Ansitzjagd

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ansitzjagd auf Wildtauben vom Rand eines frisch eingesäten Feldes

Bei der Ansitzjagd handelt es sich um eine Jagdart, bei der der Jäger dem Wild an geeigneter Stelle auflauert.[1]

Jäger mit Gewehr im Anschlag auf dem Hochsitz

Jagdart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ansitzjagd wird von einem Jäger alleine oder als sogenannter Sammel-/Gemeinschaftsansitz von mehreren Jägern gemeinsam ausgeübt. Im Gegensatz zu Bewegungsjagden, wie etwa der Drückjagd, wird das Wild dem Schützen dabei nicht von Treibern oder Hunden zugetrieben. Das Auflauern bei der Ansitzjagd bietet dem Jäger den Vorteil, dass auftauchendes Wild meist vergleichsweise ruhig und vertraut agiert, was das Identifizieren sowie Beurteilen (jägersprachlich: Ansprechen) des Wildes erleichtert und vergleichsweise zielsichere Schüsse ermöglicht.[2] Für die Auswahl von geeigneten Ansitzen bedarf es guter Kenntnisse über die Wildwechsel, Einstände, Nahrungsflächen, Windverhältnisse und das Raum-Zeit-Verhalten des Wildes.[3][4]

Durch intensive Ansitzjagd kann hoher Jagddruck erzeugt werden, der das Wild zur Vermeidung des betreffenden Bereichs veranlasst und im Rahmen der Schwerpunktbejagung zur gezielten Vergrämung von Wild aus einem bestimmten Gebiet angewandt werden kann, etwa um Wildschäden zu vermeiden.[5] Bei unsachgemäßer Anwendung kann der durch andauernde Ansitzjagd erzeugte Jagddruck beim Wild auch unerwünschte Vermeidungsstrategien, wie Nachtaktivität und Scheu vor dem Menschen, verstärken.[6]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jägerin beim Besteigen eines Ansitzes (jägersprachlich: Aufbaumen)

An besonders geeigneten Plätzen, wie Wildwechseln, Waldrändern oder an Kirrungen für Wildschweine, werden verschiedene Formen von Ansitzen (Erdsitze, Leitern, Klettersitze, offene oder geschlossene Hochsitze) platziert, die dem besseren Überblick und der durch die erhöhten Position sichereren Schussabgabe dienen. Besonders hohe Ansitze können neben der optischen Tarnung auch geruchstarnend wirken, indem sie den Körpergeruch des Jägers für das Wild „aus dem Wind halten.“ Geschlossene Ansitze können ebenfalls optische Tarnung bieten und den darin verharrenden Jäger vor Wind und Wetter schützen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ansitzjagd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haseder, S. 40
  2. Andreas Haug: Wildlife-Management und Forstwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Randbedingungen und Möglichkeiten einer Optimierung jagdwirtschaftlicher Aspekte für Waldeigentümer. Tenea, Berlin 2004, ISBN 978-3-86504-042-8, S. 92 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Gerhart Zwirglmaier: Jagdliche Praxis der Schwarzwildbejagung. In: waldwissen.net. 10. Februar 2011, archiviert vom Original am 21. Oktober 2019; abgerufen am 21. Oktober 2019.
  4. Friedrich Reimoser, Josef Zandl: Ansitzplätze richtig positionieren. In: Weidwerk. Nr. 5, 2014, ISSN 1560-9162, S. 14–17 (archive.org [PDF]).
  5. Oswald Odermatt: Schwerpunktbejagung | Area Focused Hunting. In: Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen. Band 150, Nr. 9, September 1999, ISSN 0036-7818, S. 332–334, doi:10.3188/szf.1999.0332 (szf-jfs.org [abgerufen am 21. Oktober 2019]).
  6. Gerhart Zwirglmaier: Vertreibung aus dem Paradies. In: waldwissen.net. 10. Februar 2011, archiviert vom Original am 21. Oktober 2019; abgerufen am 21. Oktober 2019.