Anschlag in Paris am 20. April 2017

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Bei dem Anschlag in Paris am 20. April 2017 griff ein Attentäter auf den Champs-Élysées mehrere Beamte der französischen Polizei mit einer Schusswaffe an und erschoss einen von ihnen. Die Untersuchungsbehörden vermuten einen islamistischen Tathintergrund.

Tathergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tat ereignete sich um 20:50 Uhr nahe der Metrostation Franklin D. Roosevelt auf den Champs-Élysées.[1] Nach Angaben von Augenzeugen hielt ein Auto neben einem Polizeibus. Der Fahrer stieg aus und eröffnete sofort das Feuer auf den Polizeibus.[2] Er erschoss den Fahrer des Busses und verletzte zwei Polizisten sowie eine deutsche Passantin.[3] Der Attentäter versuchte zu fliehen; er wurde von einer Polizeistreife niedergeschossen und getötet.[1][4] Die Gegend wurde nach Augenzeugenangaben sofort gesperrt.[5] Noch am Tatabend sprachen die Polizei und der französische Präsident François Hollande von einem Terroranschlag;[6] die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verlautbarte, einer ihrer Kämpfer mit dem Kampfnamen Abu Jussuf al-Beldschiki („Abu Jussuf der Belgier“) habe die Tat begangen.[1][7]

Täter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Medienberichten verübte der 39-jährige französische Staatsbürger Karim Cheurfi (* 31. Dezember 1977 in Livry-Gargan) das Attentat. Er sei im Jahre 2003 in Roissy-en-Brie wegen versuchter Tötung von drei Menschen, darunter zwei Polizeibeamten, zu zwanzig Jahren Haft verurteilt worden.[8][9][1]

Die Strafe wurde im Jahr 2005 auf fünf Jahre Haft[10] reduziert, nachdem Cheurfi Berufung eingelegt hatte.[11] Cheurfi war als islamistischer Gefährder in der Gefährderdatei fiche S der Direction générale de la sécurité intérieure (DGSI) erfasst.[12]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tat fand während der letzten Fernsehsendung mit den elf Präsidentschaftskandidaten vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl 2017 statt. Einige der Kandidaten äußerten sich auch zur Tat.[13]

François Fillon, Marine Le Pen und Emmanuel Macron sagten ihre geplanten Wahlkampfauftritte ab.[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d IS reklamiert Anschlag von Paris für sich. In: tagesschau.de, 21. April 2017, abgerufen am 21. April 2017.
  2. Polizist in Paris erschossen – Deutsche auf Champs-Élysées verletzt. In: tagesspiegel.de, 20. April 2017, abgerufen am 21. April 2017.
  3. Paris: Schüsse in der Innenstadt – zwei Polizisten getötet. In: welt.de. Abgerufen am 20. April 2017.
  4. Grégory Danel, Gersende Rambourg: Attentat Champs-Elysées: le profil de l’assaillant au coeur de l’enquête. In: La Voix du Nord. 21. April 2017, abgerufen am 21. April 2017 (französisch).
  5. Frankreich: Champs-Élysées nach Todesschüssen auf Polizisten gesperrt. In: Spiegel Online. Abgerufen am 20. April 2017.
  6. Anti-Terror-Abteilung ermittelt: Mindestens ein Polizist stirbt bei Schießerei in Paris. In: n-tv.de. 20. April 2017.
  7. Tödliche Attacke auf Polizisten: IS reklamiert Angriff in Paris für sich. In: n-tv. Abgerufen am 20. April 2017.
  8. Attentat sur les Champs-Élysées : l'auteur de l'attaque identifié. In: lepoint.fr. 20. April 2017, abgerufen am 21. April 2017.
  9. Sophie Bordier: Il tire sur un policier pendant sa garde à vue. In: leparisien.fr. 21. April 2017, abgerufen am 21. April 2017.
  10. Attentäter nach Todesschüssen auf Champs-Élysées identifiziert, spiegel.de, abgerufen am 21. April 2017.
  11. Fusillade sur les Champs Elysees: le domicile de Karim C., principal suspect, perquisitionné. In: leparisien.fr, 20. April 2017, abgerufen am 21. April 2017 (französisch).
  12. Elise Vincent: Karim Cheurfi était signalé pour radicalisation depuis fin 2016. In: lemonde.fr, 22. April 2017 (französisch).
  13. Annika Joeres: „Zu regieren heißt zu schützen“. In: zeit.de, 21. April 2017.
  14. Tödliche Schüsse auf Polizisten überschatten Wahl in Frankreich. In: FAZ.net, 21. April 2017.