Anröchte

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Anröchte
Anröchte
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Anröchte hervorgehoben
Koordinaten: 51° 34′ N, 8° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Soest
Höhe: 197 m ü. NHN
Fläche: 73,79 km²
Einwohner: 10.557 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59609
Vorwahlen: 02947, 02927
Kfz-Kennzeichen: SO, LP
Gemeindeschlüssel: 05 9 74 004
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 72–74
59609 Anröchte
Webpräsenz: www.anroechte.de
Bürgermeister: Alfred Schmidt
Lage der Gemeinde Anröchte im Kreis Soest
Hamm Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Paderborn Kreis Unna Kreis Warendorf Märkischer Kreis Anröchte Bad Sassendorf Ense Erwitte Geseke Lippetal Lippstadt Möhnesee (Gemeinde) Rüthen Soest Warstein Welver Werl Wickede (Ruhr)Karte
Über dieses Bild

Anröchte ( Anröchte?/i) ist eine Gemeinde im Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anröchte liegt am Nordrand des Haarstrangs und im Südosten des Kreises Soest. Lippstadt ist etwa 15 Kilometer nördlich entfernt. Der höchste Punkt befindet sich im südlich des Ortsteils Effeln auf 351,4 m ü. NN und der niedrigste nördlich des Ortsteils Altengeseke auf 118 m ü. NN.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anröchte liegt auf einem Grünsandsteinvorkommen, welches vor allem wirtschaftliche Bedeutung hat.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen von Anröchte liegt die Gemeinde Bad Sassendorf, im Norden die Stadt Erwitte. Östlich von Anröchte grenzt die Stadt Rüthen und im Süden die Stadt Warstein an das Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berge aus der Luft von Südosten aus gesehen

Die Gemeinde Anröchte teilt sich in die folgenden zehn Ortsteile (Einwohnerzahlen: Stand 1. August 2015; Quelle: Internetseite der Gemeinde Anröchte) auf:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hexenprozesse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit der Hexenverfolgungen um 1630 leitete Hexenkommissar Heinrich Schultheiß die Hexenprozesse in Anröchte.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 1. August 2015; Quelle: Internetseite der Gemeinde Anröchte.

  • Katholisch: 7.117 Einwohner
  • Evangelisch: 1.946 Einwohner
  • Sonstige Konfessionen und konfessionslose: 2.125 Einwohner

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Altengeseke, Altenmellrich, Berge, Effeln, Klieve, Mellrich, Robringhausen, Uelde und Waltringhausen aufgelöst und nach Anröchte eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 52,8 % (2009: 53,6 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,9 %
28,2 %
8,9 %
10,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,3 %p
+3,4 %p
-5,5 %p
-0,2 %p
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Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze
CDU 14
SPD 7
FDP 2
GRÜNE 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 21. Oktober 2015 ist Alfred Joachim Schmidt hauptamtlicher Bürgermeister von Anröchte. Diese ist seine erste Amtszeit.

Wappen, Siegel und Banner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regierungspräsident in Arnsberg hat der Gemeinde Anröchte mit Urkunde vom 15. März 1976 die Genehmigung erteilt, ein Wappen, ein Siegel und ein Banner, wie nachstehend beschrieben, zu führen:

Blasonierung: „In Gold auf grün-silber geschachter Mauerpyramide ein auffliegender schwarzer Adler.“

Bedeutung: Die grün-silberne Mauerpyramide weist auf den grünen Dolomitstein hin, der bei Anröchte abgebaut wird. Der Adler soll auf die Familie von Anröchte weisen, eine Seitenlinie der Grafen von Arnsberg.

Siegelbeschreibung: Das Siegel zeigt den Wappenschild der Gemeinde und führt im Siegelrund in Großbuchstaben oben die Umschrift GEMEINDE, unten ANRÖCHTE.

Bannerbeschreibung: Von Grün und Gelb im Verhältnis 1 : 1 längsgestreift, in der Mitte, etwas nach oben geschoben, der Wappenschild der Gemeinde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1954 besteht die Patenschaft der Gemeinde Anröchte zur Gemeinde Radków (Wünschelburg) in Polen. Diese wurde am 12. Dezember 1952 vom Rat der Gemeinde Anröchte beschlossen und am 6. Juni 1954 offiziell beurkundet. Gleichzeitig wurde auch eine Straße in Anröchte entsprechend benannt. Grundlage dieser Patenschaft war die Tatsache, dass rund 40 Wünschelburger in Anröchte nach dem Ende des Krieges ein neues Zuhause in der Gemeinde Anröchte gefunden hatten und regelmäßige Heimattreffen und –feste organisierten. Im Laufe der Jahre hat sich aus der Patenschaft eine Partnerschaft zwischen beiden Kommunen entwickelt. Der Rat der Gemeinde Anröchte beschloss am 5. November 1991 einstimmig, einen Partnerschaftsvertrag mit Radkow/Wünschelburg abzuschließen. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde fand am 29. November 1991 im Rahmen einer Sondersitzung des Rates in Radkow/Wünschelburg statt. Inhalt dieser Vereinbarung ist der Auf- und Ausbau gegenseitiger freundschaftlicher Beziehungen auf den Gebieten Kultur, Kunst, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit, Technik und Sport. Die Zusammenarbeit beider Kommunen steht im Dienst der Völkerverständigung und soll dem Fortschritt auf den vorgenannten Gebieten und der wirtschaftlichen Entwicklung der Partnergemeinden dienen. Gegenseitig finden in regelmäßigen Abständen Besuche unter Einbeziehung von Vereinen und Verbänden statt. Besonders intensiv vollzog sich zwischen den Schulen fast alljährlich ein Schüleraustausch. Durch viele persönliche Kontakte hat sich im Jahre 1994 auch ein Verein „Förderkreis der Partnerschaft Anröchte-Radkow“ gebildet. Dieser Verein fördert den Auf- und Ausbau gegenseitiger freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Gemeinden. Er wurde im Jahre 2015 aufgelöst

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Pankratius-Kirche in Anröchte
Bürgerhaus in Anröchte
  • Der Ort wird dominiert vom mächtigen Turm der katholischen St.-Pankratius-Kirche.
  • Ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude ist die St. Anna Kapelle
  • Ebenfalls denkmalgeschützt ist die Alexanderkirche in Mellrich
  • Das Bürgerhaus im Kern des Ortes ist ein beliebter Veranstaltungsort für alle möglichen Arten von Veranstaltungen. Neben den Schützenfesten und anderen regelmäßigen Veranstaltungen wie dem "Big Day Out"-Festival treten hier auch namhafte Künstler auf.
  • Schloss Eggeringhausen in Mellrich
  • Das kurkölnische Amtshaus (Hof Schulte)
  • Das denkmalgeschützte Haus Gerling ist ein ehemaliger kurkölnischer Amtshof. Der Herrensitz war ursprünglich umgräftet. Der zweigeschossige, langgestreckte Steinbau mit zwei Ecktürmen wurde zwischen 1550 und 1600 errichtet. Das Fachwerkobergeschoss stammt aus jüngerer Zeit. In den Nebengebäuden finden sich tonnengewölbte Keller. Die Wappentafeln an der zweibogigen Brücke mit Torbogen sind mit 1551 bezeichnet und Philipp Soldan zugeschrieben. Sie zeigen die Wappen des Erzstiftes Paderborn.[4]
  • Das denkmalgeschützte Haus Mues in der Goethestr. 11 ist ein herrschaftlicher Bau mit einem hohen Mansardwalmdach wurde 1769 errichtet. Das Chronogramm über dem Portal im Mittelrisalit ist mit 1769 bezeichnet. Zum Portal führt eine Freitreppe.[4]
  • Das Pfarrhaus an der unteren Kirchstraße 12 ist ein denkmalgeschützter, traufenständiger, quer erschlossener Fachwerkbau unter einem Knüppelwalmdach. Es wurde 1717 errichtet. Der Risalit an der Nordseite ist jünger. Das historische Dachhaus über dem Eingang stammt von 1901. Eine Bruchsteinscheune steht separat.[4]
  • Liste der Stolpersteine in Anröchte

Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der jüdische Friedhof an der Pohlgartenstraße lag vor 1800 außerhalb des Ortes. Er ist von einer Bruchsteinmauer umfasst und enthält etwa 80 Gräber von Mitbürgern jüdischen Glaubens, die sich erstmals um 1667 angesiedelt haben.[4]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Anröchte gibt es mehrere Sportstätten, welche von den ortsansässigen Vereinen geführt werden.

Im Kern des Ortes, südlich des Bürgerhauses, befindet sich ein Fußballplatz auf dem die Heimspiele des Anröchter Fußballvereins ausgetragen werden. Nördlich des Bürgerhauses ist die Dreifachsporthalle, welche für Vereinssportarten und den Schulsport genutzt wird.

Im Süden der Gemeinde liegt das eigentliche Sportzentrum Anröchtes. Hier gibt es weitere Fußballplätze, Tennisplätze, eine Reithalle und das beheizte Waldfreibad, in dem von Mai bis September geschwommen werden kann.

Die Damenmannschaft des Tischtennisvereins TTK Anröchte spielt in der Saison 2010/11 in der 1. Bundesliga.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde Anröchte gibt es mehrere Tambourcorps, einen Musikverein und diverse Gesangsvereine.

Alle zwei Jahre findet in Anröchte der "Big Day Out" statt, bei dem sowohl national als auch international bekannte Bands auftreten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anröchter Steinbruch
  • Steinbrüche: In und um Anröchte wird in vielen Steinbrüchen der Anröchter Grünstein abgebaut. Die früher verwendete Handelsbezeichnung „Anröchter Dolomit“ ist sachlich nicht zutreffend, da der Anröchter Stein keinen Dolomit enthält. Die Stärke der Gesteinsschicht beträgt ungefähr zwei Meter, wobei eine untere Schicht mit grünlicher Färbung (durch Glaukonit) und eine obere Schicht mit bläulicher Färbung abgebaut werden (Lit.: Braun). Das Gestein wird für verschiedene Zwecke am Bau verwendet, u. a. Fassadenverblendungen, Mauern oder auch als Ausgangsmaterial für Kunstwerke.
  • Gewerbegebiet: Es bestehen drei großflächige Gewerbegebiete, teilweise mit direktem Autobahnanschluss.
  • Windenergie: Der Höhenzug des Haarstrangs ist eine der windhöffigsten Erhebungen im Binnenland. Im Jahresmittel weht hier der Wind mit rd. 6,0 m/s. in 50 m Höhe über die Landschaft. Die Stromerzeugung aus der unerschöpflichen Energiequelle Wind ist hier besonders wirtschaftlich. Der gesamte Energieertrag beträgt rund 70 Mio kWh.
  • Wirtschaftsförderung: die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Anröchte ist organisatorisch an die Verwaltungsspitze (Bürgermeister) angegliedert, um ein unternehmensfreundliches und serviceorientiertes Klima in Verwaltung und Kommune zu fördern. Die Wirtschaftsförderung versteht sich als Dienstleisterin für alle Anröchter Unternehmen und solche, die sich für den Standort Anröchte interessieren, sowie für potenzielle Investoren in Form eines Lotsen für diese Unternehmen und wird in dieser Funktion unterstützt von allen Ebenen und Funktionen der Verwaltung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrsgünstig gut erschlossen durch die Bundesstraße 55 und die Bundesautobahn 44 (Ausfahrt 58). Ferner hat Anröchte über die WLE-Linie Warstein-Lippstadt (nur Güterverkehr) Anschluss an das Eisenbahnnetz der Deutschen Bahn AG und über den 25 km entfernt gelegenen Regionalflughafen Paderborn-Lippstadt Anschluss an das überregionale Flugnetz.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anröchte hat zwei Grundschulen, die Pankratius-Grundschule im Zentralort und die Alexanderschule im Ortsteil Mellrich. Die Schüler der Sekundarstufe I können die Sekundarschule Anröchte/Erwitte besuchen. Die Hauptschule Anröchte und die Realschule Anröchte laufen jahrgangsweise bis zum 31. Juli 2017 aus.

Am Standort Anröchte werden verschiedene Kurse der VHS Lippstadt angeboten.

Anröchte hat eine Bücherei und wird regelmäßig von der Fahrbücherei des Kreises Soest besucht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz-Josef Braun: Die „grünen“ und „blauen“ Werksteinbänke von Anröchte und Klieve aus den Scaphitenschichten der Turonserie. In: Fortschr. Geol. Rheinl. u. Westf. 7/1964. S. 479 - 486
  • Die Geschichte der Gemeinde Anröchte Aus den Anfängen bis um 1800 ist im Band 1 und Anröchte im 19. und 20. Jahrhundert im Band 2 der Ortschronik der Gemeinde Anröchte zusammenfassend und ausführlich niedergeschrieben.Der erste Teil der Ortschronik Anröchte wurde im Jahr 1993 von den Autoren Dr. Müller und Dr. Knackstedt vom Staatsarchiv Münster erstellt. Sie gibt den geschichtsinteressierten Menschen umfassende Informationen von und über Anröchte und die dazugehörenden Ortschaften.Der zweite Teil der Ortschronik Anröchte wurde im Jahr 2003 vom Autor Dr. Wolfgang Knackstedt erstellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anröchte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 334.
  3. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2014/aktuell/c974004kw1400.html
  4. a b c d Dehio, Georg, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 16
  5. Thomas Riepe in der Mediathek von nrwision