António Guterres

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António Guterres, 2013

Audio-Datei / Hörbeispiel António Manuel de Oliveira Guterres?/i [ɐ̃ˈtɔnju ɡuˈtɛʁɨʃ] (* 30. April 1949 in Santos-o-Velho, Lissabon) ist ein portugiesischer Politiker und seit dem 1. Januar 2017 der neunte Generalsekretär der Vereinten Nationen. Von 1992 bis 2002 war er Generalsekretär der Partido Socialista (PS), von 1995 bis 2002 Premierminister Portugals und von 1999 bis 2005 Präsident der Sozialistischen Internationalen. Danach war Guterres von 2005 bis 2015 Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guterres absolvierte die Technische Universität Lissabon mit einem Diplom 1971 in Elektrischer Energietechnik.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

António Guterres, 2003

Ab 1976 war Guterres Abgeordneter im portugiesischen Parlament. Zeitweise stand er dem parlamentarischen Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Planung und später dem Ausschuss für territoriale Verwaltung, Gemeinden und Umwelt vor.[1] Von 1981 bis 1983 war er außerdem Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, wobei er zum Vorsitzenden des Ausschusses für Demografie, Migration und Flüchtlinge gewählt wurde. 1992 wurde er zum Generalsekretär der portugiesischen PS gewählt, er hatte das Amt bis 2002 inne.

Von 1995 bis 2002 war er Premierminister Portugals 13. und 14. Regierung.

Außerdem war Guterres von November 1999 bis Juni 2005 Präsident der Sozialistischen Internationalen.

UN-Flüchtlingskommissar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guterres in seiner Funktion als Flüchtlingskommissar, 2012

Von Juni 2005 bis 2015 war Guterres UNO-Flüchtlingskommissar. Während seiner Amtszeit trat er für eine tiefe Strukturreform des UNHCR ein sowie für die Senkung des Personals am Hauptsitz in Genf um mehr als 20 Prozent. Das UNHCR-Tätigkeitsvolumen verdreifachte sich während seiner Zeit im Amt, nachdem eine bedarfsorientierte Budgetierung eingeführt wurde und sich die Zahl der vor Konflikten und Verfolgung geflohenen Menschen weltweit von 38 Millionen im Jahr 2005 auf über 60 Millionen im Jahr 2015 erhöht hatte. Guterres’ Amtszeit war geprägt von einigen der größten Flüchtlingskrisen, vor allem durch Konflikte in Syrien und dem Irak, aber auch in der Zentralafrikanischen Republik oder im Jemen und die Krisen im Südsudan.[1] 2015 wurde er für sein Engagement mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis[2] ausgezeichnet. Sein Nachfolger wurde Filippo Grandi.

UN-Generalsekretär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

António Guterres kandidierte für die Nachfolge des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon, dessen Amtszeit mit Ablauf des Jahres 2016 endete.[3][4] Am 5. Oktober 2016 nominierte der UN-Sicherheitsrat Guterres einstimmig für die Wahl zum Generalsekretär.[5] Der Prozess der Kandidatenauswahl im Sicherheitsrat verlief trotz aktueller internationaler Spannungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten hinsichtlich des Bürgerkriegs in Syrien nach Aussage der US-amerikanischen UN-Botschafterin Samantha Power bemerkenswerterweise in großer Einigkeit. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin bezeichnete Guterres als „klaren Favoriten“ für den Posten.[6]

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen wählte ihn am 13. Oktober 2016 per Akklamation in dieses Amt.[7] Den Amtseid legte Guterres am 12. Dezember 2016 ab, bevor er am 1. Januar 2017 offiziell die Nachfolge Ban Ki-moons antrat.[8]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guterres ist Mitglied des Club de Madrid, einer führenden Allianz demokratischer Ex-Präsidenten und Premierminister aus der ganzen Welt. Guterres spricht neben seiner Muttersprache fließend Englisch, Französisch und Spanisch.

Der Katholik António Guterres ist seit April 2001 in zweiter Ehe mit der Juristin und ehemaligen Kulturbeauftragten der Stadtverwaltung von Lissabon, Catarina Marques de Almeida Vaz Pinto (* 1960), verheiratet[9] und hat zwei Kinder, Pedro Guimarães e Melo de Oliveira Guterres (* 1977) und Mariana Guimarães e Melo Guterres (* 1985), aus erster Ehe mit der Kinderpsychiaterin Luísa Amelia Guimarães e Melo (* 1946; † 1998 in London[10]).[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: António Guterres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Biografie António Guterres. antonioguterres.gov.pt. Abruf am 15. September 2016 (englisch)
  2. Deutscher Nachhaltigkeitspreis
  3. Nachfolge von Ban Ki Moon: Diese Politiker wollen an die Uno-Spitze. In: Spiegel Online. 10. April 2016, abgerufen am 13. Oktober 2016.
  4. António Guterres - Candidate for the position of Secretary-General of the United Nations. antonioguterres.gov.pt. Abruf am 15. September 2016 (englisch)
  5. António Guterres soll neuer UN-Generalsekretär werden. In: Süddeutsche Zeitung (online). 5. Oktober 2016, abgerufen am 5. Oktober 2016.
  6. Portugal's Antonio Guterres set to be UN secretary general. BBC News, 5. Oktober 2016, abgerufen am 5. Oktober 2016 (englisch).
  7. António Guterres appointed next UN Secretary-General by acclamation. In: United Nations News Centre. 13. Oktober 2016, abgerufen am 13. Oktober 2016 (englisch).
  8. Guterres als UNO-Chef vereidigt. Tages-Anzeiger, 12. Dezember 2016, abgerufen am 1. Januar 2017.
  9. Catarina Vaz Pinto (Lisbon Municipality). lisbonconsortium.com. Abruf am 15. September 2016 (englisch).
  10. Luisa Amélia Melo. geni.com. Abruf am 15. September 2016 (englisch).
  11. CATARINA VAZ PINTO E ANTÓNIO GUTERRES. caras.sapo.pt. Vom 3. August 2009 (portugiesisch).
Vorgänger Amt Nachfolger
Aníbal Cavaco Silva Premierminister von Portugal
1995–2002
José Manuel Barroso