Anne Roth

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Anne Roth (2013)

Anne Roth ist eine deutsche Politologin[1] und Aktivistin, die sich vor allem mit innenpolitischen Themen, insbesondere mit der digitalen Überwachung,[2] aber auch mit Extremismusdiskursen und Netzfeminismus befasst. Sie ist Referentin für die Fraktion Die Linke im NSA-Untersuchungsausschuss.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 2000er Jahre war Anne Roth an der Gründung der linksalternativen Nachrichten-Plattform Indymedia beteiligt.

Öffentliche Bekanntheit erlangte Anne Roth durch die Berichterstattung in ihrem Blog über das strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen ihren Partner, den Sozialwissenschaftler Andrej Holm, der am 31. Juli 2007 wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verhaftet worden war. Das Ermittlungsverfahren wurde 2010 eingestellt, nachdem sich die Tatvorwürfe endgültig als unzutreffend erwiesen hatten.

Anne Roth machte ihre Erfahrungen aus dieser Zeit von Anfang an öffentlich und bat um Solidarität mit ihrem Partner. Zahlreiche Wissenschaftler unterstützten den Aufruf.[3] In ihrem Blog berichtete sie über die vielen Facetten der Maßnahme für ihren Partner und für sie selbst in dieser Zeit. So schrieb sie etwa über die Auffälligkeiten bei der Funktion ihrer Telefonanlage oder über die Veränderungen ohne eigenes Zutun in der Wohnung:

„Ich rufe Andrejs Handy an und werde aufgefordert, meine eigene Mailbox-PIN einzugeben. Ich versuche es mit dem Festnetztelefon nochmal und höre meine eigene Ansage. Dann ruft mich jemand anders auf dem Handy an, es klingelt zweimal.. und stürzt ab.“

Anne Roth[4]

In der Folge wurde sie als Referentin auf Tagungen eingeladen. Im Dezember 2007 sprach sie das erste Mal auf dem Chaos Communication Congress,[5] seit 2008 trat sie als Rednerin auf der Demonstration Freiheit statt Angst und auf der Blogger-Konferenz re:publica auf, um über die Überwachung durch staatliche Stellen und durch Private aufzuklären.

Anne Roth arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Tactical Technology Collective. Seit 2014 ist sie Referentin für die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag und arbeitet für die Abgeordnete Martina Renner, die die Fraktion im NSA-Untersuchungsausschuss vertritt.

Feminismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem Blog 50 Prozent sammelt Anne Roth seit 2012 Zahlen über die Besetzung von Podien und Konferenzen, um auf das häufig starke Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmenden auf Bühnen etc. hinzuweisen.[6]

Im Rahmen der Non-Profit-Gruppe Rails Girls, die Frauen ermuntert und motiviert, sich mit dem Programmieren zu beschäftigen, initiierte Roth gemeinsam mit anderen Frauen im März 2014 die sogenannte „Speakerinnen-Liste“. Auf der Webseite können sich Frauen jedweder Richtung als Expertinnen eintragen, um Organisatoren von Podien und Konferenzen zu ermutigen, mehr Frauen einzuladen.[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrej Holm und Anne Roth: Terrorermittlungen und Internet. Verdachtsmomente und Gegenstrategien, in: Kulturrisse 01/2008
  2. Podcast 'Wir müssen reden', Ausgabe 68, 2013
  3. anna: Criminalization of critical academic research and political engagement. In: Mailingliste nettime.org. 17. August 2007, abgerufen am 4. Oktober 2016 (englisch).
  4. Anne Roth: Telefonterror, annalist.noblogs.com, 5. Oktober 2007. Abgerufen am 4. August 2014.
  5. What is terrorism? And who is terrorising whom?, events.ccc.de. Abgerufen am 4. August 2014.
  6. Philippa Schindler: Speakerinnen-Liste gelauncht - Geschlechterverhältnis unter SpeakerInnen ist unausgeglichen. Interview mit der Netzaktivistin Anne Roth, aviva-berlin.de, August 2013. Abgerufen am 4. August 2014.
  7. Über Speakerinnen*-Liste. In: speakerinnen.org. Abgerufen am 27. September 2014 (deutsch).