Anstaltskirche der Diakonie (Halle)

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Kirche im Diakoniewerk
Innenansicht

Die Anstaltskirche der Diakonie oder Kirche im Diakoniewerk[1] wurde 1893 als Bestandteil der Diakonissenanstalt nach Plänen von Friedrich Fahro in Halle (Saale) errichtet. Die Kirche ist gemeinsam mit der Philippuskirche in Leipzig einer von nur zwei Sakralbauten in Mitteldeutschland nach dem Wiesbadener Programm.

Die Diakonissenanstalt, deren historische Teile ab 1867 erbaut wurden, war Halles erstes modernes Großkrankenhaus und zugleich zentrale Niederlassung des Ordens in der Provinz Sachsen. Die Kirche steht im Garten der Anstalt und ist von Diakoniebauten umgeben.

Das Kirchengebäude ist ein kleiner Zentralbau mit kreuzartigem Grundriss in neugotischem Stil. Drei Kreuzarme wurden als Konchen angelegt. Die Kirche besitzt einen Vierungsturm. Die neugotische Innenausstattung ist noch nahezu vollständig erhalten. Der südliche Kreuzarm wurde mit zweigeschossigen Emporen ausgestattet, die anderen drei Kreuzarme mit einfachen Emporen. Der Altar steht vor dem nördlichen Kreuzarm, dahinter die Kanzel. Dadurch ist der Altar als Zentrum des liturgischen Geschehens auf drei Seiten vom Gestühl der Kirche umgeben und erlangt so auch räumlich zentrale Bedeutung. Fahro folgt mit seiner Raumanlage dem Wiesbadener Programm für die Gestaltung evangelischer Predigtkirchen.[2] Der Kirche wird eine besondere architektonische Bedeutung beigemessen, da sie als eines der frühesten Beispiele für diesen Raumtyp gilt, der den Kirchenbau des 19. und 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusste.[2]

Neben einem ebenerdigen Eingang von der Parkseite besteht als Besonderheit ein zweiter Eingang über einen brückenartigen Zugang im Obergeschoss, der den direkten Zutritt von den Krankenhausfluren aus erlaubt.

1908 erhielt die Kirche eine neue Orgel von Orgelbaumeister Wilhelm Rühlmann aus Zörbig. Dieses Instrument ersetzte die bis dahin auf der Nordempore installierte, aus dem Jahr 1879 stammende Orgel, die zuvor bereits in der Kapelle der Diakonissenanstalt installiert war. Die neue Orgel wurde ihrer Größe wegen auf der östlichen Seitenempore installiert. Sie hat zwanzig Register und besitzt bis heute ihre ursprüngliche romantische Disposition.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holger Brülls, Thomas Dietsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-496-01202-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kirche im Diakoniewerk (Halle) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Bezeichnung laut Homepage des Diakoniewerks Halle; abgerufen am 13. August 2012
  2. a b Holger Brülls, Thomas Dietzsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-496-01202-1.
  3. Christoph Radbruch, Elisabeth Koch (Hrsg.): Von der Diakonissenanstalt zum Diakoniewerk Halle. Halle (Saale) 2011, S. 105.

Koordinaten: 51° 29′ 39,6″ N, 11° 57′ 36″ O