Annelies Laschitza

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Annelies Laschitza (geboren am 6. Februar 1934 in Leipzig; gestorben am 10. Dezember 2018 in Berlin) war eine deutsche Historikerin. Sie galt als eine der besten Kennerinnen des Lebens und Werks von Rosa Luxemburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1954 legte Laschitza ihre Reifeprüfung an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Leipzig ab. Von 1954 bis 1958 studierte sie Geschichte an der Karl-Marx Universität Leipzig. Von 1950 bis 1971 war sie Mitarbeiterin und später Sektorenleiterin in der Abteilung Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung bis 1945 am Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED (IML) in Ost-Berlin. 1966 erfolgte die Promotion A. Von 1971 bis 1990 war Laschitza ordentliche Professorin und Forschungsbereichsleiterin am IML. Im Jahr 1982 erfolgte die Promotion B. Von 1983 bis 1990 war sie Redaktionsmitglied der Zeitschrift Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung.

Laschitza konzentrierte sich auf die deutsche Arbeiterbewegung vom Ausgang des 19. Jahrhunderts bis 1918. Sie wirkte mit an den Gesammelten Werken Rosa Luxemburgs, wobei sie unter anderem auch Karl Liebknechts Witwe Sophie Liebknecht (1884–1964) als Zeitzeugin befragen konnte. Im 4. Band der Werkausgabe erschien zum ersten Mal der Text Die russische Revolution, ein Fragment aus dem Jahre 1918, das wegen kritischer Passagen Luxemburgs zur Oktoberrevolution bis dahin in der DDR nicht erscheinen durfte. Sie war Beraterin des Luxemburg-Films von Margarethe von Trotta, der 1986 große Aufmerksamkeit erregte und im November 1986 auch in der DDR aufgeführt wurde.[1]

Von 1972 bis 1990 war sie Vizepräsidentin der Historiker-Gesellschaft der DDR. Sie leitete das Autorenkollektiv für den ersten Band der Geschichte der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, der 1988 im Dietz-Verlag erschien.

1991/92 lehrte Laschitza zeitweise an der Universität Bremen. Nach ihrer Emeritierung blieb sie wissenschaftlich aktiv und arbeitete an Ergänzungsbänden zur Luxemburg-Ausgabe – mit Texten, die entweder in der DDR nicht erscheinen konnten oder erst in Archiven aufgefunden bzw. aus dem Polnischen übersetzt wurden. Im Jahr 2017 erschien Band 7 der Gesammelten Werke von Luxemburg im Berliner Karl Dietz Verlag.

1966 wurde ihr in der DDR der Vaterländische Verdienstorden in Silber verliehen.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien:

  • Im Lebensrausch, trotz alledem. Rosa Luxemburg. Eine Biographie, Berlin 1996.
  • Die Liebknechts – Karl und Sophie, Politik und Familie, Berlin 2007.

Aufsätze:

  • „Meine liebste Berta!“ Eine unbekannte Postkarte von Rosa Luxemburg an Berta Thalheimer. In: Ursula Becker, Heiner M. Becker, Jaap Kloosterman (Redaktion): Kein Nachruf! Beiträge über und für Götz Langkau. IISG, Amsterdam 2003, S.  117–121.
  • Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Kampf gegen den drohenden Krieg 1911 bis 1913, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft II/2014.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Mertens: Lexikon der DDR-Historiker. Biographien und Bibliographien zu den Geschichtswissenschaftlern aus der Deutschen Demokratischen Republik. K. G. Saur, München 2006, ISBN 3-598-11673-X., S. 384.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spielfilm "Rosa Luxemburg" wurde in Berlin aufgeführt. Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta, In: Neues Deutschland, 29. November 1986, S. 10
  2. Neues Deutschland, 6. Oktober 1966, S. 5