Antdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Antdorf
Antdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Antdorf hervorgehoben
Koordinaten: 47° 45′ N, 11° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Verwaltungs­gemeinschaft: Habach
Höhe: 631 m ü. NHN
Fläche: 22,37 km²
Einwohner: 1288 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82387
Vorwahl: 08856
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schleierweg 3
82387 Antdorf
Webpräsenz: www.antdorf.de
Bürgermeister: Klaus Kostalek (Unabhängige Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Antdorf im Landkreis Weilheim-Schongau
Starnberger See Ammersee Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Starnberg Landkreis Landsberg am Lech Wildsteig Wielenbach Wessobrunn Weilheim in Oberbayern Steingaden Sindelsdorf Seeshaupt Schwabsoien Schwabbruck Schongau Rottenbuch Raisting Prem Polling (bei Weilheim) Penzberg Peiting Peißenberg Pähl Obersöchering Oberhausen (bei Peißenberg) Ingenried Iffeldorf Huglfing Hohenpeißenberg Hohenfurch Habach Eglfing Eberfing Burggen Böbing Bernried am Starnberger See Bernbeuren Antdorf Altenstadt (Oberbayern)Karte
Über dieses Bild
Antdorf aus Nordosten
Antdorf von Süden
Antdorf vor den Osterseen und dem Starnberger See
Typisches Anwesen in Antdorf
Frauenrain von Südosten

Antdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Habach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antdorf liegt in der Region Oberland.

Es existieren folgende Gemarkungen: Antdorf, Frauenrain. Auf diesen Gemarkungen liegen noch die Wohnplätze Breunetsried, Dürnberg, Gröben, Neuried, Obersiffelhofen, Rieden, Schillersberg, Schwarzenbach, Untersiffelhofen, Wasla und Weidwies.

Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 2237 ha: (Stand: 2012)[2]

  • 68,2 % davon sind landwirtschaftliche Fläche
  • 23,5 % Waldfläche
  • 0,9 % Wasserfläche
  • 3,4 % öffentliche Verkehrsfläche
  • 2,7 % Gebäude- und Freifläche
  • 0,9 % Betriebsfläche

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antdorf, das seinen Ursprung wohl sicher in einer Ansiedlung aus der Zeit der bajuwarischen Landnahme vermutlich schon in der 1. Hälfte des 6. Jahrhunderts hat, galt bereits zur Zeit der Klostergründung von Benediktbeuern (739/40) als der Hauptort der an der Isar und Loisach gelegenen Besitzungen der „Grafen von Antdorf“. Die Antdorfer Grafen, eine Seitenlinie der Huosi, waren die Gründer und ersten Äbte des Klosters Benediktbeuern. Sie brachten damals 30 Höfe in die Klosterstiftung ein. Beim Ungarneinfall 905 wurde die Benediktbeurer Ordensniederlassung zerstört, wodurch Antdorf wieder Besitz des Ortsadels wurde und 1330 durch Kaiser Ludwig dem Bayern dem Kloster Ettal überlassen wurde. 1632, während des 30-jähriges Krieges überfielen die Schweden den Ort, plünderten und brandschatzten; ein Drittel der Wohnstätten und auch die Pfarrkirche fielen den Flammen zum Opfer. So begann man dann 1688 mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.[3] Am 1. Januar 1978 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Frauenrain mit 170 Einwohnern[3] eingegliedert.[4]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Antdorf gibt es eine römisch-katholische Pfarrei St. Peter und Paul, zu der sich 66,4 % (Stand: 2011) der Antdorfer Bevölkerung bekennen und zu der neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul auch die ehemalige Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt im Ortsteil Frauenrain, sowie die Kirnberg-Kapelle und andere kleine Kapellen und Grotten gehören.[5] 9,9 % (Stand: 2011) der Antdorfer sind evangelisch-lutherisch und Teil der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Penzberg.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[2]
1840 596
1871 585
1900 607
1925 652
1939 621
1950 1087
1961 748
1970 784
1987 927
2000 1068
2005 1111
2010 1196
2015 1288

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2012 911.000 Euro, davon die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 237.000 Euro.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Name Partei Anmerkung
1952–1984 Nägele, Friedrich
1984–2002 Schweyer, Johann
2002–2011 Frech, Paul jun. 2011 verstorben
2011–2014 Feldl, Peter
seit 2014 Kostalek, Klaus Unabhängige Wählergemeinschaft

Wappen und Fahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antdorf führt das Wappen seit 1984. Die Kommunalfahne ist Rot-Gelb-Blau.[6]

Amtliche Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten; vorne in Blau unter einer silbernen Sichel schräg gekreuzt ein silbernes Schwert und ein silberner Schlüssel, hinten dreimal gespalten von Gold und Rot, im linken silbernen Obereck eine blaue heraldische Lilie.[6]

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sichel im vorderen Feld symbolisiert sowohl die Bedeutung der Landwirtschaft als Erwerbszweig wie auch die traditionsreiche Isidor-Bruderschaft. Schlüssel und Schwert, die Attribute der Heiligen Petrus und Paulus, beziehen sich auf die Kirchenpatrone von Antdorf. Die Farben Silber und Blau unterstreichen die von den Herzögen bzw. Kurfürsten aus dem Haus Wittelsbach ausgeübte Landeshoheit. Das hintere Feld erinnert an die Frühgeschichte der Gemeinde. Die dreifache Teilung von Gold und Rot mit dem silbernen Obereck gibt das apokryphe Wappen der Huosi wieder. Die schon um 740 nachweisbaren Grafen von Antdorf waren eine Nebenlinie der Huosi; sie sind 1260/80 ausgestorben. Die Huosi haben im 8. Jahrhundert das Kloster Benediktbeuern gegründet; Antdorf gehörte zur Erstausstattung des Klosters. Das legendäre Wappen der Huosi findet sich auch im Klosterwappen von Benediktbeuern wieder. Die Lilie im Obereck verweist auf das Marienpatrozinium des Klosters Ettal und auf die Überlassung Antdorfs an das 1330 neu gegründete Kloster. Vom 14. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 unterstand die Gegend um Antdorf und Frauenrain als Enklave im Landgericht Weilheim dem Klostergericht Ettal (Amt Murnau). Das Mariensymbol stellt zugleich eine Verbindung zur Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Frauenrain her.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauchtum und Gepflogenheiten sind wesentlich durch den Ablauf des Kirchenjahres mit seinen Festtagen geprägt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2012

  • im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 6,
  • im Produzierenden Gewerbe 67,
  • im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 13,
  • im Bereich der Dienstleister 29

sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 479. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keinen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2010 41 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1509 ha. Davon waren 259 ha Ackerfläche und 1226 ha Dauergrünfläche. Außerdem waren im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe vorhanden.[2]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2013):[2]

  • Kindertageseinrichtungen: 76 Kindergartenplätze mit 68 Kindern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Biller: Antdorfer Heimat-Lexikon. Geschichte und Gegenwart von A–Z. Hrsg.: Gemeinde Antdorf. Weilheim 2000, OCLC 163415926.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f Kommunalstatistik von Antdorf, abgerufen am 29. März 2015
  3. a b Homepage der Gemeinde Antdorf – Geschichte, abgerufen am 29. März 2015
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens- Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 595.
  5. Homepage der Gemeinde Antdorf - Kirche, abgerufen am 29. März 2015
  6. a b c Haus der Bayerischen Geschichte - Das Antdorfer Wappen, abgerufen am 29. März 2015
  7. Homepage der Gemeinde Antdorf - Brauchtum, abgerufen am 29. März 2015