhelm von Oranien und Anna von Sachsen. Eine fürstliche Ehetragödie des 16. Jahrhunderts. In: Nassauische Annalen, 54, 1934, S. 1–134.

Wilhelm von Oranien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Rachfahl: Wilhelm von Oranien und der niederländische Aufstand (3 Bd.e, hier Bd. 2). Halle a. d. Saale 1907. Passim.
  • Carl Dönges: Wilhelm der Schweiger und Nassau-Dillenburg. Verlag von Moritz Weidenbach, Dillenburg 1909, S. 128–144.
  • Henriette de Beaufort: Wilhelm von Oranien. C. H. Beck, München 1956. Passim.
  • Klaus Vetter: Wilhelm von Oranien. Akademie-Verlag, Berlin 1987. Passim.
  • Klaus Vetter: Am Hofe Wilhelms von Oranien. Edition Leipzig 1990. Passim.
  • Olaf Mörke: Wilhelm von Oranien (1533-1584). Fürst und "Vater" der Republik. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2007, Passim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anna von Sachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kruse, S. 13
  2. Kruse, S. 12-13; Dönges, S. 129; Vetter, S. 51
  3. Vetter 1987, S. 26–28
  4. Vetter 1987, S. 51
  5. Kruse, S. 18
  6. Kruse, S. 16
  7. Vetter 1987, S. 51–52; Kruse, S. 15, 22; Mörke, S. 74
  8. Beaufort, S. 51
  9. Mörke, S. 74
  10. Dönges, S. 130
  11. Vetter 1990, S. 64
  12. Kruse, S. 22
  13. Kruse, S. 23
  14. Kruse, S. 29
  15. ebd.
  16. Rachfahl II.1, S. 384
  17. Beaufort, S. 129–130
  18. Kruse, S. 37
  19. Kruse, S. 36
  20. Brief des Landgrafen von Hessen an Anna, zit. n. Kruse, S. 33
  21. Kruse, S. 38; Vetter 1990, S. 69
  22. Kruse, S. 38
  23. Vetter 1990, S. 69
  24. Kruse, S. 39; Vetter 1990, S. 68
  25. Böttcher, S. 151
  26. Mörke, S. 21
  27. Reformation – Konfession – Konversion. Adel und Religion zwischen Rheingau und Siegerland im 16. und 17. Jahrhundert. Nassauische Annalen 2017. S. 62, 91–96, 246.
  28. Kruse, S. 46; Dönges, S. 134–35
  29. Dönges, S. 134
  30. Dönges, S. 133
  31. Dönges, S. 134
  32. Kruse, S. 46
  33. Dönges, S. 134
  34. Böttcher, S. 153
  35. Kruse, S. 47
  36. Kruse, S. 51
  37. Kruse, S. 53–54
  38. Kruse, S. 54
  39. Kruse, S. 55
  40. Vetter 1987, S. 103
  41. Vetter 1987, S. 103
  42. Kruse, S. 53
  43. Kruse, S. 53; Böttcher, S. 170
  44. Kruse, S. 57
  45. Böttcher, S. 179
  46. Kruse, S. 56–58
  47. Kruse, S. 57–58
  48. Kruse, S. 57–58
  49. Kruse, S. 56
  50. Böttcher, S. 168
  51. Kruse, 73
  52. Kruse, 74
  53. Kruse, S. 75
  54. Mann, S. 189–190. „Anna muss es klar gewesen sein, dass sie sich auf eine gefährliche Reise begab, die ihren Ruin und ihren Ausstoß aus der Gesellschaft zur Folge haben konnte [aber] Anna setzte für ihre Gefühle weiter ihr Leben und ihre Ehre auf’s Spiel.“
  55. Kruse, S. 76-77
  56. Kruse, S. 77
  57. Kruse, S. 77
  58. Maike Vogt-Lüerssen: Anna von Sachsen. Book on Demand, 2008, S. 68–70; Böttcher, S. 193–194
  59. Böttcher, S. 195
  60. Kruse, S. 94–95
  61. Mann, S. 189
  62. Vogt-Lüerssen, S. 72
  63. Mann, S. 182
  64. Mann, S. 201
  65. Kruse, S. 79
  66. Pletz-Krehahn 1981, 199
  67. Kruse, S. 85
  68. Kruse, S. 84
  69. Kruse, S. 86–87
  70. Kruse, S. 93
  71. Kruse, S. 90
  72. Dönges, S. 143–144; Kruse, S. 91–92
  73. Kruse, S. 90
  74. (Kruse, S. 105)
  75. Kruse, S. 90
  76. Kruse, S. 93
  77. Kruse, S. 105
  78. gemeint wahrscheinlich der Prophet Elias
  79. Höflichkeitsformel „Euer Liebden“
  80. Kruse, S. 94
  81. wie in „freiem Gewahrsam“
  82. Kruse, S. 101
  83. Kruse, S. 103
  84. „do in der Hals jucke, woll sie Ime gennen, das Ime sollches ballde gewehredt werde“ (Kruse, S. 110).
  85. Kruse, S. 110
  86. Kruse, S. 110–112
  87. Berühmte Gräber im Dom zu Meißen, Der Sonntag, 10. Februar 2017