Anne Zohra Berrached

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Anne Zohra Berrached (2016)

Anne Zohra Berrached (* 31. Juli 1982[1] in Erfurt) ist eine deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines aus Algerien stammenden Gastarbeiters ist in der DDR geboren und aufgewachsen. Sie besuchte die Realschule, die Fachoberschule und absolvierte ein Studium der Sozialpädagogik. Danach war sie zwei Jahre als Theaterpädagogin in London tätig, ehe sie in Kamerun und Spanien lebte.[2]

Nach dem vierjährigen Auslandsaufenthalt zog Anne Zohra Berrached nach Berlin, wo sie Schauspielkinder für einen Abschlussfilm der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam betreute und die Arbeit des Regisseurs beobachtete.[2] Daraufhin inszenierte sie[3] einen ersten eigenen Dokumentarfilm Der Pausenclown (2009) über ihren libanesischen Nachbarn. Der Dokumentarfilm wurde später im WDR ausgestrahlt. 2009 begann Anne Zohra Berrached ein Filmstudium an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, nachdem man sie in Potsdam abgelehnt hatte.[2]

Mit ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm, Zwei Mütter, gewann sie 2013 den Preis der Perspektive Deutsches Kino der 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin. 2016 feierte ihr zweiter Spielfilm, das Abtreibungsdrama 24 Wochen als einziger deutscher Beitrag im Wettbewerb der 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin seine Uraufführung und erhielt den Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater „Bester Film im Wettbewerb“. 24 Wochen wurde beim Deutschen Filmpreis 2017 viermal nominiert und mit der Lola in Silber ausgezeichnet und erhielt den Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern.[4] Berrached inszenierte den ARD-Fernsehkrimi Tatort: Der Fall Holdt (2017).

2018 wurde Berrached in die internationale Jury des 53rd Chicago Filmfestivals berufen. Sie unterrichtet Filmworkshops für Studierende in Kairo für das Goethe-Institut, in Mexiko für das Festival International de Cine de Guadalajara und in Deutschland an der Filmakademie BW. Sie lebt und arbeitet in Leipzig und Berlin.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: E. + U. (Kurzfilm) – Regie
  • 2012: Heilige und Hure (Dokumentarfilm) – Regie, Drehbuch
  • 2012: Hunde wie wir (Mittellanger Film) – Regie
  • 2013: Die rechte Hand (Mittellanger Film) – Regie
  • 2013: Zwei Mütter – Regie, Drehbuch
  • 2016: 24 Wochen – Regie, Drehbuch
  • 2017: Millennials – als Darstellerin
  • 2017: Tatort: Der Fall Holdt

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: ProSiebenSat1 Prime Time Preis, Drehbuchaward – Mars Venus Venus Mars
  • 2013: 63. Berlinale, Regiepreis der Sektion „Dialogue en Perspective“ der Berlinale Perspektive Deutsches Kino – Zwei Mütter
  • 2013: Bester Dokfilm, Fetisch Film Festival – Heilig und Hure
  • 2013: First Steps No Fear Award – Zwei Mütter
  • 2013: Studio Hamburg Nachwuchspreis: Nominierung – Zwei Mütter
  • 2014: Caligari Förderpreis – 24 Wochen
  • 2016: Bester Film im Wettbewerb, 66. Berlinale, GUILDE Filmpreis – 24 Wochen
  • 2016: Bestes Drehbuch, Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern – 24 Wochen
  • 2016: Bestes Szenenbild, Neisse Filmfest – 24 Wochen
  • 2016: Publikumspreis, Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern – 24 Wochen
  • 2016: Beste Regie, Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern – 24 Wochen
  • 2016: Beste Regie, 27. Filmfest Emden Norderney – 24 Wochen
  • 2016: Studio Hamburg Nachwuchspreis, Beste Regie und Beste Produktion – 24 Wochen[5]
  • 2016: Preis der Saarland Medien GmbH des Günter Rohrbach Filmpreises für 24 Wochen
  • 2017: Deutscher Filmpreis 2017 Lola in Silber für 24 Wochen
  • 2017: Förderpreis der DEFA-Stiftung für junges Kino

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.imdb.com/name/nm4357944/
  2. a b c Schuberth-Roth, Thomas: Von Liebe und trister Zweisamkeit. In: Frankenpost, 26. Oktober 2012, S. 18.
  3. Interview mit „Zwei Mütter“-Regisseurin Anne Zohra Berrached bei regenbogenfamilien-nrw.de, 16. Mai 2013 (abgerufen am 24. Januar 2016).
  4. Aus der Begründung: „Anne Zohra Berracheds Regie zeichnet sich durch großen Mut, Sensibilität und Genauigkeit im Umgang mit einem oft tabuisierten Thema, eine sehr differenzierte Figurenzeichnung bei allen Rollen, einem genauen Rhythmus (…) in der Montage. (…) größte Achtung für die Gewissensfragen ihrer Figuren und lässt bei aller Zartheit den Zuschauer mit einer unerbittlichen Genauigkeit an den Konsequenzen der getroffenen Entscheidungen teilnehmen.“
  5. Studio Hamburg Nachwuchspreis: Studio Hamburg Gruppe: Studio Hamburg Nachwuchspreis 2016 – die Gewinner, 2. Juni 2016