Annemarie Zornack

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Annemarie Zornack (* 12. März 1932 in Aschersleben) ist eine in Kiel lebende deutsche Lyrikerin.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annemarie Zornack verbrachte ihre Jugend in Magdeburg, wo sie wie später in Kiel als Krankenschwester tätig war. Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie in der von Arnfrid Astel herausgegebenen Zeitschrift Lyrische Hefte und in avantgardistischen Minipressen. 1961 heiratete sie den Schriftsteller Hans-Jürgen Heise. Zusammen unternahmen sie zahlreiche Reisen nach Afrika und Südamerika und veröffentlichten darüber Reisebücher. Ihre Gedichte erschienen in Buchausgaben, aber auch in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften.[2] 1979 erhielt Annemarie Zornack für ihre Lyrik den Friedrich-Hebbel-Preis, später als erste Frau den Kulturpreis der Stadt Kiel. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und lebt seit 1953 in Kiel.

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihren reimlosen Gedichten fängt Annemarie Zornack Alltagszenen aus ihrer Jugend oder ihrem gegenwärtigen Dasein ein und verdichtet sie mit großer Sprachkunst. Dabei verwendet sie meistens Kleinschreibung und verzichtet häufig auf Interpunktionen. Kritiker wie Karl Krolow bescheinigen ihrer Lyrik Wortschönheit, Musikalität und Stilsicherheit. Ihr Themenspektrum ist breit gestreut, es erfasst unter anderem kleine Glücksmomente, Alltagsgegenstände, Pubertätserinnerungen, Entfremdungserlebnisse, Zeitgefühle, Erotik, ihre Ostsee-Umgebung, Phantasien und Stimmungen. Oft überrascht sie mit einem ungewöhnlichen Gedichtanfang, wobei sie den Leser unmittelbar anspricht und auf Dinge, die für gewöhnlich verborgen bleiben, mit eindringlicher Wortklarheit aufmerksam macht.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mitlesebuch. Nr. 89. Mit Grafiken von Siegfried Schütze. Aphaia, Berlin 2007
  • Dich meine ich. Gedichte. Wallstein, Göttingen 2004. ISBN 3-89244-788-8
  • Strömungsgefahr. Gedichte 1961–1998. Eremiten-Presse, Düsseldorf 1999. ISBN 3-87365-318-4
  • Hexennest. Gedichte. Eremiten-Presse, Düsseldorf 1997. ISBN 3-87365-309-5
  • Das Meer unter meinem Kopfkissen. Gedichte. Neuer Malik, Kiel 1995. ISBN 3-89029-093-0
  • Eingeholte Jahreszeit. Gesammelte Gedichte & Prosa. Neuer Malik-Verlag, Kiel 1991. ISBN 3-89029-065-5
  • Schon mal gelebt? Amerikanische Gedichte des 20. Jahrhunderts. Herausgeber: Hans-Jürgen Heise und Annemarie Zornack. Neuer Malik-Verlag, Kiel 1991. ISBN 3-89029-064-7
  • Stolperherz. Ausgewählte Gedichte. Eremiten-Presse, Düsseldorf 1988. ISBN 3-87365-242-0
  • Kusshand. Gedichte. Eremiten-Presse, Düsseldorf 1987. ISBN 3-87365-227-7
  • Der Macho und der Kampfhahn. Unterwegs in Spanien und Lateinamerika. Zusammen mit Hans-Jürgen Heise. Neuer Malik-Verlag, Kiel 1987. ISBN 3-89029-014-0
  • Die langbeinige Zikade. Gedichte. Eremiten-Presse, Düsseldorf 1985. ISBN 3-87365-208-0
  • Treibanker werfen. Gedichte. Eremiten-Presse, Düsseldorf 1982. ISBN 3-87365-184-X
  • Als das Fernsehprogramm noch vorm Küchenfenster lief. Gedichte. Claassen, Düsseldorf 1979. ISBN 3-546-49971-9
  • Nichts weiter. Bläschke, Darmstadt 1976. ISBN 3-87561-542-5
  • Die zwei Flüsse von Granada. Reisen durch Spanien, Nordafrika und Madeira. Zusammen mit Hans-Jürgen Heise. Claassen, Düsseldorf 1976. ISBN 3-546-44212-1
  • tagesanfänge. Das neueste Gedicht. Bd. 47. Bläschke, Darmstadt 1972
  • der steinschläfer. ars poetica. Bd. 8. Heiderhoff, Frankfurt/M.
  • zwei sommer. Das neueste Gedicht. Bd. 36. Bläschke, Darmstadt 1969
  • mobile. Nachwort: Walter Helmut Fritz. Das neueste Gedicht. Bd. 33. Bläschke, Darmstadt 1968

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giuseppe DeSiati und Thies Ziemke (Herausgeber): Die Form kommt mit dem Inhalt. Annemarie Zornacks Werk im Spiegel der Kritik. l-und-f, Kiel 1996. ISBN 3-930275-16-3
  • Petra Ernst: Annemarie Zornack. In: Neues Handbuch der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit 1945. Nymphenburger, München 1990. ISBN 3-485-03550-5
  • Rita Terras: strömungsgefahr: gedichte 1961-1998. In: World Literature Today. Nr. 4/2000. University of Oklahoma. ISSN 0196-3570
  • Annemarie Zornack. Themenheft der Schweizer Literaturzeitschrift orte. Nr. 97 (1996). ISSN 1016-7803

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographische Daten von Annemarie Zornack in: Wer ist Wer – Das deutsche Who's Who 2000/2001. 39. Ausgabe, Schmidt-Römhild, Verlagsgruppe Beleke, Lübeck 2000, S. 1583, ISBN 978-3-7950-2029-3.
  2. Zum Beispiel in: Die Zeit. Nr. 29. 2000 oder Guten Appetit. Gedichte. Reclam, Ditzingen 2007. ISBN 978-3-15-010618-1