Anras

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde in Osttirol, der Innsbrucker Stadtteil in Nordtirol heißt Amras.
Anras
Wappen Österreichkarte
Wappen von Anras
Anras (Österreich)
Anras
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Lienz
Kfz-Kennzeichen: LZ
Hauptort: Anras
Fläche: 62,05 km²
Koordinaten: 46° 46′ N, 12° 33′ OKoordinaten: 46° 46′ 23″ N, 12° 33′ 24″ O
Höhe: 1261 m ü. A.
Einwohner: 1.233 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 9912
Vorwahl: 04846
Gemeindekennziffer: 7 07 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 33
9912 Anras
Website: www.anras.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Goller (Bäuerliche Bevölkerung und Jugend)
Gemeinderat: (2010)
(13 Mitglieder)

5 Anraser Heimatliste
4 Wir für Anras
4 Bäuerliche Bevölkerung und Jugend

Lage der Gemeinde Anras im Bezirk Lienz
Abfaltersbach Ainet Amlach Anras Assling Außervillgraten Dölsach Gaimberg Heinfels Hopfgarten in Defereggen Innervillgraten Iselsberg-Stronach Kals am Großglockner Kartitsch Lavant Leisach Lienz Matrei in Osttirol Nikolsdorf Nußdorf-Debant Oberlienz Obertilliach Prägraten am Großvenediger St. Jakob in Defereggen St. Johann im Walde St. Veit in Defereggen Schlaiten Sillian Strassen Thurn Tristach Untertilliach Virgen Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Anras im Bezirk Lienz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Anras ist eine Gemeinde mit 1233 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Lienz in Tirol (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Anras liegt im Osttiroler Teil des Pustertals, das von der Drau durchflossen wird. Es befindet sich gut 15 Kilometer westlich von Lienz.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über beide Talseiten, die Besiedelung erstreckt sich jedoch hauptsächlich nördlich der Drau. Der Hauptort mit einigen Weilern liegt an der Pustertaler Höhenstraße, daneben gibt es noch Siedlungen am Talboden.

Das im mittleren Pustertal gelegene Gemeindegebiet von Anras reicht von den Bergen des Defereggengebirges (Villgratner Berge) bis zu den Ausläufern der Lienzer Dolomiten und vom Erlbach (Grenze gegen Abfaltersbach) bis zum Kristeinerbach (Grenze gegen Assling).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außervillgraten Hopfgarten in Defereggen
Abfaltersbach Nachbargemeinden Assling
Kartitsch Obertilliach
Ein kleines Stück am Gipfel Beim Kreuz (2783 m ü. A.)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlungen liegen vorwiegend auf der sonnenseitigen Hochterrasse und im Talboden (zi Lande), nur ein Hof (Lechen) befindet sich auf der Schattseite über der Drau. Die Siedlungen sind weit verstreut:

Drei Katastralgemeinden, Asch-Winkl, Anras und Ried, bilden das Gemeindegebiet. Die beiden Zählsprengel sind Anras-Terrassensiedlungen und Anras-Talbereich

Höfe in Extremlage befinden sich in Kobreil (1510 m) und Raut. Die Haufendörfer Asch und Anras besaßen ursprünglich romanischen Charakter, das Dorf Asch wurde nach dem Großbrand 1894 fast zur Gänze neu errichtet.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat auch in Anras eine reiche Bautätigkeit eingesetzt. An die Zeit, als Anras noch die Kornkammer des Pustertales war, erinnern einige Kornkästen, die Getreideharpfen sind bereits zur Gänze verschwunden, die Bachmühlen wurden abgetragen, Brechelgruben finden sich auch kaum mehr.

An Hofformen gibt es den Paarhof, aber auch den Einhof, wo Feuerhaus und Wirtschaftsgebäude unter einem Dache sind.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlbach, Margarethenbach und Kristeiner Bach entwässern mit ihren Nebenarmen die Sonnseite, während von den südlichen Bergen der Badbach, der Jochbach und der Griesbach ihre Wasser zur Drau führen. Noch im nördlichen Almenbereich angesiedelt sind der Ascher See, der Anraser See und der Sichelsee.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bergen im Norden, Villgratner Berge oder Defreggengebirge genannt, ist der Gumriaul (2918 m ü. A.) von Anras aus einzusehen, bekannt sind auch der etwas höhere Gölbner (2943 m ü. A.) und die Arnhörner. Hausberge sind aber wohl der Spitzenstein (2265 m ü. A.), der Breitenstein (2304 m ü. A.), der dazwischenliegende Golzentipp (2317 m ü. A.) und der Dorfberg (2115 m ü. A.) in der Westgruppe der Lienzer Dolomiten im Süden.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anras hat eine sonnige Mittelgebirgslage, das örtliche Klima ist eher niederschlagsarm.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Lienz.

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

5
4
4
Von 13 Sitzen entfallen auf:
  • Anraser Heimatliste: 5
  • Wir für Anras: 4
  • Bäuerliche Bevölkerung und Jugend: 4

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2010:

  • 5 Mandate Bürgerliste Anraser Heimatliste
  • 4 Mandate Bürgerliste Wir für Anras
  • 4 Mandate Bürgerliste Bäuerliche Bevölkerung und Jugend

Die etablierten Parteien sind hierorts nicht explizit vertreten.

Bürgermeister ist Andreas Goller von der Partei Bäuerliche Bevölkerung und Jugend.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at anras.png

Das Wappen zeigt:

Auf Gold einen grünen Berg, davor ein weißes Lamm.

Das Wappen wurde 1972 der Gemeinde verliehen. Die Darstellung entspricht dem Siegel des von 1300 bis 1803 bestehenden brixnerischen Gerichtes Anras.[1]

Hauptort der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anras (Dorf)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Katastralgemeinde Anras
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Lienz (LZ), Tirol
Pol. Gemeinde Anras
Koordinaten 46° 46′ 20″ N, 12° 33′ 22″ O
Höhe 1262 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 296 (2001)
Gebäudestand 86 (2001f1)
Fläche d. KG 14,88 km²
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 16767
Katastralgemeinde-Nummer 85004
Zählsprengel/ -bezirk Anras-Talbereich (70704 001)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Nebenboxf0f0f0Hauptort der Gemeinde ist das Dorf Anras. Es liegt inmitten des Gemeindegebiets auf der nördlichen Talterrasse am Fuß des Finsterkofel (2642 m ü. A.), einem östlichen Vorberg des Gölbner, auf um die 1260 m ü. A. Höhe. Westlich unterhalb befindet sich der Graben des Margarethenbachs.

Der Ort gliedert sich in die Ortsteile Dorf an der Pustertaler Höhenstraße unterhalb der Pfarrkirche und um das alte Pfleggericht, die Titschsiedlung oberhalb, und die Siedlung Sonnenboden unterhalb. Er bildet eine eigenständige Ortschaft der Gemeinde, und umfasst gesamt knapp 90 Gebäude mit etwa 300 Einwohnern.

Die Katastralgemeinde Anras erstreckt sich mit 1.488,40 ha in einem schmalen Streifen quer zum Tal vom Gumriaul (2918 m ü. A.), einem südlichen Vorgipfel des Gölbner, bis an den Spitzenstein (2265 m ü. A.) der Lienzer Dolomiten. Westgrenze bilden Margarethenbach und Jochbach, Ostgrenze in etwa der Graben bei Mairwiesen und derjenige des Griesbachs. Zum Katastralgebiet gehören auch die Weiler Mairwiesen (Marwiesen) östlich, Kolls (mit Vidraul) und Kobreil oberhalb, Rain und Planitzen unterhalb, sowie halb Margarethenbrücke (der andere Teil gehört zur KG Asch mit Winkl).

Nachbarorte, -ortschaften und -katastralgemeinden:
Kolls (O)
Vidraul Kobreil (O)
Goll (O)
Nachbargemeinden Mairwiesen (O)
Ried (KG)

Planitzen (O)

Rain (O)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Mittewald an der Drau hat eine Haltestelle der Drautalbahn.

Das Dorf Anras und Mairwiesen sind an der Pustertaler Höhenstraße (L324) gelegen, die parallel zur Bundesstraße, der Drautalstraße (B100), einige hundert Meter über dem Tal von Leisach nach Abfaltersbach verläuft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum der Kirche St. Stephanus mit Fresken von Martin Knoller (1754)

Im Ortskern befindet sich das Pfleggerichtshaus Schloss Anras. Neben Schloss Anras befindet sich die Pfarrkirche St. Stephanus.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Anras

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Toni Kollreider, 1904–1980, aus Asch besuchte die Kunstgewerbeschule in Innsbruck und verbrachte ein äußerst bescheidenes Künstlerleben als Holzbildhauer in Anras. Vor allem seine leicht abstrahierten Krippen sind weithin verbreitet.
  • Franz Kollreider (Bruder des Toni Kollreider) war jahrzehntelang Kustos von Schloss Bruck in Lienz.
  • P. Franz Seraph Hattler, (1829–1907), Jesuit, war in der Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung sehr aktiv und verfasste einschlägige Schriften.
  • Florian Waldauf (Baldauf), Ritter von Waldenstein, geboren auf dem Balferhof zu Asch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 54.