Ansgar Heveling

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Ansgar Heveling (2012)

Ansgar Heveling (* 3. Juli 1972 in Rheydt) ist ein deutscher Politiker (CDU) aus Korschenbroich, Nordrhein-Westfalen. Heveling ist seit Oktober 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und war von 2002 bis 2009 Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion in Korschenbroich.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heveling besuchte eine katholische Grundschule in Korschenbroich und machte 1992 sein Abitur am Stiftischen Humanistischen Gymnasium Mönchengladbach. Während seines Wehrdienstes in Braunschweig erhielt er die Ehrenmedaille der Bundeswehr. Im Anschluss studierte Heveling an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm Universität Bonn und an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer Rechtswissenschaften bzw. Verwaltungswissenschaften. Von 2001 bis 2002 arbeitete er als Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Korschenbroich.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 trat Heveling in die Schüler Union und die Junge Union in Mönchengladbach ein. Bis 1992 war er u. a. Landesgeschäftsführer der Schüler Union Nordrhein-Westfalen. Von 1992 bis 1995 war er Vorsitzender der Jungen Union Korschenbroich. Zwischen 1997 und 2000 war er Kreisvorsitzender der Jungen Union Neuss und zwischen 1996 und 1998 stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes Niederrhein.

Heveling trat 1991 in die CDU ein. Seit 1992 gehört er dem Stadtverbandsvorstand Korschenbroich und dem CDU-Ortsverbandsvorstand Korschenbroich und Pesch an, 2000 wurde er Vorsitzender des Stadtverbandes. Seit 1997 ist er Mitglied im Kreisvorstand Neuss und seit 2011 stellvertretender Kreisvorsitzender[1]. Von 2006 bis 2011 war Heveling Schatzmeister der CDU im Rhein-Kreis Neuss. Zwischen 1999 und 2009 ist er Mitglied im Stadtrat Korschenbroich, von 2002 bis 2009 als Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Zwischen 2003 und 2005 war er Referent für Verkehrspolitik bei der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen. Von 2005 bis 2009 war er Referent und stellvertretender Leiter im Büro des nordrhein-westfälischen Finanzministers Helmut Linssen.

Bei der Bundestagswahl 2009 trat er im Wahlkreis Krefeld I – Neuss II an und gewann mit 42,3 % der Erststimmen das Direktmandat.[2] Damit ist er seit Oktober 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. 2013 wurde er mit 49,1 % erneut als Direktkandidat in den Bundestag gewählt. [3]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Januar 2012 zählte Heveling zu den Mitunterzeichnern eines Unterstützungsschreibens für den gescheiterten Gesetzesentwurf Stop Online Piracy Act (SOPA) der USA.[4] Sein Fraktionskollege Michael Kretschmer bescheinigte Heveling daraufhin „mangelndes Fachwissen“ auf dem Gebiet der Netzpolitik.[5]

Am 30. Januar 2012 zeichnete Heveling in einem Gastkommentar[6] im Handelsblatt mit dem Titel Bürger, verteidigt Eure Werte auch im Netz! laut der Süddeutschen Zeitung „ein düsteres Bild eines ‚Endkampfes‘ zwischen Internet-Nutzern und -Nichtnutzern.“, in dem er u. a. die Thesen amerikanischen Informatikers Jaron Lanier zitierte, dass das Web 2.0 eine Art „Digitalen Maoismus“ erzeuge.[7] Der Aufsatz wurde von zahlreichen Medien und Politikern – auch aus der eigenen Fraktion – scharf kritisiert;[8][9] die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär empfahl Heveling darüber nachzudenken, „ob er als Politiker den richtigen Beruf gewählt hat.“[10] Zudem wurde seine Webpräsenz angegriffen und war vorübergehend nicht zu erreichen.[11] Kurz darauf wies ein Blogger darauf hin, dass in Hevelings Newsletter Bilder von Wikimedia Commons verwendet wurden, ohne Fotograf und Lizenz korrekt zu nennen.[12]

Am 31. Januar 2012 nahm er zu den Reaktionen auf seinen Gastkommentar wie folgt Stellung: „Die Art und Weise der Reaktionen haben mir zudem gezeigt, dass meine Grundthesen stimmen. Eigentlich läuft jetzt genau das ab, worauf ich aufmerksam gemacht habe.“ Heveling äußerte die Erwartung, „dass es schon bald eine Generation geben wird, die mit dem Internet ganz anders umgeht. Blogger haben dann keine Relevanz mehr.“[13]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heveling ist Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages. Außerdem ist er als Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Kulturausschuss tätig und ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Zudem war er Teil der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft und war Mitglied des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heveling lebt in Korschenbroich und ist seit 2002 verheiratet. Er hat einen Sohn.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ansgar Heveling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lienenkämper führt Kreis-CDU, ngz-online.de, 21. November 2011
  2. http://www.ngz-online.de/public/article/763295/Durchatmen-bei-Heveling.html
  3. http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/korschenbroich/nachrichten/heveling-ueberzeugt-mit-4909-prozent-1.3696435
  4. CDU streitet über umstrittenes US-Internetgesetz SOPA. Die Welt, 26. Januar 2012, abgerufen am 19. Oktober 2015.
  5. Internet-Gesetz Sopa:Unionspolitiker pfeifen Copyright-Hardliner zurück. Der Spiegel, 26. Januar 2012, abgerufen am 30. Januar 2012.
  6. Ansgar Heveling: Bürger, verteidigt Eure Werte auch im Netz!, Handelsblatt, 30. Januar 2012, S. 9 (auf Handelsblatt.com erschienen als Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren! (abgerufen am 30. Januar 2012)).
  7. Lilith Volkert/Michael König: CDU-Abgeordneter sagt "Netzgemeinde" den Kampf an, Süddeutsche.de, 30. Januar 2012 (abgerufen am 30. Januar 2012).
  8. Vgl. Harry Nutt: Alle hacken auf Ansgar Heveling herum, FR-Online.de, 3. Februar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).
  9. Vgl. Thorsten Denkler/Oliver Das Gupta: Ansgar Hevelings Angriff auf das Internet – "Völlig wahnsinnige Kriegsrhetorik", Sueddeutsche.de, 3. Februar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).
  10. Gregor Mayntz: CSU nennt Heveling "postpubertär", RP Online, 2. Februar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).
  11. Christian Stöcker: CDU-Hinterbänkler trollt die Netzgemeinde, Spiegel Online, 30. Januar 2012 (abgerufen am 30. Januar 2012).
  12. Alvar Freude: Urheberrechtstrolle als Urheberrechtsverletzer, ODEM.blog, 31. Januar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).
  13. Vera Zischke: Ansgar Heveling legt nach: "Blogger werden keine Relevanz mehr haben", Westdeutsche Zeitung, 31. Januar 2012 (abgerufen am 1. Februar 2012).