Annabichl

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9. Klagenfurter Bezirk
Annabichl
slow. Trna vas
Fläche 21,93 km²
Geografische Lage 46° 39′ N, 14° 18′ OKoordinaten: 46° 39′ N, 14° 18′ O
Höhe 476 m ü. A.
(Schloss Ehrental)
Einwohner 11135 (Stand: 2006)
508 Einwohner je km²
Postleitzahl 9020, 9026
Karte der Bezirke von Klagenfurt
Karte der Bezirke von Klagenfurt

Annabichl (slow. Anapigelj[1]) ist der 9. Bezirk der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee (Österreich).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annabichl befindet sich im Norden von Klagenfurt anschließend an den Bezirk St. Veiter Vorstadt. Die Bezirksgrenze verläuft im Westen südlich der Ortschaften Trettnig und Lendorf entlang der Linie Dellacher Weg - Grenzweg, im Süden entlang des Falkenbergweges und der Trettnigstraße, des Flusses Glan bis zur Pischeldorfer Straße sowie im Osten entlang der Linie Dammgasse - Karl-Friedrich-Gauß-Straße, durchquert das Flugfeld des Klagenfurter Flughafens und verläuft weiter entlang der Drasendorfer und Nessendorfer Straße südlich der Ortschaften Atschalas, Drasendorf und Nessendorf. Im Norden grenzt Annabichl an die Marktgemeinde Maria Saal.

Die höchste Erhebung ist der Maria Saaler Berg (746 m), der sich nicht auf dem Gemeindegebiet von Maria Saal, sondern noch in Klagenfurt, befindet. Weitere Erhebungen sind der Ehrentaler Berg (508 m), der Spitalberg (498 m) und der Galgenbühel (477 m).

Fotos von Häusern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terndorf an der Josef-Sablatnig-Straße

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich vom Schloss Annabichl ab, das Georg Khevenhüller 1580 für seine zweite Frau Anna errichten ließ.

Ab 1528 befand sich hier die Klagenfurter Richtstätte (Galgenbichl), diese wurde jedoch später in den Süden Klagenfurts (an die heutige Rosentaler Straße) verlegt.

In Annabichl, am Fuße des Spitalberges zur Glan hin gründete Hermann von Spanheim das erste Klagenfurt. Da der Kleine Markt immer wieder von der Glan überflutet wurde verlegte sein Sohn Bernhard von Spanheim Klagenfurt 1246 an seinen heutigen Ort.

Die ehemals eigenständige Gemeinde Annabichl wurde am 15. Oktober 1938 zusammen mit einem Teil der Gemeinde Lendorf (die heutige Katastralgemeinde Waltendorf) in die Stadt Klagenfurt eingemeindet.

Der alte slowenische Name für Annabichl ist Gorčica (= kleiner Hügel, Bichl).

Josef Eckert (zweiter von rechts) mit seiner Familie (Foto um 1900)

Glanregulierung durch Josef Eckert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1900 wurde die durch den Bezirk Annabichl fließende Glan unter der Leitung des Wiesentechnikers Josef Eckert reguliert. Dieser Eingriff in die Natur bedeutet Begradigungen eines mäandernden Flusslaufes sowie die Trockenlegung von Sumpfgebieten und Feuchtwiesen durch Dränage-Maßnahmen im Einzugsgebiet von Fließgewässern. Die stark anwachsende Bevölkerungszahl des 19. Jahrhunderts erforderte diese Maßnahmen zur Vergrößerung der landwirtschaftlichen Anbaugebiete und Ackerflächen.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annabichl gliedert sich in drei Katastralgemeinden und in folgende Ortschaften.

  • Ehrental:
    • Annabichl, Ehrental, Feschnig, Tessendorf
  • Marolla:
    • Atschalas, Drasendorf, Gorintschach, Judendorf, Marienhof, Marolla, Nessendorf, St. Georgen am Sandhof, Steinbeis, Terndorf
  • Waltendorf:
    • Waltendorf, Winklern

Freizeit und Muße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Saaler Berg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Wallfahrtsweg führt von Terndorf über Marolla entlang der Westflanke des Maria Saaler Berges zum Dom von Maria Saal. Besonders im Marienmonat Mai wird der Waldweg von gläubigen Pilgern in Andacht beschritten. Dabei werden Rosenkränze gebetet und an den zahlreichen Vovbildern an Bäumen Halt gemacht, um sich der Marienverehrung hinzugeben.

Falkenberg, Trettnig, Waltendorf, Winklern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem Falkenberg, Trettnig und Waltendorf gibt es gut beschilderte Pfade durch Mischwälder, Fluren und Feuchtgebiete.

Glanpark der Landeshauptstadt Klagenfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park wird im Süden von der Glan, im Westen vom LKH-Parkplatz an der Grete-Bittner-Straße und im Norden von der Feschnigstraße begrenzt. Der durch den Grünbereich führende Radweg entlang des Glan-Flusses wird von Parkbänken gesäumt, Holzliegen sorgen für den Freizeit-Charakter der Anlage. Ein Inschriftstein zu Ehren des Namensgebers für das anliegende Fließgewässer findet sich in der Mitte der Grünflächen. Holzspielgeräte motivieren Kinder zum Bleiben.

Der Glanpark wurde in den Jahren 2005 und 2006 von der Landeshauptstadt Klagenfurt unter Mitwirkung des LKH Klagenfurt und der Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG) errichtet. Die laufende Pflege und Erhaltung wird von der Landeshauptstadt Klagenfurt, Abteilung Stadtgarten, wahrgenommen.

Auf der Grundlage des Kärntner Landes-Sicherheitspolizeigesetzes (LGBl. 74/1977 idgF) hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt Klagenfurt den Glanpark zur Hundeverbotszone erklärt. In die Hundeverbotszone dürfen Hunde nicht mitgenommen werden. Hunde dürfen in die Hundeverbotszone nicht hineinlaufen. Bei Übertretungen ist der Hundehalter von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis zu € 2.500, im Wiederholungsfall bis zu € 5.000 zu bestrafen.

Eine Hundefreilaufzone befindet sich 300 Meter westlich des Glanparks zwischen Grete-Bittner-Straße und Glan in der Grünanlage unmittelbar westlich der Rot-Kreuz-Zentrale.

Josef Sablatnig Straße in Flughafennähe, im Hintergrund der Ulrichsberg
Blick auf die Ortschaft Marolla und Sankt Georgen am Sandhof

Pfarren und Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk wird in zwei katholischen Pfarren unterteilt:

  • Pfarre Annabichl
    • Pfarrkirche Annabichl zum „Kostbaren Blut“
    • Kirche von Tessendorf
  • Pfarre St. Georgen am Sandhof
    • Pfarrkirche St. Georgen
    • Kirche St. Ulrich in Krastowitz

Weiters befindet sich im Bezirk die Neuapostolische Kirche.

Fotos der Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Khevenhüllerkaserne und Soldatenwohnhäuser
  • Ingeborg Bachmann-Geburtshaus in der Durchlaßstraße Nr. 35

Das schlichte vorstädtische Wohnhaus mit Holzbalkon wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und in seiner Erscheinungsform bis zum heutigen Tage verändert. Erwähnung findet es in Ingeborg Bachmanns Erzählband „Das dreißigste Jahr“.

  • Business-Park in der „Schleppe-Kurve“ an der Feldkirchner Straße
  • Gotischer Mauerspeicher in Tessendorf

Dieses für das Stadtgebiet von Klagenfurt sehr seltene Beispiel befindet sich in der Tessendorfer Straße 124 und die Errichtung wird mit spätes 15./frühes 16. Jahrhundert angegeben. Dieser alte „Schüttkasten“ erhielt im 18./19. Jahrhundert einen nordöstlichen Anbau. Das Bauwerk ist aus einem Edlingerhof hervorgegangen. Im nordwestlichen Innenraum findet sich ein Kreuzgratgewölbe mit aufgeputzten Graten. Im Jahr 1998 erfolgte eine Restaurierung.

Bilder der Schlösser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zentralfriedhof Annabichl, der größte Friedhof Klagenfurts
  • Internationaler Flughafen Klagenfurt (die Lande- und Startbahn liegt jedoch zur Hälfte im Bezirk St. Peter)
  • Laudon- und Khevenhüllerkaserne
  • Brauerei Schleppe

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Annabichl gibt es einen Bahnhof an der Südbahn (ÖBB Fahrplanbild 601). Der Bahnhof trägt den Namen Klagenfurt Annabichl. Durch den Bezirk Annabichl führen auch einige Buslinien der Stadtwerke Klagenfurt:

  • Die Linien 40 und 42 verkehren ab der Haltestelle Sonnengasse im Bezirk. Sie fahren die St. Veiter Straße entlang bis zur Haltestelle Bahnhof Annabichl. Die Linie 40 fährt dann weiter eine Schleife über Tessendorf nach Walddorf, die Linie 42 eine Schleife zum Flughafen, nach St. Georgen am Sandhof und Terndorf.
  • Die Linie 41 verkehrt ab dem Einbiegen von der St. Veiter Straße in die Feschnigstraße im Bezirk und fährt dann über die Ortsteile Feschnig und Ehrental zur Endhaltestelle Bahnhof Annabichl.
  • Die Linien 30 und 32 fahren über die Feldkirchner Straße nach Wölfnitz und befinden sich zwischen den Haltestellen Schleppe und Lendorf Ort im Bezirk Annabichl.
  • Die Linie 31 verkehrt ab der Haltestelle Spitalbergweg am Anfang der Feschnigstraße im Bezirk. Sie fährt dann wie die Linie 41 über den Ortsteil Feschnig. Über die Suppanstraße fährt die Linie auf die Feldkirchner Straße und befindet sich dann auf der Fahrt nach Wölfnitz wie die Linien 30 und 32 bis zur Haltestelle Lendorf Ort im Bezirk Annabichl.

All diese Linien führen auf der Rückfahrt über die gleiche Strecke wie bei der Hinfahrt.
Nach etwa 20 Uhr verkehren Nachtlinien, wovon zwei den Bezirk Annabichl bedienen:

  • Die Linie 93 fährt über die Feldkirchner Straße nach Wölfnitz und befindet sich wie die entsprechenden Taglinien zwischen den Haltestellen Schleppe und Lendorf Ort im Bezirk.
  • Die Linie 94 befindet sich ab dem Einbiegen von der St. Veiter Straße in die Feschnigstraße im Bezirk und führt dann über die Ortsteile Feschnig und Ehrental zum Bahnhof Annabichl. Von dort verkehrt sie auf der Rückfahrt über die St. Veiter Straße und verlässt den Bezirk nach der Haltestelle Sonnengasse.

Diese Linienübersicht befindet sich auf dem Stand von Juni 2016.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annabichl und die St. Veiter Straße, Anton Kreuzer/Johann Jaritz, Klagenfurt 2009, Kreuzer Buch, Einigkeitsstraße Nr. 3, 9020 Klagenfurt
  • Lendorf und die Feldkirchner Straße, Anton Kreuzer/Johann Jaritz, Klagenfurt 2008, Kreuzer Buch, Einigkeitsstraße Nr. 3, 9020 Klagenfurt

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsnamenverzeichnis (PDF; 146 kB), abgerufen 27. Februar 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Annabichl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien